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Manor in Spa: Gelungenes Debüt von Ocon, Wehrlein Elfter!

Manor stark in Belgien: Esteban Ocon kann Pascal Wehrlein beim Debüt um eine Sekunde schlagen, dieser kontert mit der bisher besten Trainingsplatzierung

(Motorsport-Total.com) - Am Ende des Feldes gab es am Freitag in Belgien eine Premiere: Esteban Ocon absolvierte seine ersten beiden Trainingssessions als Stammpilot in der Formel 1. Der Mercedes-Sprössling konnte am Vormittag bereits beeindrucken und schaffte mit einer 1:51.787 Minuten eine Zeit, die für den 16. Platz reichte und Pascal Wehrlein (1:52.837 Minuten; 19.) um eine Sekunde auf Abstand hielt. (Zu den Freitags-Ergebnissen!)

Esteban Ocon

Guter Einstand für Ocon in Spa: Wehrlein bekommt Konkurenz im eigenen Stall Zoom

Das ließ sich der erfahrenere Mercedes-Protege nicht bieten und konterte im zweiten Training am Nachmittag. Wehrlein fuhr auf einen starken elften Platz (1:49.716; +1,6 Sekunden), während Ocon eine Sekunde auf seinen Teamkollegen verlor und nur 21. (1:50.659; +2,6 Sekunden) wurde. Er absolvierte an seinem ersten Arbeitstag als Manor-Pilot bereits 51 Runden, Wehrlein kommt auf 54.

Ocons erster Eindruck vom MRT05 fällt positiv aus: "Es ist total anders. Du hast viel mehr Power. Es ist viel schneller", erklärt er im Vergleich zu den Formelboliden, mit denen er bisher in Spa gefahren ist - Ocon ist Formel-3-Europameister der Saison 2014 und GP3-Meister des Jahres 2015.

Ocon: Kann bald volles Potenzial ausschöpfen

Die Eau Rouge nahm er jedoch nicht immer mit Vollgas: "Nein, nicht die ganze Zeit. Nicht auf den Longruns", verrät der 19-Jährige. Trotzdem sei es ein "sehr tolles" Gefühl diese Mutkurve in einem Formel-1-Boliden zu fahren: "Es ist auch eine Herausforderung. Ich bin sie immer voll gefahren, aber jetzt geht das nicht immer." Es sei nicht schwierig gewesen, sich anzupassen, hält er außerdem fest. "Es wird immer besser, aber wir arbeiten noch an der Kommunikation, damit ich meinen Ingenieur bestmöglich verstehe."

Esteban Ocon

Ocon verrät nach dem Training: Es ging nicht immer Vollgas durch die Eau Rouge Zoom

"Man muss sich natürlich erst an das Auto gewöhnen, wenn man mitten in der Saison einsteigt. Aber es wird immer besser. Es fühlt sich gut an." Er sei bereits nahe dran, sein volles Potenzial auszuschöpfen: "Heute Vormittag hatte ich eine gute Pace, am Nachmittag sind wir ein anderes Programm mit Pascal gefahren", erklärt er. Sein Fokus liegt bereits auf dem Qualifying: "Wir werden sehen, wie es morgen aussieht. Morgen ist der wichtige Tag, morgen musst du diese eine Runde hinbekommen."

Wehrlein gibt sich angesprochen auf seinen neuen Teamkollegen schmallippig. Für ihn würde sich durch den Neuzugang nichts ändern. "Alles hat gut funktioniert", so das Fazit des Deutschen über seinen ersten Arbeitstag mit Ocon. "Wir waren auf einer anderen Strategie heute Vormittag, am Nachmittag sind wir dann die gleiche Strategie mit den gleichen Reifen gefahren", merkt er an.

Wehrlein erzielt bestes Trainingsergebnis des Jahres

"Ich bin ziemlich zufrieden mit dem Nachmittag. Am Vormittag wusste ich nicht recht, was ich vom Nachmittag erwarten sollte. Wir sind nur den Medium-Reifen und die Test-Mischung gefahren", schildert Wehrlein seinen Vormittag. Von den unmarkierten Pirelli-Pneus war er wenig begeistert: "Der sollte eigentlich weicher sein, aber war trotzdem ziemlich langsam, wie wir am Nachmittag herausfanden." Dieser sei "wirklich gut" verlaufen, mit Platz elf sei er zufrieden. "Es ist das beste Trainingsergebnis für uns in diesem Jahr."


Großer Preis von Belgien

Angesprochen auf den hohen Reifendruck entgegnet Wehrlein, dass es für jeden Piloten die gleiche Situation sei. "Wir können nicht zwei Runden in Folge pushen, wir müssen immer eine langsame Runde dazwischen fahren. Speziell die Hinterreifen überhitzen sehr schnell", hält er fest. Grundsätzlich glaubt er, dass der Nachmittag "repräsentativer" war als der Vormittag. "Im zweiten Training waren fast alle auf der gleichen Strategie, weil wir diese Bedingungen auch morgen im Qualifying erwarten." Er glaubt, dass die hohen Temperaturen Manor an diesem Wochenende helfen könnten.

Auch Renndirektor Dave Ryan ist zufrieden mit dieser Freitagsleistung seines Teams und zeigt sich beeindruckt von Rookie Ocon: "Wir gut war das denn? Ein unglaublich beeindruckendes Debüt von Esteban und eine tolle Leistung von Pascal. Ein guter Start ins Wochenende", so der Brite. "Ein ruhiger, reifer Kopf auf jungen Schultern", beschreibt Ryan seinen Neuzugang. Auch er sieht Vorteile im sonnigen Wetter: "Es scheint unserer Performance nicht zu schaden, hoffentlich bleibt das für das restliche Wochenende so." In Kombination mit dem Mercedes-Antrieb und neuen Entwicklungsteilen präsentiert sich Manor am ersten Trainingstag zuversichtlich.