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Warum keine Österreicher mehr in der Formel 1 fahren

Red-Bull-Nachwuchschef Helmut Marko erklärt, wieso Österreich keine Formel-1-Fahrer mehr hervorbringt, während Lauda von Kaiserurenkel Habsburg schwärmt

(Motorsport-Total.com) - Von den 1960er-Jahren bis zu Alex Wurz' Formel-1-Aus bei Williams Ende 2007 gab es abgesehen von einigen kurzen Unterbrechungen stets einen Österreicher in der Formel 1. Danach ist die Serie gerissen, obwohl es mit Red Bull sogar ein österreichisches Team mit einem eigenen Nachwuchsprogramm gibt. Zudem sind bei Mercedes, Red Bull, Toro Rosso und Sauber Österreicher in der Teamführung vertreten.

Gerhard Berger, Helmut Marko, Niki Lauda

Ehemalige Formel-1-Hochkaräter aus Österreich: Lauda, Berger und Marko Zoom

Doch woran liegt es, dass das Land trotz der großen Formel-1-Tradition und einem eigenen Grand Prix keine Piloten für die Königsklasse des Motorsports mehr hervorbringt? Einer, der es wissen muss, ist Red-Bull-Juniorteam-Chef und -Motorsportkonsulent Helmut Marko, der bereits vor seiner Zeit beim österreichischen Energy-Drink-Konzern Talente förderte.

"Wir haben keine Go-Kart-Szene in Österreich", erklärt der Grazer gegenüber 'ServusTV'. "All diese Talente fangen aber mit sechs, acht, zehn Jahren zum Kartfahren an. Das ist wahrscheinlich mit ein Grund. Und wenn dann diese jungen Österreicher in die Formelkategorien kommen, haben sie nicht diesen Background, nicht diese Erfahrung."

Marko: Kein Österreicher hat Podestpotenzial

Dietrich Mateschitz, Helmut Marko

Red-Bull-Nachwuchsprogramm: Marko genießt das Vertrauen von Mateschitz Zoom

Derzeit gäbe es "keinen einzigen, der das Potenzial hat, in einem Grand Prix auf ein Siegerpodest zu fahren". Doch genau das ist der Anspruch von Red Bull. Seit Marko die Strategie des Red-Bull-Programms geändert hat und Red Bull ausschließlich Piloten mit Siegpotenzial fördert, hat sich die Auslese deutlich verbessert: Piloten wie Vettel, Ricciardo oder Verstappen sind der Beweis.

Einen Österreicher in die Formel 1 zu bringen, "wäre nicht so schwierig", meint Marko. Ein Red-Bull-Pilot müsse aber "zumindest im Ansatz das Potenzial haben, im richtigen Auto einen Grand Prix zu gewinnen. Nur dabei zu sein, ist uns zu wenig."

Marko vermisst "unbedingten Willen" bei Austro-Nachwuchs

In der Vergangenheit war die hohe Qualität österreichischer Fahrer vor allem auf "Einzelpersönlichkeiten, die den unbedingten Willen hatten, in die Formel 1 zu kommen", zurückzuführen, glaubt Marko. Als Beispiele nennt er Gerhard Berger, der einst von Marko unterstützt wurde, und seinen ehemaligen Schulfreund Jochen Rindt, der 1970 posthum Weltmeister wurde.


Inside GP Österreich: Helmut Marko im Porträt

Er ist der Talentschmied und Lenker im Hintergrund: Red-Bull-Berater Helmut Marko. Der Grazer verhalf schon so manchem Talent zu großem Erfolg Weitere Formel-1-Videos

Genau diese Willenskraft vermisst aber Marko oft bei den heutigen österreichischen Talenten: "Und ohne diesen Willen geht es nicht, im Spitzensport ganz nach vorne zu kommen." Das bislang letzte österreichische Talent, das auf dem Weg in die Formel 1 scheiterte, ist Bergers Neffe Lucas Auer. Der 21-Jährige war auf dem Radar Red Bulls, wurde aber für nicht gut genug befunden. Nach sehr schwankenden Leistungen gewann er kürzlich im DTM-Mercedes sein erstes Rennen.

Lauda von Formel-Renault-Pilot Habsburg beeindruckt

Ferdinand Habsburg

Formel-1-Renault-Pilot Ferdinand Habsburg (li.) jubelte in Monaco über Platz zwei Zoom

Österreichs bislang erfolgreichster Formel-1-Pilot Niki Lauda hat derweil einen anderen jungen Landsmann auf dem Radar: Ferdinand Habsburg, Urenkel des letzten Kaisers von Österreich. Der 19-Jährige wird von Ex-Formel-1-Fahrer Wurz gefördert und bestach in Monaco im Rahmenprogramm des Grand Prix überraschend mit der Pole-Position in der Formel Renault. Wegen einer Strafe durfte er nur als Dritter starten, kämpfte sich aber mit einem starken Überholmanöver im Regen auf Platz zwei nach vorne.

Was er da aufgeführt hat, da war ich schon beeindruckt", zieht ein "faszinierter" Lauda bei 'ServusTV' den Hut. Der Wiener kennt die ehemalige Kaiserfamilie schon lange und hat somit den Werdegang des Youngsters mitverfolgt. "Ich bin einmal im gleichen Flieger mit ihm zurückgeflogen, aus Spanien", erinnert sich Lauda. "Damals war er sehr interessiert, wie jeder junge Mann ist."

Bis zur Formel 1 ist es laut dem Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzenden aber noch ein weiter weg: "Bevor du in die Formel 1 kommst, musst du dich in zwei, drei Formeln davor richtig beweisen. Sonst macht es gar keinen Sinn, in die Formel 1 zu gehen, denn dann kommst du nicht weiter."

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