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Sondergenehmigung: Force India darf als neues Team starten

Das Stroll-Team darf laut FIA in Belgien als "Racing Point Force India" teilnehmen, doch die Preisgeldansprüche sind futsch - McLaren offenbar der Quertreiber

(Motorsport-Total.com) - Die FIA erlaubt der Force-India-Mannschaft nach der Übernahme durch ein Konsortium um Lawrence Stroll den Start beim Belgien-Grand-Prix (Formel 1 2018 live im Ticker!). Wie der Automobil-Weltverband am Donnerstagnachmittag in einem offiziellen Kommuniqué erklärt, dürfe sich die Mannschaft auf Grundlage der Artikel 8.1 und 8.2 des Sportlichen Reglements neu einschreiben.

Force-India-Mechaniker in der Box

Die Force-India-Mechaniker dürfen für den Belgien-Grand-Prix zusammenschrauben Zoom

Heißt: Force India erhält die Erlaubnis, ab Spa-Francorchamps unter dem offiziellen Namen "Racing Point Force India" teilzunehmen, obwohl die Investoren nicht die Rechtsnachfolge der Vorbesitzer antreten. In diesem Fall sind sämtliche Preisgeld-Ansprüche obsolet.

Liberty Media und die neuen Eigentümer haben es nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' nicht geschafft, alle Konkurrenten davon zu überzeugen, dass das Team die Preisgeldansprüche von Force India übernehmen darf. Zumindest McLaren soll sich dagegen ausgesprochen haben - nicht zwingend nur, weil das Force-India-Geld so unter den anderen Teams aufgeteilt wird, sondern auch, um ein Zeichen gegen B-Teams zu setzen, die politisch der verlängerte Arm ihrer Werksteams sind (in diesem Fall Mercedes).

Force India verliert nicht nur die fortlaufend ausgezahlten Prämien aus der Vorsaison, sondern bekommt auch alle 2018 erzielten WM-Punkte gestrichen. Ergo schmälert sich auch das für 2019 bestimmte leistungsabhängige Preisgeld (Säule 2). Stroll und Co. kommen dazu die Garantiesummen aus Säule 1 komplett abhanden (28 Millionen Euro).


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Die von der FIA zitierten Artikel untermauern die Entscheidung: Sie drehen sich um die Teilnahmebestimmungen und Ausnahmen. So heißt es, dass ein Rennstall zwischen dem 21. Oktober und 1. November für das Folgejahr melden müsste. "Anträge, die später eingereicht werden, werden nur in Erwägung gezogen, wenn Startplätze frei sind und eine von der FIA festgesetzte Gebühr für eine verspätete Einschreibung gezahlt wird", heißt es. Ob eine Summe fällig wird und in welcher Höhe, bleibt unklar.

Da Force India die in Artikel 8.2 genannten Kriterien für einen Startplatz (unter anderem über einen Teamnamen, Autos, Motoren, zwei Fahrer und die Absicht, an allen noch ausstehenden Grands Prix teilzunehmen verfügt) erfüllt, spricht aus sportlicher Sicht nichts gegen die Sondergenehmigung.

Der bisherige Betriebsdirektor Otmar Szafnauer wird nach dem Ausscheiden Robert Fernleys als Teamchef von "Racing Point Force India" agieren. Für alle Beteiligten bedeutet die Entscheidung eine Erleichterung, weil die Teilnahme in Belgien am seidenen Faden hing. Von den Trucks wurden bereits die Namensschriftzüge abgekratzt.

FIA-Präsident Jean Todt spricht von einer "guten und positiven Lösung". Er glaubt an die finanzielle Stabilität des Teams und eine gesicherte Zukunft für die Mitarbeiter. Auch Formel-1-Boss Chase Carey begrüßt die Einigung und zeigt sich froh, weiter 20 Autos im Teilnehmerfeld zu haben. Neo-Teamchef Szafnauer sieht ein "neues Kapitel" aufgeschlagen und meint: "Das Investoren-Konsortium um Lawrence Stroll glaubt an uns als Team, an unsere Expertise und unser Potenzial, auf der Strecke Erfolge zu feiern. Wir sind der FIA, dem Insolvenzverwalter und der Formel 1 dankbar."

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