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Filmen erlaubt! Liberty Media lockert Umgang mit Social Media

Liberty Media, die neuen Formel-1-Rechteinhaber, erlauben den Teams, bei den ersten Testfahrten in Barcelona kurze Videos auf Social Media zu verbreiten

(Motorsport-Total.com) - Nicht nur die technischen Regularien haben sich für die Saison 2017 verändert, auch der Umgang mit Sozialen Netzwerken hat sich bereits am ersten Testtag der neuen Formel-1-Saison gewandelt. Wurde Romain Grosjean vor einem Jahr bei den Tests noch für ein kurzes Facebook-Video belangt - er musste es wenig später auf Anordnung der FOM (Formula One Management) wieder löschen -, so dürfen die Fahrer und Teams nun Bewegtbildmaterial auf Facebook, Twitter und weiteren Plattformen veröffentlichen.

Lewis Hamilton

An Hamiltons Mercedes wurde eine Kamera angebracht - für ein Livevideo? Zoom

Diese Lockerung wurde von den neuen Rechteinhabern Liberty Media angeordnet, wie 'Autosport' berichtet. Mercedes, Red Bull, Williams, Toro Rosso oder auch Haas machten davon bereits am ersten Vormittag Gebrauch und verbreiteten kurze Videos, in denen die rollenden Boliden in der Boxengasse und auf der Start-Ziel-Geraden zu erkennen waren. Fans bekommen dadurch einen besseren Eindruck von den Testfahrten und können so das Geschehen auf der Strecke verfolgen.

Lewis Hamilton geht noch einen Schritt weiter und will auf Instagram live aus dem Cockpit filmen, das kündigte er auf Twitter an. Via Instagram-Stories filmte er bereits die Präsentation des neuen Mercedes W08 in Silverstone. Außerdem nutzen viele weitere Teams dieses Service, um Einblicke hinter die Kulissen zu geben.

Diese kurzfristige Änderung der Umgangsformen ist auf die Machtübernahme durch Liberty Media zurückzuführen. Ex-Chefpromoter Bernie Ecclestone weigerte sich jahrelang vehement gegen neue Medien und setzte ein striktes Filmverbot im Paddock durch. Nur zahlende TV-Stationen waren berechtigt, dort zu filmen. Ecclestone glaubte, dass sich mit Social Media kein Geld verdienen lässt, daher stellte er sich gegen die Digitalisierung. Liberty Media glaubt im Gegensatz zum Briten an das Potenzial der Netzwerke und holte mit Sean Bratches einen Experten auf diesem Gebiet ins Führungsteam.

Romain Grosjean musste sein Video vom Haas bei den Testfahrten im Vorjahr noch löschen, nun scheint die FOM weniger restriktiv vorzugehen. Das hatte sich Lewis Hamilton bereits vor wenigen Tagen gewünscht. Der Brite kritisierte den bisherigen Umgang der Formel 1 mit Social Media und forderte eine rasche Lockerung. Es bleibt abzuwarten, wie Liberty Media an Rennwochenenden beim Thema Sozial Medien verfahren wird.