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Formel 1 Belgien 2016: Bestzeit für Verstappen, Mercedes blufft

Nico Rosberg ist nach bester Longrun-Zeit Pole-Favorit in Spa, aber die Tagesbestzeit am Freitag sichert sich Max Verstappen vor Daniel Ricciardo

(Motorsport-Total.com) - Der "halbe Lokalmatador" Max Verstappen sicherte sich die Bestzeit im Freitagstraining zum Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps (Formel 1 2016 live im Ticker). Der Red-Bull-Pilot wurde in 1:48.085 Minuten gestoppt und war damit um mehr als eine Sekunde schneller als der beste Mercedes-Fahrer. Trotzdem gilt weiterhin Nico Rosberg als Favorit für das bevorstehende Wochenende.

Max Verstappen

Max Verstappen sichert sich die Tagesbestzeit am Freitag in Belgien Zoom

Der WM-Zweite (19 Punkte Rückstand auf Lewis Hamilton) erreichte nach seiner Bestzeit am Vormittag in FT2 den sechsten Platz, landete im Freitagsklassement mit 1:48.348 Minuten an dritter Stelle. Doch während Verstappen und auch dessen Teamkollege Daniel Ricciardo am Nachmittag auch mal auf eine schnelle Einzelrunde gingen, schenkte sich Rosberg die Zeitenjagd mit Supersoft-Reifen komplett und konzentrierte sich stattdessen auf Longrun-Tests.

"Mercedes ist taktisch gefahren. Wir haben ihren vollen Speed noch nicht gesehen", ist sich Formel-1-Experte Marc Surer sicher. Denn: Hamilton startet mit einem 30-Plätze-Handicap so oder so von hinten und kann sich eine gezielte Qualifying-Vorbereitung daher gleich schenken. Also trainierte der dreimalige Weltmeister als einziger Fahrer mit den härtesten Medium-Reifen und ganz ohne Pirelli-Supersofts. Rosberg könnte vorhaben, in Q2 ohne Supersofts auszukommen.

Bei den Longrun-Simulationen am Ende - am Freitag traditionell wichtiger als die absoluten Bestzeiten - hatte Rosberg mit einer Zeit von 1:53.4 Minuten die Nase vorne. Die beiden Red Bulls waren jedoch nur um eine Zehntelsekunde langsamer und konnten sogar öfter unter 1:54 Minuten fahren als die Silberpfeile. Besonders mit den Soft-Reifen war die Pace von Verstappen und Ricciardo durchaus beeindruckend - und konstant.

Nico Hülkenbergs Force-India-Team entpuppte sich heute als heißer Außenseiter. Zwar waren die Longrun-Zeiten nicht auf Augenhöhe mit Mercedes, Red Bull und Ferrari, aber die schnelle Einzelrunde auf Supersoft spülte Hülkenberg mit 0,572 Sekunden Rückstand auf Platz vier der Tageswertung, 0,366 Sekunden vor Sebastian Vettel. Der Ferrari-Star will die Zeiten nicht überbewerten: "Ich glaube nicht, dass alle eine saubere Runde gefunden haben."

Während Kimi Räikkönen (8./+1,062) mit seinem Freitag äußerst unzufrieden ist ("aus welchem Grund auch immer"), bewertet Surer den Ferrari-Auftakt nach der Sommerpause als "nicht besonders", denn: "Dass sie hinter Red Bull sind, habe ich befürchtet. Aber sie tun sich ja sogar gegen Force India schwer!" Sergio Perez (+1,015) landete noch vor dem "Iceman", auch wenn die Longruns von Ferrari etwas schneller waren.

Hinter den vier stärksten Teams gab es eine kleine Überraschung: Jenson Button (McLaren/+1,334) wurde mit dem neuen Honda-Motor, in den über den Sommer ein paar Token investiert wurden, Neunter. Teamkollege Fernando Alonso (13./+1,687) schaffte am Nachmittag mit einer älteren Motorenspezifikation immerhin mehr als 30 Runden; den neuen Honda-Antrieb musste er über Mittag wegen eines Wasserlecks auswechseln lassen.

Probleme technischer Art gab's auch bei Jolyon Palmer (20./Renault/+2,477), der zu Beginn der zweiten Session zunächst ausrollte, dann aber den Motorenmodus "Fail B24" einstellte, neu startete und plötzlich zumindest an die Box zurückfahren konnte. "Formel 1 mit Anlasser, auch nicht schlecht", staunt Experte Surer. Was nichts daran ändert, dass Renault auf der schnellen Strecke in Spa-Francorchamps von Q3-Niveau weit entfernt ist.

Umso stärker dafür Pascal Wehrlein (Manor/+1,631), dank Mercedes-Power sensationell an zwölfter Stelle der Tageswertung. Über weite Strecken war Wehrlein deutlich langsamer als sein neuer Rookie-Teamkollege Esteban Ocon, der fiel dann aber doch noch auf P21 zurück (+2,574). Langsamer war nur noch Felipe Nasr im an und für sich runderneuerten Sauber; dessen Potenzial deutete dafür Marcus Ericsson (+1,998) auf P15 an.

Solide präsentierte sich in Spa-Francorchamps das Haas-Team, das am Ende die Positionen zehn und elf belegte. Ganz vorne aber ist Rosberg aufgrund der Hamilton-Strafe der klare Favorit. Hamilton will mit Sicherheit eine furiose Aufholjagd starten, aber wie leicht ihm diese fallen wird, das steht in den Sternen. Denn Red Bull, Ferrari und auch Force India sind nicht so weit von Mercedes weg, wie das auch schon mal der Fall war...

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