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Sam Michael: Erstmal Strand, dann vielleicht V8-Supercars?

McLarens Sportlicher Direktor Sam Michael hat nach seinem Abschied aus der Formel 1 zum Ende des Jahres noch keine Langzeitpläne

(Motorsport-Total.com) - Nach 21 Jahren in der Formel 1 und einer Bilderbuchkarriere in der Königsklasse wird Sam Michael, aktuell noch Sportlicher Direktor bei McLaren, sein Amt niederlegen und sich aus dem Motorsportgeschäft erst einmal zurückziehen. Der 43-jährige Australier will dabei zunächst zurück in seine Heimat, wo sich nach einer Erholungsphase mit seiner Familie aber neue Möglichkeiten für ihn bieten könnten.

"Es war eine fantastische Zeit - 21 Jahre mit vier verschiedenen Teams", so Michael bei der offiziellen Pressekonferenz der FIA im Rahmen des Grand Prix von Brasilien. "Ich habe mir das angeschaut und mir gedacht, es wäre an der Zeit, wieder nach Australien zurückzugehen. Ich freue mich darauf, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Der Motorsport ist ja ein sehr egoistisches Geschäft, was das Familienleben angeht. Irgendwann bin ich an den Punkt gekommen, an dem ich dachte: 'Wenn ich meine Kinder jetzt nicht aufwachsen sehe, werde ich nie dazu in der Lage sein'. Das war der Hauptauslöser. Es war eine großartige Reise und das war's."

Michael startete seine Karriere in der Formel 1993 bei Lotus, wo er an der Seite von Peter Collins und Peter Wright für die Datenerfassung und Rennsimulation verantwortlich war. Ein Jahr später erhielt er einen Platz bei Jordan und arbeite unter Gary Anderson als Ingenieur für Ralf Schumacher und Heinz-Harald Frentzen. 2004 trat er die Nachfolge von Patrick Head als Technischer Direktor bei Williams an, bis er 2012 schließlich Sportlicher Direktor bei McLaren wurde.

Gute und schlechte Zeiten

"Ich war in der glücklichen Lage, mit vielen inspirierenden Leuten zusammenarbeiten zu können", erinnert sich Michael. "Man kann sich jede Zeit anschauen und behaupten, wenn man Rennen gewinnt war das fantastisch. Aber es gibt auch viele andere Bereiche und Erfahrungen, wie zum Beispiel als erster im Team mit einer neuen Technologie anzukommen oder Ergebnisse, die man von ganz hinten erzielt hat - wie Alex Wurz, der es 2007 von hinten aufs Podium geschafft hat. Ich erinnere mich auch an Nico Rosbergs erstes Rennen in Bahrain, als er mit einer Runde Rückstand startete und noch Siebter wurde und schnellste Runden fuhr. Solche Momente schweißen ein Team zusammen."

Dabei musste der Ingenieur auch heikle Zeiten durchmachen. Bei Williams stand er dabei genauso in der Kritik, wie auch bei McLaren. Mit der Verantwortung kamen oft auch die Fehltritte und Misserfolge, für die er gerade stehen musste.


Fotos: McLaren, Großer Preis von Brasilien


"Es war eine extrem privilegierte Position, die ich begleiten durfte, und ich habe jeden Moment davon genossen", erklärt Michael. "Es gibt fantastische Menschen in diesem Geschäft und eine Vielfalt an verschiedenen Charakteren. Und das eine, was uns alle zusammenhält, ist, dass wir alle fürs Rennfahren brennen. Es entstehen immer Konflikte und Kämpfe, ob es nun um sportliche oder technische Regelungen geht und wer was oder wer was nicht gesagt hat. Wir sind alle hier, um das Beste für die Formel 1 zu erreichen."

Für die Zukunft hat sich der McLaren-Mitarbeiter noch nicht allzu viel vorgenommen. Zwar wird er schon mit der australischen Tourenwagenserie, den V8-Supercars, in Verbindung gebracht, zunächst stehe allerdings Relaxen an: "Erst einmal will ich zurück nach Australien, mich mit meiner Familie zurückziehen und dann entscheiden, was ich als nächstes tun werde. Seit mein Abschied bekannt geworden ist, haben sich viele interessante und faszinierende Projekte aufgetan, aber momentan will ich noch keine Entscheidungen treffen, sondern lieber zum Beispiel ein paar Tage am Strand verbringen."

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