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Auf Alonso verzichten? Symonds will, Smedley muss

Bei Williams ist man sich darüber einig, dass das Team noch im Aufbau steckt - Anders in der Frage, ob ein alter Bekannter in diese Pläne passt

(Motorsport-Total.com) - Zwei, die es eigentlich wissen müssten, sind sich uneinig. Es geht um die Frage, ob Williams gut bedient wäre, wenn Fernando Alonso das Team bereichern würde. Die Überlegung ist hypothetisch, schließlich sind Felipe Massa und Valtteri Bottas als Piloten für 2015 bestätigt, dennoch machen sich Technikdirektor Pat Symonds und Chefingenieur Rob Smedley ihre Gedanken. Der eine war in Renault-Tagen an der Seite des Spaniers, der andere kennt ihn aus der gemeinsamen Zeit bei Ferrari.

Symonds bezeichnet Alonso im Gespräch mit 'auto motor und sport' zwar als den besten Fahrer im Feld, sieht ihn bei seinem aktuellen Arbeitgeber an der falschen Adresse. "Er braucht auch ein Team um sich herum, das mit ihm umgehen kann", so der Brite, der die Ansprüche seines früheren Schützlings kennt. Schließlich beklagt der sich schon bei der finanzstarken Ferrari-Truppe häufig über das Material und sorgt so für Unruhe: "Fernando verlangt ein Auto, das permanent siegfähig ist", weiß Symonds.

Williams, das sich gerade erst von einer sportlichen Krise erholt, wäre mit diesem Anspruch aber nach Meinung des Technikdirektors überfordert: "Mit Alonso würde die Erwartungshaltung auf ein ungesundes Maß steigen. Dieser Druck würde den Aufbau des Teams stören." Genau dort lokalisiert auch Smedley die Mannschaft, zieht daraus aber andere Schlüsse: "Williams befindet sich in einer Wachstums- und einer Übergangsphase", stellt der Massa-Intimus fest und will deshalb Kompetenz in den eigenen Reihen.

Bottas als "eigener Weltmeister

Selbst dann, wenn es knifflig würde, diese zu nutzen, müsste das Risiko eingegangen werden: "Ich glaube nicht, dass irgendwer störend wäre", meint Smedley. "Es liegt an uns, die großartigen Leute zu holen. Wenn sie gut sind und etwas zu bieten haben, müssen das Management und der Rest der Truppe sie integrieren. Williams ist für jeden offen." Einig sind sich er und Symonds, wenn es darum geht, dass es Zeit wird, an die ruhmreiche Vergangenheit insbesondere der Neunzigerjahre anzuknüpfen.


Fotos: Williams, Großer Preis von Brasilien


Der 61-Jährige spricht von einigen Baustellen und will sich mit Blick auf die Zukunft nicht auf Platzierungen festlegen, demonstriert aber eine breite Brust: "Williams muss 2016 in der Lage sein, um den WM-Titel zu kämpfen." Dafür braucht es keinen Alonso, findet Symonds. Er glaubt, dass der Rohdiamant längst einen gültigen Vertrag besitzt: "Wenn sich Bottas so weiter entwickelt, haben wir 2016 unseren eigenen Weltmeister. Er wäre einfacher zu führen als ein Superstar mit hohen Erwartungen."

Also keine Chance für den spanischen Ex-Champion, der trotz Verhandlungen mit McLaren und Lotus weiter ohne Cockpit für das kommende Jahr dasteht, auch wenn er rein formal noch an Ferrari gebunden ist. "Nehmt das mal nicht als Zeichen dafür, dass Fernando Alonso zu Williams wechselt. Das tut er nicht", ruft Smedley den Journalisten mit einem Lächeln zu.

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