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Toto Wolff: Antriebsregel "schon ein bisschen lächerlich"

60 Startplätze zurückversetzt in nur einem Rennen: Die Gridstrafen für Lewis Hamilton und Fernando Alonso sorgen für Kritik - Teamchefs fordern Trendwende

(Motorsport-Total.com) - Während der teaminterne Kampf von Mercedes um die Pole-Position beim Großen Preis von Belgien 2016 ausblieb, kam es am Ende des Feldes zu einem anderen kuriosen Wettstreit. Nachdem bereits früh klar war, dass Weltmeister Lewis Hamilton wegen des Tauschs diverse Antriebskomponenten eine Gridstrafe von 55 Startplätzen erhalten würde, übertrumpfte ihn McLaren-Fahrer Fernando Alonso in diesem Punkt sogar noch.

Fernando Alonso, Lewis Hamilton

Fernando Alonso und Lewis Hamilton starten in Spa 2016 von ganz hinten Zoom

Auch der Spanier reiste mit einigen neuen Teilen an und tauschte nach dem Qualifying noch einmal den Motor. Mittlerweile beläuft sich seine Gesamtstrafe für das Rennen in Spa auf 60 Plätze, die er allein am aktuellen Wochenende absitzen muss. Er und Hamilton machen sich damit ein Schlupfloch im Formel-1-Reglement zunutze. Denn seit 2015 werden Startplatzstrafen nicht mehr ins nächste Rennen mitgenommen.

Dass sich die Härte der Strafe damit verwirkt und die Motorenregel ein Stück weit obsolet macht, liegt auf der Hand und sorgt bei Beobachtern wie Beteiligten gleichermaßen für Verärgerung. "Im vergangenen Jahr hatten wir ein Rennen, da hat Jenson [Button, Anm. d. R.] 52 Strafplätze erhalten und es war einfach lächerlich", erinnert sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Lewis Hamilton wünscht sich alte Formel 1 zurück

"Wir haben eine Regelung vorgeschlagen, die es verbietet, Motoren auf Vorrat zu halten. Wenn du mehr als eine Einheit pro Rennwochenende brauchst..., das sollte nicht passieren", findet er. Doch der Vorschlag sei abgelehnt worden, mittlerweile horte man sogar noch mehr Motoren. Seine Kritik fällt daher deutlich aus: "Das System ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Es klingt ein schon bisschen lächerlich."

Für Wolff steht deshalb fest: Das Schlupfloch muss weg. Sein Schützling Hamilton setzt noch einen Schritt vorher an und stellt die aktuelle Technik der Formel-1-Boliden zur Disposition. "Die Tatsache, dass wir sechs Komponenten in einer Antriebseinheit haben, ist nicht wirklich toll", sagt er - insbesondere für die Zuschauer. "Die Leute, die zuschauen, interessiert das nicht. Für sie ist es viel zu technisch, viel zu kompliziert."


Großer Preis von Belgien

Der Großteil des Formel-1-Publikums wisse wahrscheinlich noch nicht einmal, was eine MGU-H ist. "Und dann klingt sie noch nicht einmal gut", kritisiert der Mercedes-Pilot den Sound, über den seit Einführung der Hybrid-Antriebe gestritten wird. Hamilton gibt zu: "Ich schaue mir online immer wieder alte Rennen an und sie klingen großartig. Ich vermisse das und hoffe, dass wir eines Tages dahin zurückkehren und es einfacher machen."

Eric Boullier: Hybrid-Technologie zu teuer

Einfacher und vor allem billiger - das soll die Königsklasse schon lange werden. Doch McLaren-Teamchef Eric Boullier weiß: "Jedes Mal, wenn wir versuchen, Geld zu sparen, geben wir mehr aus. Die Logik hat sich umgekehrt." Er befindet es zwar für richtig, die Anzahl der erlaubten Motoren zu begrenzen, weil das vor allem Kundenteams animiere, hauszuhalten und Geld zu sparen.


McLaren: Eric Boullier zieht Zwischenbilanz

Nach einem durchwachsenen Start in die Formel 1 2016 konnte sich McLaren zuletzt stetig steigern. So schätzt Eric Boullier die erste Saisonhälfte ein. Weitere Formel-1-Videos

"Aber es ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man die Regeländerungen von 2014 betrachtet und sieht, wie viel Kosten die Hybrid-Technologie tatsächlich verursacht hat", erklärt Boullier. Für eine Rückwärtsrolle ist es aus seiner Sicht nie zu spät: "Man kann es nicht jedem recht machen. Sicher waren nicht alle Entscheidungen gut. Deshalb ist es manchmal vielleicht gerade richtig, falsche Entscheidungen zurückzunehmen."

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