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Red-Bull-Ausstieg zum Saisonende? Fahrer (noch) entspannt

Daniel Ricciardo sieht die Gerüchte um die Formel-1-Zukunft von Red Bull gelassen - Daniil Kwjat hat sein Schicksal nicht in der Hand und denkt nur an die Gegenwart

(Motorsport-Total.com) - Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz sprach in diesen Tagen von einer "hoffnungslosen Situation" und meinte damit die Suche nach einem Nachfolger für den zum Jahresende neue Wege gehenden Motorenpartner Renault. So schließt Mateschitz angesichts der Unzufriedenheit über die aktuelle Lage auch einen Rückzug beider Teams (Red Bull und Toro Rosso) aus der Formel 1 nicht aus.

Logo Red Bull

Red Bull vor Abschied aus der Formel 1? Daniel Ricciardo glaubt nicht dran Zoom

Die aktuellen Fahrer im A-Team aus Milton Keynes, das in den Jahren 2010 bis 2013 viermal in Folge beide WM-Titel gewann, geben sich nach außen hin entspannt. "Ich bin zu jung, um ein Jahr Auszeit zu nehmen", grinst Daniel Ricciardo in Anspielung auf die Aussagen von "Oberbulle" Mateschitz und macht deutlich, dass er nicht mit einem Ausstieg rechnet: "Im Moment mache ich mir keine Sorgen. Vielmehr bin ich gespannt, was passiert. Es ist ja gerade mal September, aber klar, je früher wir etwas verkünden können, desto besser."

"Im Moment ist es noch früh und bin zuversichtlich, dass wir das bekommen, was wir haben wollen", spricht Ricciardo einen neuen Motorendeal für Red Bull an, ohne dabei konkrete Namen von Herstellern zu nennen. "Ich bin gespannt, aber ich habe Zuversicht in sie", spielt der Australier die Karte den Red-Bull-Oberhäüptern Mateschitz, Christian Horner und Helmut Marko zu. Eng werde es nach Ansicht Ricciardos erst dann, wenn im November/Dezember noch immer keine Entscheidung gefallen ist.

Muss Kwjat um Verbleib im Team bangen?

Max Verstappen, Daniil Kwjat, Justin Wilson

Max Verstappen wird als möglicher Nachfolger von Daniil Kwjat gehandelt Zoom

Daniil Kwjat sieht die Sache ähnlich entspannt wie Ricciardo und will sich von den Ausstiegsgerüchten nicht ablenken lassen. Sorgen um sein Cockpit macht sich der Russe (noch) nicht, wenngleich Teamchef Horner ungeachtet der Aussagen von Mateschitz bereits einen Aufstieg von Max Verstappen von Red Bulls B-Team Toro Rosso ins A-Team angedeutet hat.

"Ich mache einfach meinen Job und denke an das Hier und Jetzt. Wenn ich anfange, mir Gedanken über die Zukunft zu machen, bringt mich das nicht weiter", meint Kwjat und will sich mit starken Leistungen für einen Verbleib im Team empfehlen: "In jedem Rennen das Bestmögliche herauszuholen, hilft sicherlich. Alles weitere entscheiden andere Leute im Team. Diese Entscheidung liegt aber nicht in meinen Händen und deshalb denke ich auch nicht groß darüber nach."

"Red Bull und ich, wir arbeiten schon lange zusammen. Es scheint ganz klar so zu sein, dass sich andere Leute mehr Sorgen machen als ich selbst. Es wird schon alles gut ausgehen", glaubt Kwjat. Falls nicht, und er seinen Platz in Milton Keynes doch räumen muss, wäre der Russe freilich nicht der erste Red-Bull-Junior, der plötzlich ohne Stammcockpit in der Formel 1 dasteht. Sebastien Buemi, Jaime Alguersuari und Jean-Eric Vergne können ein Lied davon singen.


Fotostrecke: Red-Bull-Junioren in der Formel 1

"Mein Traum ist es natürlich, eines Tages mit Red Bull zu gewinnen. Deshalb ist ja nur normal, dass ich bleiben möchte. Wenn man mich fragt, wie ich entscheiden würde, dann würde ich bleiben. Ich bin aber nicht derjenige, den man dazu befragen sollte. Warten wir einfach mal ab, was passiert. Ich glaube, dass alles gut ausgehen wird. Es geht jetzt nur darum, sich die Zeit für die richtigen Entscheidungen zu nehmen", sagt Kwjat und meint damit sowohl seinen eigenen Vertrag als auch den Motorenvertrag des Teams.

"Wir warten, bis die Dinge geregelt sind. Basierend darauf werden die weiteren Entscheidungen getroffen - eine nach der anderen. Meine Zukunft ist zunächst einmal der Freitag, Samstag und Sonntag hier in Suzuka. Was danach passiert, kümmert mich nicht, so Kwjat abschließend.