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Über dem Limit: Geldnot zwang Lotus-Teile zum Marathon

Mangels Budget musste Lotus in der Saison 2015 bei den Teilen sparen und die Zuverlässigkeit aufs Äußerste ausreizen: Sicherheit der Fahrer soll gewährleistet sein

(Motorsport-Total.com) - Aufgrund der finanziell angespannten Situation musste Lotus die Zuverlässigkeit einiger Bauteile am E23 in der Formel-1-Saison 2015 weit über das Limit ausreizen, wie Einsatzleiter Alan Permane verrät. Grund hierfür war, dass die Eigentümer kein weiteres Geld in das Team stecken wollten, Renault aber ebenfalls noch kein Investment für etwas tätigen wollte, das man noch nicht gekauft hatte.

Pastor Maldonado

Lotus hat 2015 öfters für Kleinholz gesorgt, meist war aber ein Fahrer schuld Zoom

Daher lief auch die Entwicklung des Boliden auf Sparflamme. Der Lotus E23 war gut in die Saison gestartet und fand sich mit beiden Wagen in Australien in Q3 wieder, doch im Laufe des Jahres musste man unter anderem Force India vorbeiziehen lassen. "Ich habe mich beschwert und kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir nicht genügend Updates für das Auto hatten", meint Permane gegenüber 'Autosport'.

Aus diesem Grund musste man auch die Laufzeiten für einige Bauteile drastisch erhöhen: "In Sachen Zuverlässigkeit haben wir einige Teile viel länger genutzt, als wir es je getan haben", so der Einsatzleiter des Teams, der gleichzeitig aber betont, dass man dabei keine Sicherheitsgrenzen überschritten habe.

Eine ähnliche Diskussion gab es beispielsweise in der Saison 2012, als das klamme HRT-Team kurz vor dem Kollaps stand und viele Komponenten über der maximalen Lebensdauer fuhr. Damals traten am Saisonende häufiger Defekte an den Boliden auf, die unter anderem in Abu Dhabi für einen Schreckmoment sorgten, als Nico Rosberg über Narain Karthikeyan flog, dessen Lenkung gebrochen war - möglicherweise aufgrund der zu langen Ausreizung des Materials.

Narain Karthikeyan

HRT war 2012 auch häufiger gefährlich unterwegs Zoom

Bei Lotus soll man aber nicht in einen gefährlichen Bereich gekommen sein, wie Permane sagt: "Wir haben einige Komponenten genommen und sie länger getestet, als man es normal tun würde. Wir haben sogar ein paar Sachen daraus gelernt", sieht er sogar Vorteile für sein Team. Auch ein Blick in die Ergebnislisten zeigt, dass die Lotus-Boliden am Ende der Saison höchstens nicht die Zielflagge sahen, wenn sie in Kollisionen verwickelt wurden.

Am Ende reichte das für den sechsten Rang in der Gesamtwertung, mit dem man zufrieden sein kann, auch wenn man gespürt hat, dass Force India trotz ihres Vorsprungs von 58 Zählern schlagbar gewesen wäre. "Wir hatten über den Winter ein tolles Auto designt. Ich würde nicht sagen, dass wir uns rückwärts bewegt haben, aber Force India hat uns von hinten überholt. Sie haben einen großartigen Job gemacht."

"Sie haben ihr Auto über das Jahr hinweg wirklich verbessert, wohingegen unseres leider ziemlich gleich geblieben ist", so Permane, der es frustrierend fand zu wissen, dass man in einem normalen Jahr wohl seine Konkurrenzfähigkeit behalten hätte. "Es gibt keinen Zweifel, dass wir sehr starker Fünfter hätten werden können, wenn wir normal entwickelt hätten", sagt er. So war es aber am Ende ein Übergangsjahr für alle Seiten.

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