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  • 26.03.2016 · 17:33

  • von Juliane Ziegengeist & Roman Wittemeier

Andre Lotterer über die Formel 1: "Es ist eine Schande"

2014 machte WEC-Pilot Andre Lotterer selbst einen kurzen Abstecher in die Formel 1 - Das sagt er zur aktuellen Kritik der Piloten an der Königsklasse

(Motorsport-Total.com) - Beim zweitägigen WEC-Prolog in Le Castellet startet Audi-Pilot Andre Lotterer in seine fünfte Saison und feiert wie die Rennserie selbst ein Jubiläum. "Als Rennfahrer gibt es nicht so viele Jobs, von denen man träumen kann", sagt der Deutsche im Interview mit 'Motorsport-Total.com', "aber das ist schon einer." 2012 sicherte er sich mit Audi den Weltmeistertitel, außerdem gewann er dreimal die 24 Stunden von Le Mans. Parallel startet der 34-Jährige in der Super Formula, wurde 2011 Meister und mehrfach Vize-Meister.

Andre Lotterer

Audi-Pilot Andre Lotterer zog die WEC schon einmal der Formel 1 vor Zoom

Vor zwei Jahren schnupperte der WEC-Pilot auch erste Formel-1-Luft. Für Caterham ging er beim Großen Preis von Belgien an den Start und ließ seinen damaligen Teamkollegen Marcus Ericsson im Qualifying auf Anhieb hinter sich. Im Rennen fiel er wegen eines technischen Defekts dann jedoch aus. Es blieb Lotterers erster und einziger Einsatz in der Königsklasse. Die Möglichkeit, beim Großen Preis von Abu Dhabi 2014 erneut für Caterham anzutreten, lehnte er wegen zu geringer Erfolgsaussichten ab.

Er habe seine Karriere nicht opfern wollen, um in der Formel 1 hinterherzufahren, sagte er damals. Daran hat sich bis heute nichts geändert. "Formel 1 ist für mich aktuell kein Thema. Andere Serien auch nicht. Ich fühle mich am richtigen Platz", versichert Lotterer. Angesprochen auf die derzeitige Situation in der Königsklasse des Automobilsports, zeigt sich der ehemalige Langstrecken-Weltmeister nachdenklich: "Es gibt mehrere Sachen, die sich im Motorsport in den letzten zehn, fünfzehn Jahren verändert haben und ihm eine ganz andere Richtung geben."


Fotostrecke: Karrierestationen von Andre Lotterer

Dass sich die Piloten in einem offenen Brief jüngst an die Verantwortlichen der Formel 1 wandten, Missstände anprangerten und Reformen forderten, kann Lotterer nachvollziehen - auch wenn er glaubt, dass das etwas zu spät kommt. "Ich kann verstehen, dass die Fahrer sich so etwas wünschen", sagt er. "Wir sind letztendlich mit Leidenschaft dabei und haben von klein auf alles gemacht, um unseren Traum zu erreichen. Wenn das dann durch andere Sachen, die nicht wirklich mit Motorsport zu tun haben, zerstört wird, ist das eine Schande."

In dem Schreiben der Fahrervereinigung Grand-Prix-Drivers-Association (GPDA) (hier im Wortlaut) kritisieren die Piloten unter anderem, "dass einige Regeländerungen, seien sie sportlicher oder technischer Art oder geschäftlich begründet, zerstörerisch sind, die wirklich großen Probleme unseres Sports nicht angehen und daher seinen zukünftigen Erfolg aufs Spiel setzen". Auch WEC-Fahrer Lotterer ist sich dieses Problems bewusst und merkt an: "Dann ist der Sport nicht mehr das, was er sein soll und wofür man gearbeitet hat."

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