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Force India: Rechtliche Komplikationen erschweren Rettung

Das Force-India-Team schien vermeintlich schon gerettet, doch vor dem Grand Prix von Belgien tauchen neue Stolpersteine am Horizont auf

(Motorsport-Total.com) - Das von Lawrence Stroll vermeintlich aus der Insolvenz gerettete Force-India-Team blickt weiterhin einer ungewissen Zukunft entgegen. Hintergrund sind laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' bürokratische Komplikationen in Zusammenhang mit der Übernahme.

Lawrence Stroll

Lawrence Stroll hatte sich den Einstieg bei Force India einfacher vorgestellt Zoom

Denn zwar wurde der Einstieg des Stroll-Konsortiums vom Insolvenzverwalter akzeptiert, doch der Insolvenzverwalter trifft in solchen Fällen nicht die finale Entscheidung, sondern kann nur Empfehlungen abgeben. Das letzte Wort - in der Regel reine Formsache - hat der Richter am High Court in London.

Erschwert wird dieser Prozess im Falle von Force India durch die Tatsache, dass zwei der drei bisherigen Teameigentümer, Vijay Mallya und Subrata Roy, im Clinch mit den indischen Behörden stecken. Deswegen müssen einer etwaigen Übernahme des Teams auch 13 indische Banken zustimmen, bei denen Mallya und Roy Schulden haben.

Das sei aber laut Angaben von Quellen nicht fristgerecht passiert. Was wiederum dazu führt, dass das Stroll-Konsortium für angeblich mehr als 130 Millionen Euro zwar alle Vermögenswerte wie die Autos, das Grundstück, die Fabrik und so weiter erworben hat, die Firma aber nicht als direkter Rechtsnachfolger weiterführen darf.

Nur als direkter Rechtsnachfolger würde Stroll den sogenannten Entry (Startplatz) von Force India behalten. Also müssten die neuen Eigentümer, so wird vermutet, Stand heute einen neuen Entry beantragen und unter diesem in der Formel 1 an den Start gehen. Sofern die anderen Teams einem Entry mitten in der Saison überhaupt zustimmen. In der Sache sind außerdem Liberty Media und die FIA am Zug.

Mit einem neuen Entry würde Stroll aber de facto als neues Team behandelt werden und damit die Preisgeld-Ansprüche des bisherigen Force-India-Teams verlieren. Ebenso wie alle WM-Punkte, die das Team bisher in der Saison 2018 gesammelt hat.

Dazu muss man wissen: Die Einnahmen der Formel 1 werden nach Säulen verteilt. Säule-2-Gelder werden auf Basis der Konstrukteurs-WM-Platzierung des vorangegangenen Jahres ausgeschüttet. Säule 1 steht aber nur Teams zu, die in den vergangenen drei Jahren mindestens zweimal in den Top 10 der Konstrukteurs-WM gelandet sind.

2018 macht Säule 1 zum Beispiel 28 Millionen Euro pro Team aus. Das 2016 in die Formel 1 eingestiegene Haas-Team zum Beispiel erhält 2018 zum ersten Mal die Säule-1-Gelder.


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Die Ironie an der Geschichte: Hätte Stroll einfach Mallyas ursprüngliches Angebot akzeptiert, noch bevor sich der Insolvenzverwalter eingeschaltet hat, hätte er laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' Force India unterm Strich kostengünstiger übernehmen können. Denn der Verlust der FOM-Einnahmen wiegt weit schwerer als der niedrigere Kaufpreis.

Stimmen alle Teams dem Rettungsplan zu, könnte Force India schon in Monza unter neuem Namen und mit neuen Fahrern an den Start gehen. Lance Stroll würde dann möglicherweise Esteban Ocons Platz an der Seite von Sergio Perez einnehmen, und bei Williams würde man wohl Robert Kubica ein Grand-Prix-Comeback ermöglichen.

In einer parallel zu all dem laufenden Entwicklung rund um Force India versucht das Konsortium rund um den russischen Unternehmer Dimitri Masepin und seine Firma Uralkali weiterhin, den Insolvenzprozess und die damit einhergehende Übergabe an das Stroll-Konsortium zu verhindern, um selbst in die Formel 1 einsteigen zu können.

Masepin vertritt die Ansicht, dass es im Insolvenzprozess Unregelmäßigkeiten gegeben hat und sein Angebot nicht fair bewertet wurde. Der Insolvenzverwalter FRP Advisory weist dies zurück und betont, dass alle Bieter die gleichen Chancen hatten und unter gleichen Voraussetzungen bewertet wurden.

Nun soll sich, so hört man, der High Court in London mit der Masepin-Beschwerde auseinandersetzen.

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