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Formel-1-Reglement 2017: Überholen leicht gemacht?

FIA-Rennleiter Charlie Whiting möchte das Überholen in der Formel 1 vor dem Hintergrund der neuen Regeln 2017 vereinfachen - Pat Symonds für stabile Regeln

(Motorsport-Total.com) - Das Reglement für die kommende Saison wurde nach unzähligen Diskussionen doch noch beschlossen, was nicht bedeutet, dass die Wortspenden zum Thema weniger werden. Bereits vor dem Beschluss wurde darauf hingewiesen, dass das Überholen ab dem kommenden Jahr für die Piloten erschwert werden könnte. Denn je mehr Grip ein Bolide generiert, desto anfälliger reagiert er bei Störungen des Luftstroms, was beim Hinterherfahren der Fall ist.

Felipe Massa, Sebastian Vettel

Was erwartet die Fans 2017? Mehr oder weniger Überholmanöver? Zoom

Während McLaren-Renndirektor Eric Boullier beschwichtigt ("Es wird mehr Manöver geben!"), glaubt unter anderem WM-Leader Nico Rosberg, dass mehr Antrieb es dem Hinterherfahrenden erschwert zu folgen. Auch Lewis Hamilton hat die Regeln 2017 bereits kritisiert. Langeweile könnte sich einstellen - gegen diese möchte FIA-Rennleiter Charlie Whiting vorbeugen.

Der Brite erklärte im Rahmen des Monaco-Wochenendes: "Um das Spektakel besser zu machen, sollten wir daran arbeiten, das Überholen für die Piloten einfacher zu gestalten, damit sie dichter hinterherfahren können", glaubt der Brite, der aber auch hinzufügt: "Das war immer schon ein Problem in der Formel 1, und ist keineswegs neu." Es gebe "eine Reihe von Möglichkeiten", die dabei helfen sollen, den Fahrer das Folgen und Überholen zu erleichtern.

Symonds: "Stabile Regeln sorgen für besseres Racing"

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat den Fans bereits eine schwierige Zeit prophezeit: "Die Autos werden nicht in der Lage sein, einander zu folgen", glaubt der Österreicher. Er stellt klar: "Mehr Abtrieb hinzuzufügen, das war ein Fehler." Obwohl Mercedes um die Vormachtstellung in der Formel 1 bei neuem Reglement besorgt ist, glaubt man, dass in Wahrheit die Beibehaltung der aktuellen Regeln für mehr Spannung sorgen würde, denn die Teams und Hersteller rücken immer weiter zusammen. Dieses Argument bringt auch Williams-Technikchef Pat Symonds ins Spiel.

Das Formel-1-Urgestein erklärt: "Ich mag stabile Regeln, weil sie das Racing besser machen. Man beginnt damit, das Optimum auszureizen." Von den radikalen Änderungen für 2017 mit veränderter Aerodynamik und breiteren Reifen ist er weniger angetan: "Wenn dann jemand um die Ecke kommt und meint, es sei wirklich wichtig, dass die Autos um fünf Sekunden schneller sind, dann muss man die Regeln eben ändern", meint er mit einem Schmunzeln.


Fotostrecke: Designstudie: Formel-1-Regeln 2017

Er hofft, dass man mit den neuen Regularien eine Weile arbeiten können wird. Für die Motorenabteilungen bleibt ein relativ stabiles Regelwerk bestehen. Man hat sich in diesem Bereich die Annäherung der Leistung aller vier Hersteller zum Ziel gesetzt. "Wenn diese Konvergenz nicht stattfinden sollte, ist alles wieder weit offen. Ich habe gemischte Gefühle, auf der einen Seite bringt dir ein stabiles Reglement besseres Racing, aber wenn man an die 2017er Autos denkt, ist das sehr aufregend und ein großer Spaß für die Ingenieure", gibt sich Symonds zwiegespalten.

Der Williams-Techniker meint auf die Frage, ob die Herausforderungen eines neuen Reglements im Vergleich zu einem bestehenden interessanter sei: "Ja, es ist interessanter. Am neuen Auto gibt es andere Strömungsfelder, das ist schon sehr interessant. Aber wirklich wichtig ist, eine gute Show zu zeigen. Das zählt."