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Rennvorschau Monaco: Schlägt Mercedes zurück?

Nach dem Debakel von Spanien will Mercedes in Monaco Wiedergutmachung: Nico Rosberg brennt auf seinen vierten Sieg beim Heimspiel - Achtung vor Red Bull

(Motorsport-Total.com) - Glanz, Glamour und Gefahr: Der Große Preis von Monaco ist im Formel-1-Kalender in jeder Hinsicht speziell. Bereits zum 74. Mal findet das prestigeträchtige Autorennen im kleinen Fürstentum an der Cote d'Azur statt und wartet auf einen echten Kracher. Denn nach dem turbulenten Spanien-Grand-Prix wird Mercedes mit aller Macht danach streben, die Schelte der teaminternen Kollision auszuwetzen.

Nico Rosberg, Sebastian Vettel

Nico Rosberg möchte bei seinem Heimspiel den vierten Sieg in Folge Zoom

Speziell Nico Rosberg dürfte in seinem Wohnzimmer mehr als nur motiviert sein, nachdem seine Siegesserie von sieben Erfolgen in Serie abrupt gerissen ist. Stattdessen will er seine Serie in Monte Carlo, wo er jeden einzelnen Stein auf der Straße kennt, fortsetzen. Der WM-Leader hat bereits die vergangenen drei Läufe in Monaco für sich entscheiden können und will seine Führung von 39 Punkten mit Sieg Nummer vier ausbauen.

"Ich verbinde mit jeder Kurve Erinnerungen, die bis in meine Schulzeit zurückreichen. Während des gesamten Wochenendes erhalte ich immer großartige Unterstützung durch meine Familie, Freunde und Fans. Das gibt mir einen zusätzlichen Schub", erklärt der Wiesbadener. "Es war fantastisch, hier in den vergangenen drei Jahren zu gewinnen. Aber ich weiß, dass es schwierig wird, das zu wiederholen. Denn Lewis, Ferrari und Red Bull sind sehr stark. Ich bin jedoch zuversichtlich."

Lewis Hamilton will wieder aufstehen

Teamkollege Lewis Hamilton hat nach den vergangenen Wochen einiges gutzumachen. Der amtierende Weltmeister wartet nach fünf Saisonläufen noch auf seinen ersten Sieg im Jahr 2016 und ist teamintern schon stark ins Hintertreffen geraten. Die Kollision in Spanien dürfte ihr Übriges dazu beigetragen haben, und dass sich der sonst so medienaffine Hamilton tagelang nicht bei Twitter oder Snapchat blicken lässt, sagt schon einiges aus.

Lewis Hamilton, Nico Rosberg

Die Silberpfeil-Kollision zwischen Rosberg und Hamilton ist vergessen Zoom

"Barcelona war ein fürchterliches Gefühl. Aber wie heißt es so schön? Entscheidend ist, dass man immer wieder aufsteht, wenn man hingefallen ist", gibt sich der Brite kämpferisch. In Monaco möchte er das Blatt in der Weltmeisterschaft wenden und auf seinen Teamkollegen, der bereits 43 Zähler voraus ist, aufholen. Glücklich kann er sich schätzen, dass die Rennleitung die teaminterne Kollision in Spanien als Rennunfall sah und keine Strafen aussprach.

Denn schon eine Verwarnung hätte Hamilton nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen eine Strafversetzung um zehn Startplätze eingebracht - und Monaco ist wirklich der letzte Ort, an dem ein Pilot so einen Nachteil haben möchte. Der enge Stadtkurs gehört bekanntlich zu den überholfeindlichsten Strecken des Kalenders und garantiert meist nicht einmal mit der Brechstange Erfolg. Nicht umsonst ist "Hubschrauberfliegen im Wohnzimmer" mittlerweile ein geflügeltes Wort geworden, um den Grand Prix zu vergleichen.

