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  • 20.09.2023 11:55

  • von Ruben Zimmermann, Co-Autoren: Adam Cooper, Jonathan Noble

Singapur: Hätte Max Verstappen ohne Safety-Car-Pech noch gewinnen können?

Christian Horner und Max Verstappen glauben, dass Red Bull in Singapur unter Wert geschlagen wurde - Was wäre mit etwas mehr Safety-Car-Glück möglich gewesen?

(Motorsport-Total.com) - Nach 15 Red-Bull-Triumphen in Serie gab es am vergangenen Wochenende in Singapur mit Ferrari erstmals seit dem Brasilien-Grand-Prix im November 2022 wieder einen anderen Sieger in der Formel 1. Max Verstappen und Sergio Perez landeten am Ende nur auf P5 und P8.

Titel-Bild zur News: Carlos Sainz beim Formel-1-Rennen in Singapur 2023 hinter dem Safety-Car

Das Safety-Car kam für Max Verstappen genau zum falschen Zeitpunkt Zoom

Von außen betrachtet sieht dieses Ergebnis sogar nach einer ordentlichen Schadensbegrenzung aus, denn am Samstag hatten beiden Piloten im Qualifying den Einzug in Q3 verpasst. Bei Red Bull selbst glaubt man allerdings: Es wäre noch mehr möglich gewesen.

"Das Safety-Car hat es uns komplett vermasselt", ärgert sich Teamchef Christian Horner. Denn während die meisten Piloten auf den Medium-Reifen ins Rennen gegangen waren, setzten Verstappen und Perez beim Start auf die harten Pneus, um einen längeren ersten Stint fahren zu können.

"Wir sind ein strategisches Risiko eingegangen", erklärt Horner und betont, dass man "später im Rennen" ein Safety-Car gebraucht hätte. Doch stattdessen war der Safety-Car-Zeitpunkt in Runde 20 "wahrscheinlich strategisch die schlechtmöglichste Runde für die Strategie, die wir hatten."

Safety-Car das "Worst-Case-Szenario" für Verstappen

Horner erklärt das damit, "weil dadurch die führenden Autos und die Autos vor uns einen freien Stopp bekamen." Während die Soft- und Medium-Starter die Safety-Car-Phase zum Wechsel auf die harten Reifen nutzen konnten, wäre ein Wechsel bei Red Bull zu diesem Zeitpunkt zu früh gewesen.

"Ich dachte nur: Scheiße", verrät auch Verstappen selbst und erklärt, dass Runde 20 aus Red-Bull-Sicht "exakt der falsche Moment" für ein Safety-Car gewesen sei. "Das war vielleicht auch das Worst-Case-Szenario", erklärt der Weltmeister.

Seine Vermutung: "Ich glaube, wenn die Safety-Cars ein bisschen mehr zu unseren Gunsten ausgefallen wären, hätte ich mit den Jungs [an der Spitze] kämpfen können." Denn zwar wurde Verstappen durch das Safety-Car zunächst auf Platz zwei nach vorne gespült.


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Doch Horner erklärt: "Wir mussten den Restart mit Reifen machen, die sehr schwer wieder aufzuwärmen sind und schon mehr als 20 Runden drauf hatten." So war Verstappen chancenlos gegen die Gegner auf frischen Pneus und musste zudem ja selbst auch noch an die Box kommen.

Man habe dann "unter normalen Rennbedingungen stoppen müssen", erinnert Horner, was einen weiteren Zeitverlust gegenüber der Spitze bedeutete. Als Verstappen nach 40 Runden auf die Mediums wechselte, fand er sich nach seinem Stopp zunächst auf Platz 15 wieder.

Wie Sainz Verstappen fast wieder "ins Spiel" brachte

Der Rückstand auf Carlos Sainz an der Spitze betrug da mehr als 45 Sekunden. Im Ziel lag er dann später allerdings nur noch 21 Sekunden hinter dem Spanier, konnte den Rückstand also mehr als halbieren. Zudem kam er unmittelbar hinter Charles Leclerc im zweiten Ferrari ins Ziel.

Horner betont daher, "besonders" im letzten Stint sei die Pace "sehr, sehr stark" gewesen. Und auch Verstappen selbst erklärt, die Probleme aus dem Qualifying hätten zwar auch am Sonntag noch immer eine Rolle gespielt, "aber in einem geringeren Ausmaß".

"Normalerweise ist unser Auto besser im Rennen", erinnert der Niederländer, und das sei auch in Singapur wieder der Fall gewesen. "Besonders auf dem Medium hatten wir am Ende eine gute Pace", sagt auch er und erklärt, mit seinem letzten Stint "ziemlich happy" zu sein.


Fotostrecke: Singapur: Die Fahrernoten der Redaktion

Doch was wäre für den Weltmeister mit einem anderen Rennverlauf möglich gewesen? Teamchef Horner erklärt, die Simulationen vor dem Rennen hätten "ungefähr P7" als Endergebnis für Verstappen ausgespuckt, wenn der Grand Prix normal verlaufen wäre.

Allerdings bremste Sainz das Feld an der Spitze fast das gesamte Rennen über ein. Und wegen dieses Umstands "wäre Max mit der Pace, die er am Ende des Rennens hatte, definitiv ins Spiel gekommen", glaubt Horner. Doch dafür hätte es eben mehr Glück mit dem Safety-Car gebraucht.

Warum Horner keine Angst vor Suzuka hat

Im Hinblick auf die Probleme aus dem Qualifying habe man derweil schon eine "viel klarere Idee", woran es gelegen habe, so Horner, der erklärt, dass es "primär ein Problem mit dem Set-up" gewesen sei. Er betont: "Ich denke, wir haben ein viel klareres Bild davon, was wir anders machen würden."

Er geht daher nicht davon aus, dass Singapur der Beginn eines Negativtrends war. Horner erinnert: "Suzuka ist ein völlig anderes Layout, eine völlig andere Art von Strecke. Deshalb hoffen wir, dass wir nächstes Wochenende in Japan konkurrenzfähig sein können."

"Warten wir erst einmal ab, ob [unsere Performance in Singapur] streckenspezifisch ist", so Horner, der zunächst die Ruhe bewahren will. Man müsse die Situation womöglich neu bewerten, "wenn Ferrari in Japan plötzlich Erster und Zweiter ist", erklärt der Teamchef.


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Doch die anderen Teams hätten in dieser Saison bislang teil große Formschwankungen gehabt. "Die eine Konstante waren wir", erinnert Horner. In Singapur war das nun erstmals nicht der Fall, wobei es laut Horner im Rennen ja auch schon wieder deutlich besser als im Qualifying lief.

Und hätte man etwas mehr Glück mit dem Safety-Car gehabt, hätte man womöglich schon am Sonntag wieder ganz vorne mitkämpfen können.

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