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Qualifying-Diskussion nervt Boullier: "Sollten dabei bleiben"

McLaren-Rennleiter Eric Boullier ist die ständigen Debatten über das Qualifying leid - Er ist der Meinung, dass man das neue Format auf jeden Fall einführen sollte

(Motorsport-Total.com) - Neues Qualifying? Altes Qualifying? Oder doch eine Mischung aus beiden? Gut zwei Wochen vor dem Start der Formel-1-Saison 2016 in Melbourne steht noch immer nicht fest, welchen Qualifikationsmodus die Königsklasse in diesem Jahr nutzen wird. Ursprünglich wurde bereits ein neues Format beschlossen, das an die "Reise nach Jerusalem" erinnert. Weil es laut Formel-1-Boss Bernie Ecclestone allerdings Probleme mit der Software gibt, kann dieser Modus wohl zunächst nicht genutzt werden.

Eric Boullier

Eric Boullier kann die Aufregung um das neue Qualifying nicht nachvollziehen Zoom

Daher hieß es anschließend, dass die Formel 1 zunächst weiter auf das bekannte Format setzen wird, und die Umstellung dann nach den ersten Rennen der Saison erfolgen soll. Aktueller Stand ist nun allerdings noch ein dritter Vorschlag, der quasi eine Mischung aus altem und neuem Qualifying bildet. Auch aufgrund der ständigen Planänderungen sind viele Piloten mittlerweile komplett gegen eine Veränderung der Qualifikation.

Am Mittwochabend kam es zu einem Treffen zwischen FIA-Rennleiter Charlie Whiting und mehreren Fahrern, bei dem unter anderem auch über das Qualifying gesprochen wurde. Während es bei vielen Piloten gut ankam, dass die FIA sich nun endlich auch einmal ihre Meinung zu dem Thema anhört, sind andere Personen innerhalb der Formel 1 von den ständigen Debatten leicht genervt.


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"Es gibt Diskussion und manchmal ist es schwierig, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Jetzt haben wir endlich mal einen, also sollten wir auch dabei bleiben und nicht zu viel darüber sprechen", erklärt McLarens Rennleiter Eric Boullier gegenüber 'Sky Sports F1'. Bereits in der vergangenen Woche hat die Formel-1-Kommission das neue Qualifying einstimmig angenommen.

"Wenn alles normal läuft, dann wird das schnellste Auto auf Pole stehen", erklärt Boullier, der die Aufregung um den neuen Modus nicht verstehen kann. Gene Haas erklärt derweil: "Ich habe keine Erfahrungen mit dem bisherigen Qualifying, wir sind ja noch nie mitgefahren. Aber wenn sie es ändern sollten, okay. Es klingt aufregend: ein Ausscheidungsmodus, viel Platz auf der Strecke, das könnte interessant sein. Veränderungen sind okay."

Und auch unter den Piloten gibt es durchaus nicht nur negative Stimmen. So erklärt McLaren-Pilot Jenson Button zum Beispiel: "Ich denke, das neue System wird keinen großen Unterschied machen. Das sage ich jetzt, und dann werde ich wahrscheinlich die Rechnung präsentiert bekommen, wenn ich einen Fehler mache. Wenn wir das System aber richtig verstehen, dann sollte das kein Problem sein."

"Da sollten nicht zu viele Fehler passieren, und die schnellsten Auto sollten durchkommen. So wie es auch sein sollte, denn die schnellen Autos sollen vorne und die langsamen hinten stehen. Darum geht es doch im Motorsport", so der Weltmeister von 2009. Ohnehin muss das neue Qualifying am Freitag zunächst noch vom Motorsport-Weltrat der FIA abgesegnet werden. Das gilt allerdings nur noch als Formsache.