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Dennis-Nachfolge: Manager Brown bringt sich ins Gespräch

Motorsport-Manager Zak Brown steht bei McLaren als Nachfolger von Ron Dennis und bei Liberty Media hoch im Kurs - Horner lobt Dennis: "Wäre ein großer Verlust"

(Motorsport-Total.com) - Seit Mitte Oktober erhärten sich Gerüchte, wonach McLaren-Boss Ron Dennis am Ende des Jahres seinen Abschied von der Spitze des Traditionsteams begehen könnte. Der Brite selbst gibt sich zwar bedeckt, es soll allerdings Spannungen zwischen den McLaren-Teilhabern geben. Während der 69-Jährige noch um seinen Posten kämpft, werden von der britischen Presse immer wieder neue potenzielle Nachfolger ins Spiel gebracht. Der aktuellste Name: Zak Brown.

Ron Dennis © xpbimages.com
Ron Dennis steht seit einigen Wochen im Fokus der Öffentlichkeit

Der 44-jährige US-Amerikaner steht neben Ex-Mercedes-Teamchef Ross Brawn, Ex-Sainsbury's-Boss Justin King und dem früheren McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh auf einer Liste. Wie die 'BBC' nun berichtet, sei jedoch Brown der aussichtsreichste Kandidat auf die Nachfolge Dennis'. In dem Artikel wird behauptet, dass der Manager aufgrund seiner Fähigkeit neue Sponsoren zu finden von Interesse für das Team sein könnte. Interessant: Brown selbst teilte den Artikel nach Veröffentlichung auf seiner Facebook-Seite.

Erst im September hatte er seinen Posten als Geschäftsführer bei CSM Sport & Entertainment zurückgelegt. Diese Firma übernahm 2013 das von Brown 1995 gegründete Unternehmen Just-Marketing-International (JMI), womit er sich eine der weltweit größten Motorsport-Marketing-Plattformen aufgebaut hat. Er verhalf unter anderem Williams zum Sponsorendeal mit Martini, Ferrari zu UPS oder auch McLaren zu Johnnie Walker. Seit Vodafone Ende 2013 bei den Briten ausgestiegen ist, hat man vergeblich versucht, einen Hauptsponsor für das Team zu finden.

Horner: Dennis' Abschied wäre "großer Verlust für Formel 1"

Brown könnte an Dennis' Stelle treten und von internen Querelen in der McLaren Group profitieren. Dennis, der bereits seit mehr als 30 Jahren mit McLaren verbunden ist, hält selbst 25 Prozent. Daher könnte er von Mansour Ojjeh und dessen TAG Group (25 Prozent) sowie den bahrainischen Anteilseignern (50 Prozent) überstimmt werden und sein Vertrag, der mit Ende der Saison ausläuft, nicht verlängert werden.


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Ursprünglich wollte Dennis finanzielle Unterstützung finden, damit er seine Anteile auf über 50 Prozent aufstocken kann, jedoch scheiterten Gespräche mit zwei chinesischen Investorengruppen. Und obwohl McLaren selbst in einer Stellungnahme erklärte, dass Dennis nicht zurücktreten werde, gilt ein Abschied als wahrscheinlich. Dies trifft auch Wegbegleiter des Briten. Red-Bull-Teamchef Christian Horner äußerte sich gegenüber 'Sky Sport News HD': "Ich habe den größtmöglichen Respekt vor Ron. Wir gerieten aneinander und kämpften hart um Sponsoren, Ingenieure, Fahrer und vieles mehr, aber er verhielt sich niemals unfair."

Ron Dennis, Christian Horner

Horner würde Dennis' Abschied bedauern: "Wäre ein großer Verlust für die Formel 1" Zoom

Dennis' Landsmann schätzt dessen Errungenschaften und hat nur Lob für die graue Eminenz übrig: "Es wäre ein großer Verlust für McLaren und die Formel 1, wenn er nicht mehr involviert wäre. Was er erreicht hat, ist ziemlich beeindruckend. Was er aus McLaren gemacht hat, ist ein Vorzeigebeispiel für uns alle. Er ist ein leidenschaftlicher Mann und hat für die richtigen Dinge in der Formel 1 gekämpft, manchmal auch zum Nachteil für sein eigenes Team", so Horner. Dennis gewann insgesamt 17 WM-Titel (Fahrer- und Team-Titel) in seiner Karriere als McLaren-Teamchef. Unter anderem blickt er auf erfolgreiche Jahre mit Alain Prost, Ayrton Senna, Mika Häkkinen oder auch Lewis Hamilton zurück.

Motorsport-Manager Zak Brown steht hingegen nicht nur auf der Prioritätenliste von McLaren, auch Liberty Media und Chase Carey haben ihn auf ihrem Zettel stehen. Er könnte all seine Expertise als Motorsport-Manager schon bald in einer führenden Rolle im Team der neuen Formel-1-Eigentümer einsetzen. "Ich möchte den Rest meines Lebens im Motorsport sein. Damit habe ich mein ganzes Leben verbracht. Ich liebe die Formel 1", erklärte Brown erst kürzlich in einem Interview bei 'Sky Sports F1'. Er bestätigt grundsätzliches Interesse: "Ich möchte involviert sein."