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Red Bull: Durch Schmiergeld an Renault-Motoren gekommen?

Transparency International, aufgepasst: Red Bulls Weg zu Renault-Motoren führte 2006 nur über fragwürdige Gelder für Privatunternehmen von Flavio Briatore

(Motorsport-Total.com) - Seit 2007 ist Red Bull mit Renault-Motoren in der Formel 1 unterwegs - eine Partnerschaft, die Ende dieses Jahres zu Ende gehen könnte. Was viele längst vergessen haben: Einst war es der dringende Wunsch von Stardesigner Adrian Newey, statt mit Ferrari wieder mit seinem früheren Erfolgspartner aus Williams-Jahren, Renault, zusammenzuarbeiten - und dafür wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt.

Christian Horner, Flavio Briatore

Christian Horner und Flavio Briatore im Jahr 2009 im Formel-1-Paddock Zoom

Entscheider bei allen Formel-1-Themen von Renault war in jenen Jahren Flavio Briatore. Der ebenso umtriebige wie nicht unumstrittene Geschäftsmann genoss im Paddock seit jeher einen Ruf für fragwürdige Methoden, flog Jahre später durch die "Crashgate"-Affäre in Singapur als Betrüger auf. Doch zum damaligen Zeitpunkt galt er zumindest für die breite Öffentlichkeit noch als unbescholten.

Was ihn hinter den Kulissen nicht daran hinderte, nicht nur die Renault-Interessen in den Vordergrund zu stellen, sondern auch an den eigenen Vorteil zu denken, als Red Bull eine Anfrage nach Motoren stellte. Fast zehn Jahre später gibt Red-Bull-Teamchef Christian Horner zu, wie es wirklich war: "Unsere Beziehung zu Renault war von Anfang an unkonventionell."

"Ich erinnere mich noch daran, als wir bei Flavio Briatore 2006 um die Motoren angefragt haben. Irgendwie endete das damit, dass wir ein Jahr lang die Queens Park Rangers und den Billionaire Club sponserten, bevor wir die Motoren erhielten", gesteht er grinsend.

Hintergrund: Die Queens Park Rangers waren ein Fußballclub, der zeitweise Briatore (und Bernie Ecclestone, später dann Tony Fernandes) gehörte, und die Milliardärs-Disko auf Sardinien liegt heute noch in seinem Eigentum.

Das mag im juristischen Sinn vielleicht noch nicht als Korruption durchgehen. Doch eine Institution wie Transparency International hätte sicher großes Interesse an so einem Fall...