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Pirelli träumt: Hamilton und Vettel als Testfahrer

Gefühl wichtiger als Telemetrie-Daten: Der Reifenhersteller will den Entwicklungsplan für die breiteren 2017er-Pneus am liebsten nur mit Top-Piloten durchziehen

(Motorsport-Total.com) - Mit dem modifizierten 2014er-Mercedes F1 W05 startete Pirelli am Dienstag in Silverstone seine Testfahrten für die Entwicklung der Reifen für die Formel-1-Saison 2017. Manor-Pilot und Mercedes-Testfahrer Pascal Wehrlein saß am Steuer und spulte bis zum Abend 48 Runden ab (zum Test-Überblick vom Dienstag). Wie berichtet, dürfen sich die Formel-1-Fans in der kommenden Saison auf völlig neue Walzen freuen: Die 13-Zöller mit den neuen Dimensionen 305 Millimeter Breite an der Front und 405 Millimeter an der Hinterachse werden deutlich breiter als bisher.

Pirelli

Die Formel-1-Fans dürfen sich 2017 auf deutlich breitere Walzen freuen Zoom

Auf dem Weg zu den neuen Breitwalzen hat Pirelli aber noch ein wahres Mammutprogramm zu bewältigen. Die Tests in Silverstone in dieser Woche sind nur der Auftakt: Hier werden noch Interims-Reifen mit den bislang üblichen Maßen gefahren, lediglich die Mischung deutet bereits auf die kommende Saison hin. Anfang August wird es dann ernst: Dann testen Ferrari und Red Bull mit modifizierten 2015er-Boliden erstmalig die neuen Breitreifen.

Dabei sollen sowohl Regenreifen als auch Slicks zum Einsatz kommen. Richtig rund geht es dann spätestens im September, wenn auch Mercedes wieder als Pirelli-Tester eingreift. Während der Testkalender bis Ende November also fixiert ist, steht noch nicht fest, welche Piloten die Arbeit auf der Strecke für den italienischen Reifenhersteller übernehmen. "In der technischen Direktive der FIA ist nur festgelegt, dass die Fahrer im Besitz einer Formel-1-Superlizenz sein müssen. Es können also keine jungen Freitagstester sein", sagt Pirelli-Rennleiter Mario Isola.

Erfahrung der Piloten wichtiger denn je

Die Entscheidung liegt also bei den Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull - doch Isola äußert unmissverständlich seinen Wunsch an die Rennställe: "Wir bitten um einen routinierten Renn- oder Testfahrer. Wir brauchen Piloten mit Erfahrung, denn ihr Feedback wird bei der Entwicklung der neuen Reifen wichtiger denn je." Geht es nach dem Pirelli-Manager, sollten am besten die Weltmeister Lewis Hamilton und Sebastian Vettel an einigen Tagen die Testarbeit für Pirelli übernehmen. "Das wäre natürlich ein Traum", bekennt der Italiener.

Ob es tatsächlich dazu kommen wird, ist noch offen. "Wir haben noch nicht entschieden, welche Piloten die Reifentest übernehmen", sagt etwa Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene. Sein Landsmann Isola lässt im Werben um die Top-Piloten der Spitzenteams aber nicht locker: "Natürlich bekommen wir bei den Tests jede Menge Telemetrie-Daten, die wir analysieren und vergleichen können. Aber vergesst nicht: Nächste Saison haben wir neue Autos mit neuen Reifen mit neuen Dimensionen. Es kommt also auf das Gefühl des Fahrers an, nicht auf Daten", so der Pirelli-Verantwortliche.


Fotostrecke: Schwarzes Gold: Alle Reifenhersteller der F1

Ferrari und Red Bull werden die Reifen-Tests im August ebenso wie Mercedes im September mit stark überarbeiteten 2015er-Boliden durchführen. "Eigentlich ist es ein komplett neues Auto: Sie mussten mehr Abtrieb schaffen, die Radaufhängungen verändern - die Größenänderungen betreffen ja nicht nur die Reifen, sondern auch die Felgen", beschreibt Isola. Aus diesem Grund haben auch Teams wie Force India und McLaren letztlich davon abgesehen, Tests für Pirelli durchzuführen, obwohl anfänglich Interesse bestanden hat.

"Für manche Teams wäre es einfach zu viel gewesen. Speziell diejenigen, die kein eigenes Testteam haben. Dann hätten ihre Leute, die fürs Rennwochenende zuständig sind, auch noch diese Arbeit übernehmen müssen. Deshalb bleibt es letztlich bei den drei großen Teams" erklärt Isola. Große Nachteile für 2017 müssen laut dem Italiener aber auch die nicht-beteiligten Rennställe nicht fürchten. "Sie bekommen alle relevanten Daten von uns und den Teams: Fahrer-Aussagen, Runden- und Sektorzeiten und vieles mehr. Was in den Reifenprototypen drin ist, weiß letztlich ohnehin niemand außer Pirelli", so Isola abschließend.

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