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  • 13.09.2006 · 14:38

"Maulkorb" für Fernando Alonso

Bei Renault will niemand mehr über eine angeblich illegale Bearbeitung der Bridgestone-Reifen sprechen - das Thema ist aber wohl noch nicht vom Tisch

(Motorsport-Total.com) - Mit ihren kritischen Aussagen über die Formel 1, über eine angebliche Bevorzugung von Michael Schumacher und Ferrari, haben sich Renault-Teamchef Flavio Briatore und sein Fahrer Fernando Alonso auf dünnes Eis begeben.

Bridgestone

Erst die Radkappen, jetzt die Behandlung der Pneus - es geht weiter...

Das hat man auch bei den Franzosen erkannt und versendete eine entsprechende Pressemitteilung, in der Briatores Aussagen als eine angebliche Missinterpretation und als ein "Witz" dargestellt wurden. Zudem ging der Italiener in einem Interview mit 'Reuters' - welches das Team sogar auf der eigenen Internetseite veröffentlicht - mit der FIA auf Schmusekurs.#w1#

Einzig Fernando Alonso blieb bisher hartnäckig und schoss weiterhin gegen Michael Schumacher und den Automobilweltverband, zuletzt Anfang der Woche in einem fragwürdigen Radiointerview. Nun hat ihm das Team nach einem Bericht der spanischen 'AS' jedoch einen "Maulkorb" verpasst, denn im Extremfall kann ein Wettbewerber sogar aus der Weltmeisterschaft ausgeschlossen oder anderweitig bestraft werden, falls er die Formel 1 öffentlich in Verruf bringt.

Konkret soll das Team Alonso aufgefordert haben, nicht über den neuesten Fall zu sprechen. Renault hatte zusammen mit Michelin eine Anfrage an die FIA gestellt, weil man einen Bridgestone-Ingenieur dabei fotografiert hatte, wie er mit Handschuhen, Schutzschürze und Atemschutz einen Bridgestone-Reifen angeblich mit einer Flüssigkeit benetzt.

Der Verdacht: Man bearbeitet den Pneu verbotener Weise mit Chemikalien, um auf eine Runde gesehen mehr Leistung herauszukitzeln. Wie das Blatt berichtet, will die FIA die Reifen untersuchen und gegebenenfalls das Vorgehen der Japaner untersagen. Renault soll vor allem deshalb misstrauisch sein, da man das Ganze nur bei den Reifen für Ferrari beobachtet hat.

Zunächst hieß es lapidar, dass die FIA den Fall zusammen mit Bridgestone aufgeklärt hat - das Vorgehen diene lediglich dem Schutz vor kleinen Gummipartikeln, die beim Aufschneiden der Reifen zu Analyse-Zwecken in die Luft geraten und nicht eingeatmet werden sollen. Hinter den Kulissen könnte sich nach der während den vergangenen vier Rennen durchgeführten "Spionage" der Konkurrenz aber noch etwas tun und Ferrari einen Vorteil in der Qualifikation verlieren.