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Irre Idee: Hamilton will im Formel-1-Auto Musik hören

Lewis Hamilton würde bei Testfahrten gerne Musik im Ohr haben - In zehn Formel-1-Saisons fand er erst in den vergangenen fünf Jahren zu sich: "Bin ein Spätzünder"

(Motorsport-Total.com) - Er trifft sich gerne mit Popstars, spielt Klavier und nimmt selbst komponierte Songs im Tonstudio auf - Lewis Hamilton kann man eine gewisse Affinität zu Musik nicht absprechen. Der Brite hat am Rande der Mercedes-Präsentation am Donnerstag in Silverstone mit einer eigenwilligen Idee aufhorchen lassen. In einem Interview sprach der dreifache Weltmeister nicht nur über seine Lieblingsmusik an Rennwochenenden, er brachte auch gleich eine Idee ein, wie er diese im Rennauto hören könnte.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton würde bei Testfahrten gerne Musik im Cockpit hören Zoom

"Ich habe meine Ingenieure schon mehrmals gefragt, ob es möglich ist, über einen meiner Ohrstöpsel Musik abzuspielen", plaudert Hamilton aus. Der Grund für diesen Vorschlag: "Wenn man trainiert, dann wiederholt sich vieles. Man fährt eben viel herum. Man geht auf die Strecke und spult 20 Runden ab, kommt an die Box und fährt dann wieder 20 Runden. Man ist zwar beschäftigt, aber es wäre cool, Musik im Ohr zu haben." Ob Hip Hop, Blues, Beyonce oder Pavarotti im Cockpit laufen würde, ist ungewiss, denn Hamiltons Musikgeschmack ist vielfältig.

Allerdings darf angezweifelt werden, ob der talentierte 32-Jährige nicht doch abgelenkt werden könnte, wenn Pavarotti "Nessun Dorma" in seinem Ohr anstimmen würde. Hamilton hält aber auch fest, dass es ihm hauptsächlich um Testfahrten gehe: "Dabei hat man auf den Geraden oft Zeit, über Dinge nachzudenken. Was man am kommenden Tag machen wird oder was man am Abend essen könnte, solche Sachen", gesteht er. Auch in seiner zehnten Formel-1-Saison hat er sich noch nicht an diese Pflicht gewöhnt.


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Nun geht Hamilton allerdings mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein an die Öffentlichkeit und gibt seinen Fans Einblick in seine Gedankenwelt. Dieser Prozess hat jedoch erst in den vergangenen fünf Jahren eingesetzt. "Ich bin definitiv ein Spätzünder", hält der Mercedes-Pilot fest. "Viele junge Leute haben heute die Möglichkeit, das sein zu dürfen, was sie sind. Als ich jung war, war das nicht erlaubt." Weder in der Schule, wo ihn Lehrer nicht "aufblühen" ließen, noch im Sport, der ebenfalls sehr "restriktiv" gewesen sei.

"Erst in den vergangenen fünf Jahren bin ich zu dem gereift, der ich sein wollte. Es wäre so cool gewesen, das schon mit 22 zu schaffen. Ich bin glücklich, wo ich jetzt bin", hält der Brite, der aufgrund seiner schillernden Persönlichkeit immer wieder polarisiert, fest. Dann gibt er aber auch lächelnd zu: "Ich fühle mich alt! Es gab so viele Herausforderungen und vieles habe ich verloren, aber es geht eigentlich immer nur darum, voranzukommen. Man muss das Leben genießen", so sein Lebensmotto. Es sei eben zu einfach, alles was man hat, als selbstverständlich anzusehen.