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Berger-Neffe Auer: Durch die Hintertür zu Toro Rosso?

Österreichs größte Zukunftshoffnung hat "die Hoffnung auf die Formel 1 nicht ganz aufgegeben" - Trotz gesunkener Aufstiegsanforderungen ist Geld ein Problem

(Motorsport-Total.com) - Der Abu-Dhabi-Grand-Prix 2010 soll deshalb in die Motorsport-Geschichte Österreichs eingehen, weil sich in diesem Rennen Sebastian Vettel mit Red Bull erstmals zum Formel-1-Weltmeister krönte. Nicht, weil Christian Klien im unterlegenen HRT-Boliden den bisher letzten Königsklassen-Einsatz eines Piloten aus der Alpenrepublik bestritt - dem Feld hinterhergurkend. Heißester Kandidat auf die Rolle des Messias ist Lucas Auer, den sein Onkel Gerhard Berger bei Toro Rosso ins Gespräch bringt.

Lucas Auer

Lucas Auer setzt seine Karriere in der DTM fort - zumindest vorerst Zoom

Am Rande einer Red-Bull-PR-Veranstaltung in Wien rührt er die Werbetrommel für Auer: "Die Hoffnung hat er nicht ganz aufgegeben", sagt Berger über seinen im Winter aus der Formel-3-EM zu Mercedes in die DTM gewechselten Neffen. Er spricht den für das erfolgreiche Juniorprogramm des Brauseriesen zuständigen Motorsportberater Marko an: "Er wird versuchen, einen Fuß im Formelsport zu behalten. Und Helmut denkt sehr stark nach, wie er ihn da oder dort im Toro Rosso einsetzen könnte."

"Richtig, Helmut?", fügt Berger, einst selbst Mitbesitzer von Toro Rosso, an. "Wenn du das sagst, dann stimmt das", antwortet Marko. Gelegenheiten sind rar: Auer zählt nicht zum Red-Bull-Förderkader, in dem mit GP2-Pilot Pierre Gasly und dem in der Renault-World-Series (WSbR) engagierten Dean Stoneman zwei vertraglich gebundene Talente den Vorzug erhalten dürften - etwa, wenn es um Freitagseinsätze geht. Dazu schwirrt auch noch DTM-Pilot und Tester Antonio Felix da Costa im Dunstkreis.

Lieber DTM als Warteschlange und Scheitern

Von den frisch gebackenen - und blutjungen - Formel-1-Aufsteigern Max Verstappen und Carlos Sainz ganz zu schweigen. Berger sieht im DTM-Wechsel Auers "ein bisschen Richtungsänderung" und befürchtet: "Es ist heute sehr schwierig, den Fuß in die Formel 1 zu bekommen. Wir sehen 18 bis 20 Autos und jede Menge Fahrer in der Warteschlange. Wir haben entschieden, den Seitensprung zur DTM zu machen, bevor wir uns in diese Warteschlange stellen und es doch nicht funktioniert."


Fotostrecke: Red-Bull-Junioren in der Formel 1

Dazu fehlt Auer Erfahrung in einer direkten Unterkategorie der Königsklasse, was Berger als nicht dramatisch betrachtet. Den Sprung von der Formel 3 in die Formel 1 beschreibt er als weniger groß als in der Vergangenheit und führt die neue Beherrschbarkeit der Autos ins Feld. "Man hat da schon mal ein Jahr gebraucht, bis man es am Limit bewegen konnte. Das macht heute nicht den Anschein, denn die jungen Burschen sind beim ersten Test gleich zwei, drei Zehntel hinter den Spitzenzeiten", sagt der einstige WM-Dritte.

Kampf der Junioren: Es geht auch um das Geld

Lucas Auer, Gerhard Berger

Lucas Auer wird von Onkel Gerhard Berger mit Rat und Tat unterstützt Zoom

Die kürzere Eingewöhnungsphase führt er auch auf die Eckdaten der Fahrzeuge zu Beginn der Achtzigerjahre zurück, als er es in die Beletage schaffte. "Wir haben damals beim Formel-3-Auto 160 PS gehabt und im Qualifying in der Formel 1 über 1.000 PS erreicht. Man darf auch nicht vergessen, dass wir damals wegen des engen Drehzahlbandes mit einer Hand fuhren, weil wir ja die andere immer zum Schalten brauchten", erinnert Berger an die längst vergangenen Tage der H-Schaltung.

Der 55-Jährige sieht die Herausforderung für die heutige Nachwuchsgeneration nicht mehr nur auf der Strecke, sondern in den Chefetagen von Unternehmen und bei der Medienarbeit: "Die Dichte an sehr guten Fahrern ist sehr groß, zum Teil auch mit guten Budgets, weil sie aus Ländern kommen, wo für Motorsport Budgets zu bekommen sind", erinnert Berger an Beispiele wie die Öl-Millionen eines Pastor Maldonado oder die Großbank-Förderung Felipe Nasrs. "Daher ist ist es heute die Anforderung, auf dein Talent aufmerksam zu machen und deinen Fuß hineinzukriegen", so Berger.

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