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Pirelli in Brasilien: Mit den weichen fährt man besser

Nach heftiger Kritik der Fahrer setzt Pirelli in Sao Paulo auf die Kombination Medium und Weich - Einsatz der Regenreifen in Brasilien sehr wahrscheinlich

(Motorsport-Total.com) - Beim Großen Preis von Brasilien in Sao Paulo setzt Pirelli auf die mittleren Reifenmischungen des Sortiments. Bei den Slicks haben die Fahrer die Wahl zwischen dem weiß markierten Medium-Reifen und der gelb markierten weichen Gummimischung. Doch zu dieser Wahl kam Pirelli erst über Umwege. Zunächst war der Einsatz der Mischungen Hart und Medium geplant. Das hatte jedoch bei den Fahrern für Unverständnis und heftige Kritik gesorgt.

Mark Webber

Der Kurs von Sao Paulo verlangt den Reifen allerhand ab Zoom

Zwar hatte Pirelli im Vorjahr auch diese beiden Mischungen eingesetzt, da die Reifen des Jahrgangs 2014 aber insgesamt härter als im Vorjahr sind, fanden viele diese Wahl im wahrsten Sinn des Wortes zu hart. Schließlich schwenkte Pirelli um und ging eine Stufe weicher - sehr zur Freude von Williams-Pilot Felipe Massa. "Ich habe gesagt, dass die zu hart gewählt waren, wenn sie sie jetzt also eine Stufe weicher gewählt haben, ist das in Ordnung", sagt er.

"Vielleicht hätte man sogar noch weicher gehen können, aber es ist ein brandneuer Asphalt, da weiß man das nicht so genau. Auf neuen Oberflächen braucht man normalerweise weichere Reifen. Wir werden sehen, aber ich freue mich, dass sie das geändert haben. Ich freue mich, dass sie eingesehen haben, dass ihre erste Wahl nicht in Ordnung war."

Neben der neuen Asphalt-Oberfläche ist auch das Wetter in Brasilien die große Unbekannte, denn geregnet hat es dort noch fast in jedem Jahr. "In der Vergangenheit haben wir in Interlagos einige Regenrennen gesehen, und es scheint sehr wahrscheinlich, dass dies auch in diesem Jahr der Fall sein könnte", sagt Pirelli-Motorsportschef Paul Hembery. "Zudem hat der brasilianische Grand Prix ohne den Ruf, unberechenbar zu sein, daher können wir uns auf ein weiteres aufregendes Wochenende freuen."


Der Grand Prix von Brasilien aus Reifensicht

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Wie in Austin und auch beim Saisonfinale in Abu Dhabi wird in Sao Paulo gegen den Uhrzeiger sind gefahren. Durch den ständigen Mix aus langsamen und schnellen Kurven sowie der vergleichsweise kurzen Geraden wird der Reifen auf dem Kurs von Interlagos in jeder Beziehung gefordert. "Durch die ständig aufeinander folgenden Kurven wird der Reifen fast durchgängig belastet, zudem sind einige der Kurve sehr schnell", so Hembery.

Zudem sind die Autos dort in der Regel auf hohen Abtrieb abgestimmt, was die Pneus zusätzlich belastet. Für Hembery steht daher fest: "Die Reifen optimal auszunutzen und die richtige Strategie zu wählen, wird im Rennen entscheidend sein." Im vergangenen Jahr siegte Sebastian Vettel mit einer Zweistopp-Strategie. Er startete auf der mittelharten Mischung, blieb beim ersten Boxenstopp nach 24 Runden dabei und wechselte nach 47 Runden auf Hart.