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Buttons Angst vorm Auto: "Man übertreibt immer ein wenig..."

Jenson Button möchte die Aussagen, der McLaren sei in Barcelona beängstigend gewesen, nicht zu hoch hängen und gibt zu, dass er ein wenig zu emotional war

(Motorsport-Total.com) - Es waren Aussagen, die im Formel-1-Geschäft eher unüblich sind, die Jenson Button nach dem vergangenen Rennen in Spanien äußerte. Rennfahrer gelten in der Öffentlichkeit als Menschen mit Mut zum Risiko; Angst hat im harten Profigeschäft keinen Platz. Und doch sagte der Brite vor zwei Wochen, dass es "beängstigend" gewesen sei, seinen McLaren-Honda zu bewegen: "Immer wenn ich aufs Gas gegangen bin, ist es ausgebrochen. Ich bin mir sicher, dass da etwas nicht stimmt", hatte er verlauten lassen.

Jenson Button

Jenson Button: In Monaco braucht er keine Angst mehr zu haben Zoom

Vor dem Großen Preis von Monaco sieht der Ex-Weltmeister die Lage allerdings nicht mehr ganz so drastisch und spielt seine Aussagen herunter: "Wie ihr vielleicht bemerkt habt, habe ich sehr offen gesprochen. Wenn die Emotionen hochkochen, dann übertreibt man die Dinge immer ein wenig", möchte er dem Gesagten nicht mehr so viel Bedeutung beimessen. Mittlerweile sei das Problem im Griff.

Bei der Bewältigung der Probleme im Heck des MP4-30 dürften auch die zweitägigen Testfahrten geholfen haben, die Dienstag und Mittwoch nach dem Rennen auf dem Circuit de Catalunya stattgefunden haben. Nachdem zunächst Testpilot Oliver Turvey einen Tag lang testen durfte, stieg Button am Mittwoch schließlich selbst ins Auto und konnte sich von den Verbesserungen überzeugen.

"Das Auto war besser zu fahren und war besonders bei den Longruns konstanter. Wir haben auch ein paar neue Teile getestet. Es war ein guter Test, den ich zufrieden beendet habe", zieht er einen positiven Schluss und unterstreicht noch einmal die starken Fortschritte, die sein Team seit den Testfahrten in Spanien im Februar gemacht habe. Das Team ist viel näher an die Konkurrenz herangekommen und konnte vor allem die Zuverlässigkeit in den Griff kriegen.


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Besonders auf Seiten von Motorenpartner Honda seien die Verbesserungen spürbar: "Sie haben viel mehr Zuversicht und sind glücklich über unsere absolvierten Runden. Hoffentlich können wir das in dieses Wochenende mitnehmen", sagt Button und blickt positiv in Richtung Monaco-Rennen. Denn in den engen Straßen des Fürstentums kommt es viel eher auf den Fahrer an, und Motorendefizite spielen keine allzu große Rolle.

Zudem weiß der Brite, wie man in Monte Carlo erfolgreich ist, schließlich gewann er den Grand Prix bereits 2009 im Brawn, was einen wichtigen Punkt auf dem Weg zum WM-Titel darstellte. Doch dem Rennen damals will er eigentlich nicht so viel Bedeutung zukommen lassen: "Wie wir wissen, kann man in Monaco nur sehr schwer überholen. Von daher ist der Samstag eher noch wichtiger als der Sonntag", grinst er. "Vermutlich ist es daher die wichtigste Pole-Position, die ich in meiner Karriere hatte."