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Alonso kritisiert neue Regeln scharf: "Zuschauer schalten ab!"

McLaren-Pilot Fernando Alonso schießt gegen das neue Qualifying und gegen die Formel 1 insgesamt - Der Ex-Weltmeister warnt davor, die Fans zu vergraulen

(Motorsport-Total.com) - Wenn der eigene Chef das Produkt kritisiert, dann ist das bereits kein gutes Zeichen für die Formel 1. Wenn anschließend auch noch mehrere Weltmeister die Königsklasse abwatschen, spätestens dann sollten bei allen Beteiligten eigentlich die Alarmglocken klingeln. Nachdem Bernie Ecclestone in der vergangenen Woche bereits von der "schlechtesten Formel 1 aller Zeiten" sprach, hielt sich zuletzt auch Lewis Hamilton mit Kritik nicht zurück - und nun legt auch Fernando Alonso nach.

Fernando Alonso

Fernando Alonso macht sich momentan große Sorgen um die Formel 1 Zoom

"Ich bin traurig. Mir tut es um den Sport leid", erklärt der Weltmeister von 2005 und 2006. "Das sieht nicht richtig aus, wenn wir das Qualifyingformat in einer Woche dreimal ändern - oder wenn wir vorgeben, es zu ändern", so der Spanier. Am Freitag segnete der Motorsport-Weltrat der FIA die neue "Reise nach Jerusalem" endlich ab - nachdem es zuvor mehrfach Diskussionen über mögliche Änderungen an dem neuen Konzept gab.

"Ich denke nicht, dass das richtig ist. Es gibt zu viele Änderungen. Die Regeln sind ziemlich komplex, auch für die Zuseher", begründet der McLaren seine Kritik. "Meine Freunde hier in Spanien wollen den Fernseher einschalten und tolle Duelle, coole Autos und quietschende Reifen sehen, wie es in anderen Sportarten auch funktioniert. Jetzt geht es um MGU-H, MGU-K, Supersoft, Medium..."

"Fans werden verwirrt"

"Wenn du Vierter im Rennen bist, musst du am Ende des Rennens noch einmal an die Box, weil du deine Reifen verpflichtend wechseln musst. Da ist es doch ganz klar, dass sie deshalb den Fernseher wieder abschalten", vermutet Alonso. Auch deshalb kann sich der 34-Jährige mit dem neuen Qualifyingformat nicht anfreunden. "Ich stimme mit allem überein, was meine Kumpels darüber sagen", erklärt er.


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"Wir wollen einfache Regeln. Auch das Format mit nur einer schnellen Runde, das wir 2005 oder 2006 gefahren sind, war ziemlich spektakulär. Jeder wurde eine Runde lang im Fernsehen gezeigt, es war einfach. Da hast du auch mehr Adrenalin auf dieser Runde. Was auch immer sie entscheiden, wir werden uns damit abfinden, wie auch in den vergangenen 16 Jahren", so der Spanier.

"Ich bin traurig. Mir tut es um den Sport leid." Fernando Alonso

Zustimmung erhält Alonso von Red-Bull-Pilot Daniil Kwjat. "Ich finde nicht, dass wir das Qualifying verändern müssen. Es war in Ordnung. Warum sollen wir die Fans noch weiter verwirren? Schon für uns ist es schwer zu verstehen. Wie soll sich dann der Fernsehzuschauer auskennen?", so der Russe, der damit in eine ähnliche Kerbe schlägt wie der McLaren-Pilot.

Auch Massa und Palmer skeptisch

Alonso ehemaliger Teamkollege Felipe Massa kritisiert das neue Qualifying ebenfalls - allerdings aus anderen Gründen. "Das neue System ist vielleicht für die Leute zuhause interessant, aber nicht für uns. Wenn du nicht wie Mercedes eine Sekunde vor allen anderen bist, sondern um jede Zehntel kämpfst, dann ist das ein Nachteil", schildert der Williams-Pilot seine Sicht der Dinge.


Fotostrecke: Melbourne 2001: Die Rookie-Sternstunde

"Für sie ist es ein Vorteil, wenn sie so stark wie im Vorjahr sind, denn sie könnten das Qualifying sogar mit den harten Reifen absolvieren und das Rennen mit den harten Reifen starten", erklärt Massa im Hinblick auf Klassenprimus Mercedes und ergänzt: "Dann sind sie noch weiter weg von uns. Die Teams, die um jedes Zehntel kämpfen, schaffen es vielleicht gar nicht in Q3. Ich bin nicht sicher, ob mir das so lieber ist."

"Wenn es aber die Show verbessert, dann ist das in Ordnung, denn es ist wichtig, dass die Leute gerne zuschauen", so Massa. "Insgesamt wollen die meisten Fahrer lieber das alte System behalten", fasst Renault-Pilot Jolyon Palmer die allgemeine Stimmung unter den Fahrern zusammen. "Ich denke, dass es mit dem neuen System zum Beispiel in Monaco Probleme geben könnte, weil jeder sofort eine schnelle Runde fahren will", warnt der Brite. Trotz der Kritik soll das neue Qualifying beim Saisonauftakt in Melbourne erstmals zum Einsatz kommen.

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