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Eugene Laverty möchte Kawasaki/Ducati-Dominanz beenden

Die WSBK-Rückkehr von Eugene Laverty verlief bisher holprig, doch das Ziel ist nach wie vor der WM-Titel: Findet Aprilia den Anschluss an Kawasaki und Ducati?

(Motorsport-Total.com) - Eugene Laverty kehrte mit großen Zielen in die Superbike-WM zurück. Der Nordire, der mit Aprilia bereits Vizeweltmeister wurde, wollte nach zwei schwierigen Jahren in der MotoGP endlich wieder um Siege kämpfen. Es war auch die Rede vom WM-Titel, doch der bisherige Verlauf der Saison gleicht einer großen Enttäuschung. Die Aprilia RSV4 ist nicht auf dem Niveau von 2013, als Laverty den WM-Titel um 23 Punkte verpasste. Damals gewann der Aprilia-Werkspilot neun Läufe.

Eugene Laverty

WSBK-Rückkehrer Eugene Laverty möchte Aprilia zu alten Erfolgen führen Zoom

Aktuell ist Laverty nur WM-Zehnter. Es gelang bisher noch kein Podium. "Im vergangenen Jahr war ich zu diesem Zeitpunkt WM-Zehnter in der MotoGP. Und das mit einem alten Motorrad. Mein Ziel war es, zu diesem Zeitpunkt bereits Rennen gewinnen zu können", kommentiert Laverty im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

In der vergangenen MotoGP-Saison setzte sich Laverty bei drei Rennen stark in Szene. Mit Platz vier beim chaotischen Argentinien-Grand-Prix war der Nordire derjenige, der für Ducati die Punkte in der Herstellerwertung sicherstellte. Und auch bei den Regenrennen in Holland und Tschechien erzielte Laverty sehr gute Ergebnisse und wurde als Siebter und Sechster gewertet. Doch trotz der Erfolge mit der 2014er-Ducati bekam Laverty für 2017 keine weitere Chance.

Laverty von den Managern falsch eingeschätzt?

Haben die Teammanager sein Talent falsch eingeschätzt? "Ja, aber es gibt viele Fahrer, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Es geht nicht zwingend ums Talent. Es spielen auch andere Dinge eine Rolle", rechnet er mit der MotoGP ab.

Eugene Laverty

Aus bei Aspar-Ducati: Trotz einiger Erfolge bekam Eugene Laverty kein Motorrad Zoom

"In meiner ersten Saison erzielte ich keine guten Ergebnisse. Das Motorrad war schlecht", kommentiert er die Saison 2015 mit der unterlegenen Open-Honda. "Im zweiten Jahr war das Motorrad besser und ich konnte meine Ergebnisse steigern. In der dritten Saison wollte ich ein noch besseres Motorrad, um mich weiter zu entwickeln, doch diese Chance bekam ich nicht. Ich realisierte, dass es besser ist, zurück in die Superbike-WM zu kommen."

Hat Laverty in den beiden MotoGP-Jahren etwas gelernt, das er jetzt in der Superbike-WM anwenden kann? "Die Fahrstile unterscheiden sich deutlich, was vor allem auf die Reifen zurückzuführen ist", erklärt er und geht ins Detail: "Die Pirelli-Reifen unterscheiden sich klar von den Michelin- und Bridgestone-Reifen. Ich fuhr in drei Jahren mit drei verschiedenen Reifenmarken. Dadurch lernte ich sehr viel und entwickelte meinen Fahrstil weiter."


Fotos: Superbike-WM auf dem Lausitzring


"Bisher konnte ich diese Fortschritte in der Superbike-WM noch nicht bestätigen, aber ich denke, ich bin ein besserer Fahrer als vor drei Jahren. Man hört nie auf, Dinge zu lernen. Man muss sich nur Valentino Rossi anschauen. Er ist beinahe 40 Jahre alt und lernt noch immer neue Dinge dazu", so Laverty.

Gelingt Aprilia der Anschluss?

Eugene Laverty

Die Aprilia RSV4 ist neben der BMW S1000RR das älteste Motorrad im Feld Zoom

Das Milwaukee-Aprilia-Team versucht fieberhaft, Laverty und Teamkollege Lorenzo Savadori eine bessere Basis bereitzustellen, um die momentan dominanten Kawasakis und Ducatis einzuholen. "Die restliche Saison ist der Schlüssel für 2018. Wir müssen wenigstens ein Rennen gewinnen und auf dem Podium stehen. Dann kann man im Winter an den Kampf um die WM denken", schildert der erfahrene Motorrad-Profi.

"Wenn man vor dem Ende der Saison keine Rennen gewinnt, dann darf man nicht erwarten, im darauffolgenden Jahr regelmäßig zu gewinnen. Die Superbike-WM ist dafür zu hart umkämpft. Man kann im Winter Fortschritte erzielen, aber man kann nicht beim Saisonauftakt Siege anpeilen, wenn man die Saison auf fünften Plätzen beendet hat", bemerkt Laverty und fordert: "Wir müssen uns verbessern. Und das schnell!"

Zuletzt fehlte Laverty das nötige Glück. Beim Rennwochenende auf dem Lausitzring verhinderte in Lauf eins ein Sensorfehler ein gutes Ergebnis. Im zweiten Rennen stürzte der Aprilia-Pilot. "Ich denke nicht, wir hätten am Lausitzring die Top 3 herausfordern können, doch vierte Plätze waren möglich", kommentiert der 13-fache Laufsieger.