powered by Motorsport.com
  • 11.06.2015 · 08:58

  • von Dominik Sharaf

Musikus Hamilton: "Songs würden für viele Alben reichen"

Der Weltmeister spricht über seine Liebe zur Musik und den Grund, warum er den Motorsport nicht so lieben würde, wenn er nicht gefährlich wäre

(Motorsport-Total.com) - Sollte das Rennfahren ihn eines Tages ermüden oder er den Helm aus anderen Gründen an den Nagel hängen, ist Lewis Hamilton ist als Musiker und Komponist auf eine zweite Karriere im Pop-Business vorbereitet. "Wahrscheinlich würden die Songs, die ich bisher geschrieben habe, für viele Alben reichen", sagt der 30-Jährige, der sich bereits die Dienste eines Managers für seine Belange außerhalb der Formel 1 gesichert hat, in einem Interview mit dem 'Playboy'.

Lewis Hamilton

Hamilton findet nicht nur an der Formel 1, sondern auch an der Musik Gefallen Zoom

Gerüchten über den Aufbau eines zweiten Standbeins in der Musikbranche tritt der Mercedes-Pilot aber entgegen: "Ich mache das nicht zielgesteuert. Es ist einfach nur meine Leidenschaft." Bereits als 13-Jähriger habe er mit dem Musizieren begonnen und Gitarre gespielt, sich später hin und wieder als Discjockey betätigt. "Mein Vater spielte in einer Band", so der Brite mit karibischen Wurzeln. "Zwei meiner Onkel waren Rastafari, einer von ihnen ein DJ."

Hamiltons zweite große Leidenschaft, zu der er auch das Rennfahren zählt, sind nach seinem eigenen Bekunden "wilde, gefährliche Sachen". Gefahr sei ein wichtiger Teil seines Lebens. "Wenn es keine gefährlichen Dinge gäbe, wäre das Leben langweilig. Das ist der Aspekt, den ich liebe. Der Grund, warum ich Jetski fahre, warum ich Motorrad fahre", meint Hamilton. "Der Gedanke, dass man ganz nah dran ist an der Klippe, dass jeden Moment etwas passieren könnte, ist bei allem, was ich mache, der aufregendste Teil und der größte Kick. Natürlich auch, wenn ich Rennen fahre. Wenn es im Rennsport keine Gefahr gäbe, wäre er, denke ich, weniger aufregend."

Hamilton wäre nicht der erste Formel-1-Star, der sich auch im Bereich der Musik einen Namen macht. Die Königsklasse hat bereits viele Profi- und Hobbymusiker kommen und gehen sehen. So klimperte Adrian Sutil nicht nur auf seinem Formel-1-Lenkrad herum, sondern auch virtuos auf den Tasten des Pianos. Und wer es etwas härter mag, der kann Ex-Teamchef Eddie Jordan bei einem seiner Auftritte am Schlagzeug bewundern.


Fotostrecke: Lewis Hamilton: Eine einzigartige Karriere

Zum Trendjob scheint auch die Arbeit am Mischpult zu werden. Jaime Alguersuari legt als DJ Squire flotte Platten auf, und auch Sakon Yamamoto, der es in der Formel 1 auf 21 Grand-Prix-Starts bringt, gehört zu den berühmtesten DJs in der Rennsportszene. Seit neustem versucht sich auch Giancarlo Fisichella in den Clubs dieser Welt - und wer weiß, welcher Formel-1-Star im Keller heimlich ebenfalls probt.

Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve brachte nach seiner Karriere sogar ein eigenes Album auf den Markt. Die Scheibe mit dem Titel "Private Paradise" wurde allerdings zum Flop: In ganz Nordamerika sollen weniger als 1000 Kopien über die Ladentische gegangen sein, sodass der Kanadier das professionelle Musikgeschäft schnell wieder an den Nagel gehangen hat. Allerdings sollte man aufpassen, was man in der heutigen Zeit von sich gibt. Alles findet sich irgendwann im Internet wieder - auch, dass Gitarrenfreund Damon Hill einst eine Punkband hatte, die sich "Sex, Hitler and the Hormones" nannte.