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  • 12.07.2001 · 15:34

Mercedes: Fahrerfrage noch offen - Häkkinen: Kein Rücktritt

Heute sorgte man bei McLaren für Klarheit, auf der anderen Seite aber erneut für kleine Fragezeichen

(Motorsport-Total.com/dpa) - Mika Häkkinen will bleiben, McLaren-Mercedes will endlich aus der Krise - aber alles ist weiter offen: Der zweimalige Formel-1-Weltmeister und das Silberpfeil-Team haben sich am Donnerstag vor dem Großen Preis von Großbritannien gegen die anhaltenden Spekulationen um die Fahrerfrage verwahrt. "McLaren Mercedes bestätigt, dass das Team Optionen auf beide Piloten Mika Häkkinen und David Coulthard hat, und dass keine schnelle Entscheidung notwendig ist", hieß es in einer Mitteilung. "Wir sind zufrieden mit den Optionen und wir werden etwas in Absprache mit den Fahrern bekannt geben, wenn es angemessen ist", erklärte Teamchef Ron Dennis.

Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes)

Mika Häkkinen möchte auch 2002 in der Formel 1 fahren

Zuvor hatte Häkkinen gegenüber der Tageszeitung 'Die Welt' die Gerüchte um seinen angeblich bevorstehenden Rücktritt dementiert. "Keine Chance - auf keinen Fall trete ich zurück", sagte der Finne. Er verhandle über seinen neuen Vertrag und fühle sich "hoch motiviert" für den Grand Prix in Silverstone. Offenbar war er überrascht über die Spekulationen über ein nahes Karriere-Ende: "Mich hat keiner gefragt, dabei wäre das doch eigentlich ein Muss."

"Ich stehe derzeit in Gesprächen mit Ron und ich bin sehr entspannt", hieß es davon etwas abweichend in einer Häkkinen-Erklärung am Nachmittag. Nach dem letzten Rennen in Magny-Cours habe er in Finnland Urlaub gemacht, sei aber über die Spekulationen um seine Zukunft informiert worden.

Häkkinen will dem im schlimmsten Tief seit Jahren steckenden Silberpfeil-Team wieder zu positiven Schlagzeilen verhelfen. Denn der einstige Weltmeister-Rennstall kämpft nach einer dramatischen Pannenserie mit sich und mit erbarmungslosen Kritikern. Die McLaren-Mercedes sind Zielscheibe von Spöttern geworden, auch wenn diese offiziell nicht beachtet werden. "Die Kritik geht an mir vorbei. Sie kann mich nicht berühren", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einem dpa-Gespräch: "Wir müssen uns nicht in die Ecke stellen und schämen."

Pleiten, Pech, Pannen und unangenehme Spekulationen: Statt mit Erfolgsmeldungen sah sich McLaren-Mercedes im Gegensatz zu den anderen Top-Teams Ferrari und BMW-Williams mit immer neuen Gerüchten um die Zukunft der Fahrer konfrontiert. Die Branche diskutiert bereits über mögliche Nachfolger. "Mika hat einen Vertrag für nächstes Jahr", sagte Haug. Die Zukunft hängt davon ab, ob eine entsprechende Option gezogen wird. Man wolle das gesamte Team, alle drei Fahrer einschließlich Ersatzpilot, gemeinsam vorstellen.

Erst gab es Spott ("Stotterpfeile", "Silberpfeifen", "Scheintote") für das nach außen immer auf Perfektion bedachte Team. "Wir arbeiten alle so viel, dass wir keine Zeit zum Zeitung lesen haben", meinte Haug zum Medienecho. "Wir kritisieren uns sicher selbst, aber konstruktiv." Nun machen erstmals auch Gerüchte über Unstimmigkeiten die Runde. "Es knistert im Team. Unterschwellig hört man Schuldzuweisungen heraus", schrieb die Fachzeitschrift 'auto, motor und sport'. Zudem heißt es, Häkkinen pokere um seinen neuen Vertrag, er wolle zwei weitere Jahre, McLaren nur eines.

Der größte Rivale von Weltmeister Michael Schumacher in den vergangenen Jahren muss in dieser Saison sechs unverschuldete Ausfälle verdauen und kann mit nur neun WM-Punkten höchstens noch auf Ergebniskosmetik hoffen. Sein schottischer Kollege David Coulthard blieb zwei Mal am Start stehen und vergab zuletzt in Magny-Cours durch eine Zeitstrafe ein besseres Ergebnis. So wuchs sein Rückstand auf Schumacher auf 31 Punkte an.

"Wenn ich den WM-Titel verlieren sollte, spielt es keine Rolle, ob der Abstand 6 oder 60 Punkte beträgt", sagte Coulthard gegenüber der Fachzeitschrift 'motorsport aktuell'. Der Schotte, der nach zwei Siegen 1999 und 2000 den Silverstone-Hattrick schaffen könnte, läuft Gefahr, seine größte Titelchance zu verspielen. "Als wir das konkurrenzfähigste Fahrzeug hatten, konnte Mika die Möglichkeiten ideal nutzen, ich nicht. Heute wäre das vielleicht anders, aber Hätte-Wäre nützt mir nichts. Ich kann nicht mehr als mein Bestes geben", meinte er.

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