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Marko hat Verständnis für aufgebrachte Amerikaner

Red-Bull-Motorsportbeauftragter Helmut Marko zur Farce: "Verstehe, wenn sie glauben, dass arrogante Europäer am Werk waren"

(Motorsport-Total.com) - Als neunfacher Grand-Prix-Starter, langjähriger Formel-1-Insider und Motorsport-Talentescout von Weltruf hat Helmut Marko, Motorsportbeauftragter von Red Bull, schon einiges hinter sich, aber: "So etwas habe ich noch nie erlebt", seufzte der 62-Jährige nach dem gestrigen Skandal von Indianapolis im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'apa'.

Helmut Marko

Helmut Marko zeigte sich erschüttert über die Vorfälle gestern in Indianapolis

"Das ist eine einzigartige Ignoranz gegenüber dem Publikum und dem Sport", ging er mit dem Formel-1-Zirkus hart ins Gericht. Für die zum Teil extrem aggressiven Reaktionen der Fans vor Ort zeigte er Verständnis: "Ich verstehe, wenn sie jetzt glauben, dass hier arrogante, verrückte Europäer am Werk waren. Wir hätten wir den Fans gerne erklärt, warum wir hier gar nicht starten konnten, denn sie hatten null Information da draußen."#w1#

Seiner Meinung nach hat das Scheitern der Diskussionen um eine für die Michelin-Teams rettende Schikane in der Steilkurve aber tiefere Hintergründe als oberflächlich wahrzunehmen ist: "Die Formel 1 wird gerade zu Tode reglementiert. Wir hätten nicht Schuldzuweisungen, sondern Lösungen gebraucht. Die sind aber alle abgeblockt worden. Jetzt kommt wohl eine Lawine von Schadenersatzklagen daher", kündigte Marko an.

Für seinen Arbeitgeber, Red Bull, ist das Fiasko von gestern besonders bedauerlich, da die USA der potenziell größte Wachstumsmarkt für den österreichischen Energydrink-Hersteller sind. Die Nachfrage nach Fanartikeln war beispielsweise so groß, dass vor dem Rennen nachbestellt werden musste. Auf die Frage, ob die Formel 1 nun nicht mehr nach Indianapolis kommen wird, antwortete Marko aber enttäuscht: "Das ist anzunehmen."