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Red Bull warnt: Ausstieg ist ein realistisches Szenario

Findet Christian Horner keinen Antriebspartner für das Team, geht es in der Formel 1 definitiv nicht weiter - Notfalls auch auf Kosten einer Konventionalstrafe

(Motorsport-Total.com) - Nach Zeiten der Dominanz innerhalb der vergangenen Jahre ist eine Formel 1 ohne Red Bull kaum noch denkbar. Infolge der Renault-Misere müssen sich die Fans jedoch langsam aber sicher mit dem Gedanken anfreunden, dass die Königsklasse schon demnächst auf den Brauseriesen verzichten muss. Teamchef Christian Horner macht klar, dass er keine leeren Drohungen für das Szenario, dass es keinen neuen Antriebsdeal gibt, ausspricht: "Wenn es nicht der Fall ist, könnte es ernst werden", warnt er.

Christian Horner

Christian Horner hat wohl schon um einiges besser geschlafen als in diesen Tagen Zoom

Offenbar kommt die Intention, der Königsklasse den Rücken zu kehren, von höchster Stelle. In der Sache äußerte sich zuletzt der Red-Bull-Patron persönlich: "Dietrich Mateschitz spricht nicht sehr oft. Aber wenn er es tut, dann sollte man ihm zuhören", unterstreicht Horner und skizziert, dass er selbst derjenige ist, der den Boss umzustimmen versucht. "Er scheint desillusioniert von der Formel 1. Mit seinen Aussagen ist er standhaft und mein Job besteht darin, eine Lösung zu finden", meint der Brite.

Seine Begeisterung für Motorsport ist dann nicht mehr relevant, wenn es um das Geschäftsmodell des Konzerns geht. Der Getränkehersteller will seine Produkte auf der Rennstrecke bestmöglich bewerben und sein Firmenimage aufpolieren - und nicht wie die Konkurrenz mit der Formel 1 an sich Geld verdienen oder das Erbe seiner Gründer antreten. "Red Bulls Position ist eine andere als die von McLaren, Williams oder Ferrari. Die Formel 1 muss Gegenwert im Marketing bieten", so Horner.


Fotos: Red Bull, Großer Preis von Japan


Mögliche Hürde auf dem Weg zu einem Ausstieg sind die kommerziellen Rahmenverträge der Formel 1, die Red Bull bis mindestens 2020 an die Königsklasse und ihre Macher binden. Horner jedoch glaubt, dass sich darüber verhandeln ließe: "Wie Bernie Ecclestone es ausdrücken würde: Die Umstände haben sich geändert. Sie sind andere als zu dem Zeitpunkt, an dem wir uns geeinigt haben", spielt er auf die Novelle mit der Einführung von V6-Turbo-Hybridantrieben statt reiner V8-Saugmotoren an.

Horner fühlt sich dem Ziel verpflichtet, für Red Bull eine Lösung zu finden, um dem Team eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. Dabei stünde die Suche nach einem Antriebspartner an erster Stelle: "Wir geben alles, damit wir bis 2020 dabei sind - hoffentlich auch darüber hinaus", betont er. "Es gibt mit Renault positive Gespräche hinter den Kulissen. Die Positionen und das Ziel, welches wir erreichen wollen, sind klar und wir sollten die Sache in den kommenden Tagen abschließen." Gemeint eine Auflösung des noch eine weitere Saison laufenden Zuliefererdeals. Dann wäre der Weg frei für Ferrari-Antriebe.

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