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Ferrari derzeit nur das drittbeste Auto

Technikchef Pat Fry gibt zu, dass Ferrari gegen Red Bull derzeit keine Chance hat, und stellt sich für Suzuka auf ein schwieriges Wochenende ein

(Motorsport-Total.com) - Fernando Alonso gilt als Singapur-Spezialist und lag im heutigen Nachtrennen auch vor Mark Webber an dritter Stelle, doch der Australier ging nach der Safety-Car-Phase an ihm vorbei und brummte ihm in der Folge noch fast eine halbe Minute Rückstand auf. Das spricht für den Red Bull und gegen den Ferrari.

Fernando Alonso, Mark Webber

Fernando Alonso hatte Mark Webber heute nicht genug entgegenzusetzen

"Ich glaube, man muss sagen, dass wir im Moment das drittbeste Auto haben", sieht Technikchef Pat Fry ein. "Wir arbeiten natürlich hart daran, das zu verstehen, und wir werden versuchen, bis Japan ein paar Details aufzuräumen. Für Korea kommen ein paar weitere Teile. Es ist ein Lernprozess und es kommen immer noch neue Teile." Dabei hat Ferrari seit heute auch rechnerisch keine Chance mehr, 2011 einen WM-Titel zu gewinnen.

Testen schon für 2012

Also kann man die fünf noch ausstehenden Rennen als vorgezogene Tests nutzen: "Wir lernen andauernd. Wir können Teile testen, Strategien, verschiedene Daten analysieren. Auf diese Weise wird man ständig besser", sagt Fry. "Einige der neuen Teile, die noch kommen, stehen in direktem Zusammenhang mit dem nächstjährigen Auto. Ein Update für das angeströmte Auspuffsystem bringt freilich nichts für die Zukunft. Aber man kann schon viel übertragen."


Fotos: Ferrari, Großer Preis von Singapur, Sonntag


Interessant war heute, dass Ferrari von den drei Topteams die größten Probleme mit dem Reifenverschleiß hatte, obwohl der 150° Italia bisher eigentlich als "Reifenflüsterer" galt. Zudem stellte Pirelli in Singapur die beiden weichsten Gummimischungen zur Verfügung, die Ferrari meistens besonders gut gelegen sind. Plötzlich scheinen diese Trends aber nicht mehr zu existieren. "Ich glaube, das liegt an der Natur der verschiedenen Strecken", vermutet Fry.

"Auf Strecken mit schnellen und langgezogenen Kurven, in denen die Reifen stark beansprucht werden, ist unser Auto im Verhältnis recht reifenschonend und wir haben keine Blasenbildung", erklärt der ehemalige McLaren-Ingenieur. "Hier haben wir kein Blistering, sondern eher das gegenteilige Problem, dass die Reifen weniger gearbeitet werden und daher kalt sind, die Streckentemperatur aber ziemlich hoch ist. Singapur ist keine repräsentative Strecke."

Suzuka wie Silverstone?

Pat Fry

Pat Fry sieht ein, dass Ferrari im Moment nur das drittbeste Auto hat Zoom

Suzuka, wo in zwei Wochen gefahren wird, schon eher. Wegen der vielen schnellen Kurven, die viel Anpressdruck erfordern, gilt dort Red Bull als logischer Favorit, andererseits fallen Suzuka und Silverstone in eine ähnliche Streckenkategorie - und in Silverstone hat Alonso bekanntlich Ferraris bisher einzigen Saisonsieg gefeiert. Das kann sich Fry übrigens noch immer nicht wirklich erklären: "Silverstone war interessant."

"Ich glaube immer noch, dass wir Probleme gehabt hätten, wenn in Silverstone härtere Reifen zur Verfügung gestanden wären. Die nassen Bedingungen haben uns geholfen", analysiert er und kündigt an: "Ich gehe davon aus, dass Suzuka für uns schwierig wird. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie in Silverstone, also relativ kühl. Kann sein, dass ein Reifen gut funktioniert und wir am anderen arbeiten müssen, um noch Tempo rauszuholen."

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