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Niki Lauda: "Marko wollte mit uns 'Trotteln' nicht mehr fliegen"

Niki Lauda verrät, dass Helmut Marko die gemeinsame Fluggemeinschaft mit ihm und Toto Wolff auflösen wollte, dann aber kleinlaut einen Rückzieher machte

(Motorsport-Total.com) - Es ist eine Hassliebe, die in Anbetracht der aktuellen Motorensituation in der Formel 1 besonders viel Zündstoff birgt: Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzender Niki Lauda und Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko sind erbitterte Rivalen - und dennoch frühstücken die beiden Österreicher regelmäßig in der Energystation von Red Bull miteinander und bilden eine Fluggemeinschaft.

Niki Lauda, Helmut Marko

Was sich liebt, das neckt sich: Niki Lauda und Helmut Marko Zoom

Doch auch abseits der Rennstrecke geht es mitunter heiß her. Als der Streit um die Motoren in Japan eskalierte und Red Bull von Mercedes eine erneute Abfuhr bekam, platzte Marko laut Lauda der Kragen. "Er hat gesagt, von Japan nach Hause fliege er mit den beiden Trotteln - gemeint hat er Toto und mich - nicht mehr", verrät Lauda gegenüber 'Sky Sports F1'.

Markos Rückzieher

Zwischen Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und Marko war bereits in der Vergangenheit der Haussegen schiefgehangen: Als sie einmal auf einem Linienflug durch Zufall nebeneinander saßen, tauschten sie sogar mit anderen Passagieren die Plätze, um einander aus dem Weg zu gehen.

Doch als vor dem Sotschi-Wochenende plötzlich Laudas Telefon läutete, ruderte Marko dann doch zurück und bat um Rückkehr in die Fluggemeinschaft. "Plötzlich ruft er eine Woche vor Sotschi an und meint: 'Nach Sotschi fliegen ist schon kompliziert. Kann ich mitfliegen?'", schildert Lauda mit einem schelmischen Grinsen. Für den Ex-Weltmeister eine Genugtuung.

"Ich habe dann gesagt: 'Selbstverständlich!'", so Lauda. "Das war eigentlich eine Retourkutsche an den Herrn Doktor." Der Flug sei übrigens "problemlos" verlaufen, erzählt der Wiener. Vielleicht gerade deswegen, weil die nach wie vor ungelöste Motorenthematik nicht angesprochen wurde. "Wir haben hinten zu dritt über alles Mögliche geredet, aber nicht über Motoren logischerweise. Da gibt es keine Entscheidung. Der Flug war sehr harmonisch."

Marko und Lauda: Eng verbundene Karrieren

Niki Lauda

Niki Lauda profitierte in den 1970er-Jahren von Markos Unglück Zoom

Lauda und Marko verbindet eine lange Vergangenheit: Der Grazer hatte als aufstrebende Formel-1-Hoffnung und als Le-Mans-Sieger bereits einen Ferrari-Vertrag in der Tasche, als ein von Ronnie Peterson aufgewirbelter Stein beim Grand Prix von Frankreich in sein Visier eindrang und ihn so schwer verletzte, dass die aktive Karriere beendet war. Lauda wechselte daraufhin nach Maranello, leitete dort eine Erfolgsära ein und wurde zwei Mal Weltmeister.

Nachdem Marko Lauda in den 1980er-Jahren als Boxenreporter für das österreichische Fernsehen interviewte, feierte er nach der Jahrtausendwende ein spätes Formel-1-Comeback und führte Red Bull zu insgesamt acht WM-Titeln. Derzeit hat aber wieder Lauda mit Mercedes im Österreicher-Duell die Oberhand.

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