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Motorenreglement 2017: Faxvoting am Freitag letzter Ausweg

Bis morgen Mittag haben die Mitglieder der Formel-1-Kommission Zeit, per Fax über das neue Motorenreglement für die Saison 2017 abzustimmen

(Motorsport-Total.com) - Wie geht es in der Debatte um das Motorenreglement ab 2017 weiter? Am Dienstag hatten sich Strategiegruppe und Formel-1-Kommission in London getroffen, um die Regeln für die Saison 2017 zu finalisieren, doch herausgekommen ist nicht sonderlich viel. Bei den Aerodynamik-Regeln verständigte man sich darauf, die bislang durchgewinkte Variante von McLaren zu nehmen, doch bei den Motoren konnte man noch keine Einigung erzielen - auch weil angeblich ein paar stimmberechtigte Parteien gefehlt haben sollen, was das Voting ungültig gemacht hätte.

Nico Rosberg

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Nun hofft man, dass man bis zur Deadline am Samstag doch noch eine Entscheidung treffen kann. Bis Freitagmittag, also morgen, haben die 25 Mitglieder der Formel-1-Kommission Zeit, um per Faxvoting über die Motorenregeln für 2017 abzustimmen. Ein Vorschlag, der sich um die vier Belange Sound, Kosten, Performance-Angleichung und Kundenbelieferung dreht, soll von der Strategiegruppe bereits am Dienstag angenommen worden sein.

Bis morgen Mittag muss auch die Formel-1-Kommission dafür gestimmt haben, bevor der Motorsport-Weltrat der FIA (WMSC) die Änderungen vor Ablauf der Deadline am Samstag ratifizieren kann - ebenfalls per Faxvoting. Es heißt, dass die Chancen gut stehen sollen, dass der entsprechende Antrag von der Kommission abgesegnet wird. Dann wäre auch das Damoklesschwert Alternativmotor, mit dem die FIA die Teams unter Druck gesetzt hat, vom Tisch.


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Bei den Beschlüssen sieht es so aus, als ob die FIA und die Teams Kompromisse eingehen müssen. Ein spezielles Anliegen des Verbandes war es, die Kosten für die Motoren zu senken. Ursprünglich waren zwölf Millionen Euro pro Jahr anvisiert, doch dies wird nun laut 'auto motor und sport' verwässert. Angeblich soll vereinbart werden, die Kosten für 2017 um eine Million Euro zu senken, für 2018 um weitere drei Millionen - allerdings ausgehend vom aktuellen Preis. Allerdings gibt es Pläne, das Motorenkontingent von vier auf drei Aggregate zu reduzieren, wodurch die Hersteller im Endeffekt sogar noch mehr Geld für jede Antriebseinheit herausholen würden.

Gleichzeitig möchte die FIA Situationen wie bei Red Bull im vergangenen Jahr verhindern. Das Team kündigte seinen Vertrag mit Motorenpartner Renault, blitzte aber bei allen anderen Herstellern mit einer Lieferanfrage ab, sodass man doch weiter mit den Franzosen vorliebnehmen musste. In Zukunft soll der Hersteller mit den wenigsten Kunden verpflichtet sein, in solch einer Situation auszuhelfen. Aktuell wäre das Honda, auch wenn McLaren-Teamchef Ron Dennis betont, bei mehr als zwei belieferten Teams vertragsbrüchig zu werden.