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Ferrari: Was bringt die Rückkehr zur Druckstrebenaufhängung?

Ferrari gibt seine Zugstrebenaufhängung nach vier Jahren auf und kehrt zurück zu einer Druckstrebenlösung - Ist die Änderung ein Vorteil für Sebastian Vettel?

(Motorsport-Total.com) - Ferrari kehrt in der Formel-1-Saison 2016 erstmals seit 2011 wieder zu einer konventionellen Druckstrebenaufhängung ("Pushrod") zurück. Der neue SF16-H verzichtet auf die Lösung mit Zugstreben ("Pullrod"), die die Scuderia im Jahr 2012 beim Ferrari F2012 erstmals einführte. Experten gehen davon aus, dass diese Änderungen auch ein Wunsch der Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen gewesen sein soll, denen das Pushrod-Konzept besser liegen sollte.

Sebastian Vettel

Bei Ferrari kehrt man 2016 wieder zu einer Druckstrebenaufhängung zurück Zoom

"Wenn du auf Pullrod wechselst, dann besteht die Gefahr, dass die Geometrie deiner Aufhängung leidet. Das ist das erste Problem", erklärt Red Bulls technischer Berater Adrian Newey gegenüber 'Sky Sports F1'. Der Stardesigner arbeitete bei den Bullen viele Jahre mit Vettel zusammen. All seine vier WM-Titel holte der Heppenheimer damals mit einer Druckstrebenaufhängung.

Zwar räumt Newey ein, dass man durch eine Zugstrebenaufhängung "möglicherweise einen kleinen aerodynamischen Vorteil" habe. Die daraus resultierenden Gewinne seinen allerdings kaum relevant. Auch bei Ferrari war das Konzept einst eingeführt worden, um auf der aerodynamischen Seite Vorteile zu erzielen. "Ehrlich gesagt konnten wir auf den ersten Blick kaum einen Vorteil erkennen", so Newey.

Pushrod "vermutlich" ein Vorteil für Vettel

"Aber ich muss zugeben, dass wir nicht sehr viel Zeit damit verbracht haben, uns das genauer anzuschauen", räumt er ein. Neben Ferrari versuchte sich auch McLaren 2013 am Pullrod-Konzept, kehrte mittlerweile aber ebenfalls wieder zur einer Pushrod-Variante zurück. Newey erklärt währenddessen, dass sich Vettel mit der Druckstrebenaufhängung in diesem Jahr "vermutlich" wohler fühlen wird.


Ferrari zeigt den neuen SF16-H

Und was sagt der Deutsche selbst zum Wechsel von Pullrod auf Pushrod? "Das ist eine schwierige Frage", grübelt Vettel und erklärt: "Um das exakt sagen zu können, müsste man sie direkt ans selbe Fahrzeug bauen. Aber das sind zwei unterschiedliche Autos. Es geht nicht nur um die Vorderradaufhängung. Es ist nicht so, dass die eine wesentlich anders wäre als die andere."

"Beide funktionieren und als Fahrer fühlt es sich so an wie zuvor", berichtet der Deutsche, der am Montag in Barcelona seine ersten Runden im neuen SF16-H drehte, und ergänzt: "Es ist auch auch nicht so, dass man mit den Druckstreben etwas machen könne, was mit Zugstreben nicht möglich wäre und umgekehrt. Das Auto hat sich einfach gut angefühlt. Wir haben einen Schritt vorwärts gemacht."

"In allen Bereichen verbessert"

"Wir haben uns in allen Bereichen verbessern wollen, und das ist uns gelungen. Wie sehr, das müssen wir abwarten, auch im Vergleich zur Konkurrenz", erklärt Vettel und verrät im Hinblick auf seinen neuen Boliden: "Unter der Haube hat sich einiges getan. Einige Dinge, die uns im vergangenen Jahr limitiert haben, sollten uns in diesem Jahr bessere Möglichkeiten geben."

"Das Team hat sich mehr als vor einem Jahr auf die Weiterentwicklung des Autos konzentriert, da es weniger Veränderungen in der Struktur des Teams gab", berichtet Vettel. "Wir haben uns sehr früh auf die Entwicklung des diesjährigen Autos konzentriert. Es war im vergangenen Jahr klar, wo wir Rückstand haben, aber wir haben versucht, uns in allen Bereichen zu verbessern."


Fotostrecke: Formel-1-Autos 2016 im Vorgänger-Check

Zu diesen Bereichen zählt offensichtlich auch die Vorderradaufhängung. Ansonsten hätte sich die Scuderia vermutlich nicht dazu entschieden, das Pullrod-Konzept aufzugeben, da so ein Wechsel auch immer Risiken mit sich bringt. "Es ist ein völlig neues Konzept. Von außen sieht man, dass die Nase völlig anders ist", erklärt Vettel und verrät: "Es ist von der Philosophie eine andere Herangehensweise, aber vom Fahrgefühl ziemlich ähnlich."

"Das Auto fühlt sich gut an, ich habe das Gefühl, dass ich der Kapitän bin und das Auto macht, was ich möchte. Jetzt wäre es wichtig, wenn Kimi den gleichen Eindruck hat", so der Deutsche. Davon abgesehen, dass den Fahrern die neue Variante mehr entgegenkommen soll, soll die Druckstrebenaufhängung sich auch aerodynamisch positiv auswirken. Auch Gewicht und Kinematik sollen bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben (zur technischen Analyse des SF16-H).

Vettel will nach dem Titel greifen

"Nicht nur für die Fans, sondern auch für das Team würden wir gerne um den Titel kämpfen, möglichst bis zum Ende", erklärt Vettel derweil im Rahmen der ersten Testfahrten des neuen Jahres. "Letztes Jahr hatten wir ein überraschendes Jahr, das war gut für die Motivation im gesamten Team. Das hat uns viel Stärke gegeben, und wir können hoffentlich den Schwung mit in die neue Saison nehmen."


Erklärt: Eine Pushrod-Aufhängung

Was passiert, wenn ein Fahrzeug eine Bodenwelle überfährt? Das Funktionsprinzip einer Druckstreben-Aufhängung in der Erklärung Weitere Formel-1-Videos

"Wenn man Zweiter im Vorjahr in der Konstrukteurswertung wird, dann will man natürlich diesen einen Schritt machen. Das wäre toll für uns und alle anderen - außer Mercedes", lacht der viermalige Weltmeister. 2015 konnte Vettel drei Rennen gewinnen und damit das von Ferrari gesetzte Saisonziel erreichen. In diesem Jahr möchte der Deutsche nun nach dem Titel greifen.

Im Hinblick auf das teaminterne Duell gegen Kimi Räikkönen erklärt der Heppenheimer: "Er hat im vergangenen Jahr schon viel Druck gemacht, hatte aber gerade zu Saisonbeginn etwas Pech. Die Leute vergessen so etwas schnell und schauen nur auf die nackten Zahlen. Es war aber recht eng und wird es in diesem Jahr auch sein." Der Finne wird am Mittwoch seine ersten Runden im SF16-H drehen.

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