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Lotus: Übernahme durch Renault als Rettung?

Eine Übernahme des Lotus-Teams durch Renault steht weiter im Raum, doch Lotus-Geschäftsführer Matthew Carter denkt momentan noch nicht soweit

(Motorsport-Total.com) - Dass man sich bei Renault ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt, werksseitig in die Formel 1 zurückzukehren, ist seit geraumer Zeit bekannt. Als Kandidat Nummer eins für eine Übernahme gilt das Lotus-Team, das von den Franzosen bis zur vergangenen Saison Motoren bezog, in der laufenden Saison aber auf der Kundenliste von Mercedes steht. Der aktuelle Vertrag mit dem Motorenlieferanten aus Brixworth soll kein Hindernis sein. Alles andere als eine Übernahme des Lotus-Teams durch Renault wäre mittlerweile eine Überraschung. Doch ganz soweit ist es noch nicht.

Matthew Carter und Federico Gastaldi

Plausch bei Lotus: Geschäftsführer Carter und der stellvertretende Teamchef Gastaldi Zoom

Wie Lotus-Geschäftsführer Matthew Carter anmerkt, ist eine potenzielle Übernahme momentan nicht die größte Baustelle im Team. "Wir hatten finanzielle Probleme, die hinlänglich bekannt sind, doch hinter den Kulissen arbeiten wir mit vollem Einsatz. Keines der Probleme hat sich als endgültig erwiesen. Wir sind immer noch da und fahren Rennen. Das werden wir auch weiterhin tun", so Carter am Freitag in Monza.

Dass Lotus überhaupt im Fahrerlager des Parco di Monza aufkreuzen würde, war vor knapp zwei Wochen noch nicht sicher. Ex-Testfahrer Charles Pic forderte am Rande des Rennwochenendes in Spa-Francorchamps ausstehende Gelder ein. So kam es, dass die Trucks des Lotus-Teams auch Tage nach dem ersten Podestplatz seit knapp zwei Jahren noch am Circuit de Spa-Francorchamps festsaßen.

"Fall Charles Pic" noch nicht abgeschlossen

Wenngleich man an diesem Wochenende in Monza vor Ort ist und antritt, sind die in Spa aufgekommenen Sorgen noch nicht aus der Welt geräumt. "Die Anhörungen und Sitzungen sind noch nicht vorbei. Es wird noch Wochen und Monate dauern, bis das Gericht diesen Fall abschließt", bemerkt der stellvertretende Lotus-Teamchef Federico Gastaldi gegenüber 'Speedweek.de' und fügt hinzu: "Ich wäre glücklich, wenn im Team wieder etwas mehr Stabilität einkehrt. Die Leute aus Enstone haben das verdient."

Für diese Stabilität könnte Renault sorgen. Doch Lotus-Geschäftsführer Carter denkt - momentan zumindest - noch nicht so weit. "Ich kann garantieren, dass wir in Singapur dabei sein werden. Einer unserer Seecontainer ist bereits unterwegs. Unser Container, der auf dem Luftweg ankommt, ging vorige Woche raus. Wir haben für die restlichen Saisonrennen ein Budget. Dieses werden wir in Anspruch nehmen und bei allen Rennen vor Ort sein", lenkt Carter den Fokus auf die laufende Saison 2015.

"Wir haben mehr als eine Option, um die Zukunft des Teams zu sichern." Lotus-Geschäftsführer Matthew Carter

Unabhängig davon "dauern die Verhandlungen im Hintergrund an", wie der Lotus-Geschäftsführer bezugnehmend auf den potenziellen Käufer Renault wissen lässt. Doch er stellt auch klar: "Wir haben mehr als eine Option, um die Zukunft des Teams zu sichern." Welche Optionen das sind, lässt Carter offen.

Eric Boullier jedenfalls würde eine Rückkehr von Renault als Werksteam begrüßen. "Ich fände es gut, wenn sich Renault wieder zur Formel 1 bekennt, denn sie haben eine sehr erfolgreiche Vergangenheit", wird der McLaren-Rennleiter und Ex-Lotus-Teamchef von 'Crash.net' zitiert. "Sollten sie als Team zurückkehren, würde sich das rechnen. Sie haben es als Motorenlieferant probiert, aber wenn man in der Formel 1 bestehen will, muss man ein Team haben, so wie es Ferrari und Mercedes vormachen", so Boullier.