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Pro und Contra: Formel-1-Piloten über geschlossene Cockpits

Passen geschlossene Cockpits zur Formel 1? Während sich Jacques Villeneuve gegen die Idee ausspricht, stehen die aktiven Piloten der Diskussion offen gegenüber

(Motorsport-Total.com) - Das Thema "Geschlossene Cockpits" ist in der Formel 1 momentan wieder brandaktuell. Der tödliche IndyCar-Unfall von Justin Wilson hat die alte Diskussion neu entfacht. Muss der Kopf des Fahrers besser geschützt werden? Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve sagte zuletzt, dass eine Königsklasse mit geschlossenen Cockpits für ihn "keine Formel 1 mehr" sei. Viele der aktuellen Piloten stimmen dem Kanadier in dieser Hinsicht allerdings nicht zu.

Jenson Button

Jenson Button spricht sich ausdrücklich für die geschlossenen Cockpits aus Zoom

"Ich gehörte zu den vielen Piloten, die gesagt haben: 'Wir fahren mit offenem Cockpit und so sollte es auch bleiben.' Aber ich denke, dass wir jetzt alle genug erlebt haben", erklärt beispielsweise McLaren-Pilot Jenson Button. "Es ist Zeit, wirklich etwas dagegen zu unternehmen und nicht nur das Kopfpolster zu verändern", so Button. Nur wenige Wochen vor Wilson war auch Jules Bianchi an den Folgen eines Unfalls gestorben, bei dem er sich schwere Kopfverletzungen zugezogen hatte.

"Wir brauchen eine Art Dach über dem Auto, denn solche Dinge, die in den vergangenen Jahren passiert sind, dürfen nicht mehr passieren. Solche Sachen sollten im Motorsport heutzutage nicht mehr passieren. Wir sind nicht mehr in den Siebzigern, wir sollten es besser wissen", fordert Button, der allerdings auch weiß, dass sich die Dinge nicht von heute auf morgen ändern werden.

"Wir sind nicht mehr in den Siebzigern, wir sollten es besser wissen." Jenson Button

"Ich sehe nicht, dass es in der Formel 1 schon im kommenden Jahr passiert. Aber ich denke, dass es besser früher als später passieren sollte", so der Brite. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen erklärt derweil im Hinblick auf Wilsons Unfall: "Das ist sehr unglücklich gelaufen, aber leider sind diese Dinge Teil des Rennsports. Er hatte mit dem Unfall eigentlich nichts zu tun, aber er wurde von einem Trümmerteil getroffen."

"Meine Meinung zu den geschlossenen Cockpits macht keinen Unterschied, denn wir designen die Autos nicht, erstellen nicht das Reglement. Alles hat immer gute und schlechte Seiten, aber natürlich versucht man, es so sicher wie möglich zu machen. Immer wieder passieren seltsame Sachen, und es geht nicht immer um die Geschwindigkeit, die gefährlich ist", so Räikkönen.


Großer Preis von Italien

"Auch ein kleiner Unfall kann sehr böse enden, wenn alles zusammenkommt und man am falschen Ort ist. Wenn man sehr langsam ist und eine Mauer berührt, dann kann man sich böse verletzen. Und manchmal passiert ein heftiger Unfall, und gar nichts passiert. Ich glaube, dass es bei solchen Dingen nicht eine richtige Antwort gibt", erklärt der Finne diplomatisch.

"Ich weiß nicht, ob ich es mögen würde." Lewis Hamilton

Fernando Alonso stimmt seinem Teamkollegen Button derweil zu und erklärt, dass er "offen" für alle Ideen sei. 2012 hatte Alonso bei einem Unfall in Belgien selbst großes Glück, als er von Romain Grosjeans Lotus fast am Kopf getroffen worden wäre. "Es gibt andere Kategorien wie die WEC, wo die Cockpits jetzt geschlossen sind. Da ist nichts passiert", erinnert der Spanier.

Weltmeister Lewis Hamilton ist hingegen "zwiegespalten" und erklärt: "Ich weiß nicht, ob ich es mögen würde. Es würde sich wirklich seltsam anfühlen, wenn du ein Dach oder ein Fenster über deinem Kopf hättest. Wir leben allerdings in einer Zeit, in der es zu viele Todesfälle gab. Es sind zwar viel weniger als noch vor einigen Jahren, aber trotzdem zu viele. Wir sollten gar keine haben."

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