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Mallya: "Kundenautos wären eine Katastrophe"

Force-India-Teamchef Vijay Mallya hat sich erneut gegen Kundenautos ausgesprochen und betont, dass diese den Sport zerstören würden

(Motorsport-Total.com) - Die finanzielle Schieflage vieler Formel-1-Teams hat in den vergangenen Wochen, Monaten und Jahren zu einer Vielzahl an Überlegungen geführt, wie man den Verlust von Teams verhindern und auffangen könnte. Besonders zwei Ideen sind dabei immer wieder angestoßen worden: Ferrari plädiert schon seit vielen Jahren für den Einsatz von drei Autos pro Teams, was allerdings den Verlust von kleineren Rennställen zur Folge hätte.

Vijay Mallya

Vijay Mallya sieht von Kundenautos eine große Gefahr ausgehen Zoom

Vor wenigen Monaten kam dann ein weiterer Vorschlag hinzu: Kundenautos. Die Idee ist nicht neu, denn gewisse Verbindungen zwischen Teams existieren schon seit längerem. Mit Toro Rosso besitzt zumindest Red Bull eine Art Kundenteam, zudem hat Ferrari über die Jahre hinweg immer wieder eigene Fahrer bei Sauber oder zuletzt Marussia geparkt und ihnen im Gegenzug Vorteile beim Motorenkauf eingeräumt.

Doch auch dieser Vorschlag stieß vor allem bei den kleineren Teams auf wenig Gegenliebe. Besonders bei Force India und seinen Vorgängerrennställen Spyker und Midland kämpft man schon seit Jahren gegen Kundenteams. Einst zog man sogar gegen Super Aguri (Honda) und Toro Rosso (Red Bull) vor Gericht, weil man verbotenerweise Ansätze eines Kundenteam-Status sah.


Fotos: Force India, Großer Preis von Ungarn, Sonntag


Auch heute noch kann man in Silverstone nur mit dem Kopf schütteln, wenn man das berüchtigte Wort mit K hört: "Kundenautos wäre eine Katastrophe", betont Teamchef Vijay Mallya gegenüber 'formula1.com' und sieht dadurch nicht nur sein Team sondern auch den Sport gefährdet. "Die DNS der Formel 1 waren schon immer die leidenschaftlichen Teams", erklärt er und betont, dass auch Ferrari, Williams oder McLaren einst als Unternehmer und Rennsportenthusiasten angefangen haben.

Für Mallya besteht der Reiz der Formel 1 darin, dass kleinere Teams die Größeren schlagen können, so wie es sein Rennstall schön des Öfteren vorgemacht hat. Kundenteams würden diesem Unterfangen aber einen Riegel vorschieben, da eh dann nur noch die großen Teams und ihre Ableger geben würde. Für den Fan sei das nicht aufregend: "Wenn ein kleineres Team vor ein größeres kommt, dann sind der Enthusiasmus und die Fanunterstützung fantastisch."

"Die Leute möchten sehen, dass es die kleinen Teams mit den großen aufnehmen." Vijay Mallya

"Mein Verständnis von den Berichten, die ich bekommen habe, war, dass sich der Level an Aufregung fast verdoppelt hat, als Williams in den vergangenen Rennen so gute Arbeit geleistet hat", erzählt Mallya. "Die Leute möchten sehen, dass es die kleinen Teams mit den großen aufnehmen. Warum sollte sich das ändern?" Für Mallya wäre es am besten, wenn sich bei den Teams nichts ändern würde.

Die letzten Entwicklungen dürften für den Inder daher in die richtige Richtung gehen. Caterham soll sich unter dem neuen Eigentümer stabilisieren, und auch von Marussia hört man derzeit keine Untergangsmeldungen mehr. Zudem stehen mit Haas und Forza Rossa gleich zwei neue Teams vor der Tür, die das Formel-1-Starterfeld bis zum Maximum auffüllen sollen. Beseitigt ist die Gefahr dadurch allerdings noch lange nicht.

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