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  • 31.07.2001 · 10:15

  • von Marcus Kollmann

Michael Schumacher im Interview

Der Ferrari-Star über den Neustart, seinen Ausfall und die Situation in der Weltmeisterschaft

(Motorsport-Total.com/Haymarket) - Für Michael Schumacher verlief das letzte Rennwochenende, sein zweiter Heim-Grand-Prix auf deutschem Boden in diesem Jahr, wieder einmal anders als erwartet. So musste man sich nicht nur einem durch die Reifen bedingten Vorteil der Konkurrenz von Williams-BMW geschlagen geben, sondern auch eingestehen, dass man einfach am letzten Wochenende über das schlechtere Gesamtpaket verfügte.

Michael Schumacher (Scuderia Ferrari)

Schumacher war über die Getriebe- probleme bereits vor dem Start informiert

Glück im Unglück hatte der 32-Jährige am Rennsonntag, als er bereits mit dem Wissen, dass das Getriebe sich merkwürdig verhielt, in die Startaufstellung rollte. Alles Tricksen und Programmieren der mit ihren Laptops dicht am F2001 bis kurz vor Start in die Einführungsrunde stehenden Techniker half nichts, denn nach dem Start hatte der Deutsche Schaltprobleme, fiel gnadenlos zurück und wurde als langsam rollendes Hindernis in der Fahrbahnmitte zur Abschussrampe für Prost-Acer-Pilot Luciano Burti.

Da die Rennstrecke durch die Wrackteile der Kollision zu stark verschmutzt war, folgte ein Rennabbruch. Dadurch konnte Schumacher in das T-Car wechseln, mit welchem er zwar diesmal den Start problemlos meisterte, jedoch nach seinem Boxenstopp in Runde 23 auf der langen Geraden in Hockenheim ausrollte. Dass sein Rivale im Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft, David Coulthard, später ebenfalls ausfiel, vernahm Schumacher Radio Hockenheim lauschend freudig auf. Am Ende des Grand Prix wurde er von Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer aufgelesen und zurück in die Boxengasse chauffiert, wo er kurze Zeit später folgendes Interview gab.

Frage: "Der erneute Rennstart hat dir eine zweite Chance gegeben richtig?"
Michael Schumacher: "Ja, richtig. Aber wie wir gesehen haben, hat es nichts genutzt."

Frage: "Dieses Rennen muss für dich ziemlich emotional bewegend gewesen sein, schließlich war da dein Ausfall, dann der von David Coulthard und nicht zu vergessen der Sieg deines Bruders."
Schumacher: "Ja, aber ehrlich gesagt war es gar nicht so emotional. Wir kämpften ja nicht in einem die Weltmeisterschaft entscheidenden Rennen. Es war ein verrückter Grand Prix, aber am Ende zählt das Endresultat - Ralf und Rubens ganz vorne. Ich freue mich sehr für ihn. Es war unser Heimrennen, und wenn schon ich nicht gewinnen konnte, dann war das Beste, was passieren konnte, dass er gewonnen hat."

Frage: "Die Weltmeisterschaft hast du jetzt schon in der Tasche..."
Schumacher: "Fast, aber noch nicht ganz. Wir werden versuchen das so schnell wie möglich fix zu machen."

Frage: "Worüber bist du denn besorgt?"
Schumacher: "Oh, nichts im Besonderen, aber wir müssen sicherstellen, dass wir nicht in Zukunft solche dummen Sachen wie heute machen. Aber du weißt ja, dass wir das gesamte Jahr über ein sehr zuverlässiges Auto hatten. Eines Tages musste es auch uns einmal treffen."

Frage: "Denkst du, dass du heute viel Pech hattest?"
Schumacher: "Ja, das stimmt. Ich hatte nicht damit gerechnet das Rennen zu gewinnen, jedoch wäre es schön gewesen sechs weitere Punkte zu holen. Denn dann hätten wir in Ungarn schon alles entscheiden können. Jetzt müssen wir ein klein wenig länger warten."

Frage: "War es für dich ein wenig Genugtuung, dass David ebenfalls ausgeschieden ist?"
Schumacher: "Da er nicht ins Ziel kam, haben wir in der Meisterschaft einen weiteren Schritt gemacht."

Frage: "Du musst es doch im Gefühl gehabt haben, dass Ralf heute gewinnen würde..."
Schumacher: "Ralf und Rubens vorne zu sehen hat mich für einige der Enttäuschungen
entschädigt."

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