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Mercedes "zurück": Kleines Comeback im Regen von Suzuka

Im Freien Training von Suzuka meldet sich Mercedes im Vorderfeld der Formel 1 zurück, doch durch die nassen Bedingungen ist die Aussagekraft nur begrenzt

(Motorsport-Total.com) - "Wir sind zurück", sagt Toto Wolff mit einem Lächeln. Nach dem überraschend schwachen Auftritt in Singapur fand Mercedes heute mit den Plätzen zwei und drei wieder in die Spur zurück. "Aber es ist nass, also sind wir zurück im Nassen", fügt der Motorsportchef an. Denn im Freien Training von Suzuka war an ein normales Training nicht zu denken: Der Regen hinderte die Formel-1-Teams an einer sauberen Arbeit.

Nico Rosberg

Im Regen von Suzuka meldeten sich die Silberpfeile im Vorderfeld zurück Zoom

Dementsprechend wenig aussagekräftig sind die Ergebnisse heute zu genießen. "Ich habe überhaupt keinen Plan. Es war einfach rutschig, nass, es gab Aquaplaning - es waren nicht gerade die aufregendsten Bedingungen", zuckt Weltmeister Lewis Hamilton mit den Schultern und sagt, dass er heute bei diesen Bedingungen nicht viel erfahren konnte. "Wir haben einfach Startübungen gemacht und sind ein paar Runden gefahren, aber ansonsten gab es nicht viel zu lernen", sagt er.

"Heute wollten wir nicht zu viele Risiken eingehen. Es bringt nichts, das Auto oder das Getriebe zu beschädigen", so der Brite weiter. Anders sieht die Meinung bei Teamkollege Nico Rosberg aus, der schon findet, dass man aus den heutigen Zeiten etwas ablesen kann. "Die Zeiten sind schon repräsentativ", meint der Deutsche, muss aber gleich relativieren: "Im Moment sind wir vor Ferrari, aber im Nassen ist es eine andere Welt. Mal schauen, wie es im Trockenen ist."

Auto fühlt sich gut an

Zumindest habe sich sein Auto gut angefühlt, was schon einmal eine gute Voraussetzung für den weiteren Wochenendverlauf ist. "Die Pace war ebenfalls gut. Das ist schön", so Rosberg. Zudem hat der Wiesbadener sein Freitagsziel erreichen können: den neuen Motor aus Monza zu testen. Dieser hatte schon im dritten Training einen Schaden erlitten und wurde vorerst aussortiert, doch bislang erwies er sich in Japan als einsatzfähig. Rosberg: "Das ist ein positiver Start."

Zu was es in Japan für die Silberpfeile reichen wird, werden die nächsten Tage zeigen. Im Lager von Mercedes ist man sich allerdings sicher, dass Singapur zuletzt nur ein Ausrutscher war. "Wir waren immer schnell und waren immer da. Ich bin nicht besorgt", unterstreicht Motorsportchef Wolff, doch Technikchef Paddy Lowe tritt auf die Euphoriebremse: "Wir sehen es nicht als selbstverständlich an, dass wir stark sein werden. Aber wir geben unser Bestes."

Der Brite sagt, dass man den Grand Prix vergangene Woche nicht so einfach auf die leichte Schulter nehmen darf. Die Pace von Mercedes war nämlich echt. Er ist der Überzeugung: "Selbst wenn wir in Singapur alles richtig gemacht hätten, heißt das nicht, dass wir auch vorne gewesen wären. Wir haben ein paar starke Gegner mit starken Paketen", so Lowe.

Mercedes vor Suzuka unbesorgt

"Es gab Dinge, die wir für diesen Kurs, der doch etwas unüblich ist, nicht optimiert haben. Schon im vergangenen Jahr war es im Qualifying unsere schlechteste Strecke. Wir haben ein paar Lektionen gelernt, müssen aber weiter lernen. Aber unser Fokus liegt auf diesem Rennen." In Japan sollte Mercedes hingegen ein besseres Wochenende erleben dürfen, weil der Kurs dem F1 W06 deutlich besser liegt.


Fotos: Mercedes, Großer Preis von Japan, Freitag


Das meint auch Nico Rosberg, der unbesorgt bleibt: "Wir sind zuversichtlich, weil es das gleiche Auto ist, das bis Singapur all diese Rennen gewonnen hat", betont er. "Wir denken immer noch, dass wir schnell sind. Wir geraten noch nicht in Panik." Doch durch den Regen ist in Suzuka alles noch einmal spezieller geworden, weil 100-prozentig schlau wohl niemand sein dürfte. Das könnte für Samstag Spannung versprechen: "Morgen wird es eine Herausforderung, weil wir alle im Trockenen nur eine Stunde haben", so Rosberg.

Doch noch weiß auch er nicht, ob der Regen die Formel 1 morgen verschonen wird. Teamkollege Lewis Hamilton hofft das zumindest - vor allem für die japanischen Fans: "Es kamen so viele Leute heute, aber sie mussten im Regen sitzen und haben nicht viele Autos gesehen - für sie war es langweilig", ärgert sich der Brite für die Zuseher an der Strecke. Doch morgen ist ein neuer Tag, vielleicht ist Mercedes dann auch im Trockenen "zurück".