Ferrari und Red Bull lauern

Die Silberpfeile gelten zwar als großer Favorit auf den Sieg, doch gerade in Monaco dürfte der Vorteil kleiner als anderswo sein. Denn Motorenleistung ist bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 160 km/h und einem Volllastanteil von nur 53 Prozent nicht so sehr ausschlaggebend wie auf anderen Strecken. "In Monaco kann der Fahrer noch den Unterschied machen", weiß Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und rechnet sich daher bessere Chancen gegen Mercedes aus.


Fotostrecke: Triumphe & Tragödien in Monaco

Auch die Scuderia wartet noch auf den ersten Saisonsieg, der wegen Technikproblemen und Unfallpech bislang nicht zustande gekommen ist. Zuletzt in Barcelona hatte man nach dem Doppel-Aus von Mercedes die große Chance, doch stattdessen stahl ihnen Jungspung Max Verstappen in seinem ersten Auftritt für Red Bull das Rampenlicht. Auch auf den Niederländer dürfte zu achten sein, der allerdings schlechte Erinnerungen an das Vorjahr haben dürfte, wo er in der ersten Kurve seinen ersten schweren Unfall hatte. Red Bull könnte der Kurs mit seiner langsamen und technischen Natur durchaus entgegenkommen. Und in Spanien waren sie zumindest in der Qualifikation schon die zweite Kraft!

Doch in Monaco ist vieles unvorhersehbar: Zu 82 Prozent kam in der Vergangenheit das Safety-Car zum Einsatz, weil die Mauern verlockend nah stehen und es keinen Raum für Fehler gibt. Schon viele Favoriten haben sichere Siege in die Leitplanken geschmissen und so die Tür für einige Überraschungen geöffnet: Unvergessen bleibt etwa Olivier Panis' einziger Grand-Prix-Sieg im Chaosrennen 1996, und auch Jarno Trulli holte 2004 ausgerechnet in Monte Carlo seinen einzigen Formel-1-Erfolg.

Ultrasoft und Regengefahr

Hinzu kommt, dass es an diesem Wochenende viele Unwägbarkeiten gibt. Die größte ist etwa der erste Einsatz des neuen Ultrasoft-Reifen, der im Fürstentum seine Premiere feiern wird. Es dürfte in Monaco lila werden: Bei allen Teams ist die neue Stufe, die noch weicher als der Supersoft-Reifen ist, die bevorzugte Wahl. Der gelbe Soft-Reifen, der ebenfalls von Pirelli mitgebracht wird, dürfte hingegen vernachlässigbar sein.

Mercedes deckt sich etwa nur mit dem einen vorgeschriebenen Satz ein, und geht mit zwei Sätzen Supersoft sparsam um. Dafür krallt man sich zehn Sätze der violetten Ultrasofts, was auch Red Bull so gemacht hat. Ferrari lässt sich hingegen "nur" neun Sätze an die Strecke bringen und hat einmal mehr Soft im Gepäck. Konservativer geht Williams an die Sache, die lediglich sieben Sätze Ultrasoft einpacken, dafür viermal Supersoft.

Man darf gespannt sein, wie sich der neue Reifen auf die Strategie auswirkt. In der Theorie dürfte der Reifen auf dem Stadtkurs mächtig viel nötigen Grip bieten, müsste dafür auch schneller in die Knie gehen. Möglicherweise dürfte damit ein Boxenstopp mehr fällig werden, da zuletzt vor allem eine Einstopp-Strategie Usus war - da musste allerdings auch der Soft-Pneu gefahren werden.

Und auch das Wetter sollten die Teams im Auge behalten: Zwar ist es speziell im Training und in der Qualifikation tendenziell trocken bei 20 bis 25 Grad, doch für Sonntagnachmittag besteht durchaus ein erhöhtes Schauerrisiko, was zusätzliche Würze in den ohnehin schon atemberaubenden Grand Prix bringen kann. Wer das Spektakel nicht verpassen will, der muss übrigens den traditionellen Monaco-Zeitplan beachten: Wie üblich findet das Training bereits am Donnerstag statt, bevor am Freitag ein Tag Pause ist.

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