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150 Millionen für Hamilton? Für Toto Wolff "absolute Illusion"

Toto Wolff nimmt Stellung zu den schwebenden Vertragsverhandlungen mit Lewis Hamilton und verweist Spekulationen über Gehaltsforderungen ins Reich der Fabeln

(Motorsport-Total.com) - Seit dem Saisonfinale 2014 in Abu Dhabi beteuert Mercedes, dass die Verlängerung des Ende 2015 auslaufenden Vertrags mit Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton im Grunde nur noch Formsache ist. Doch auch zwei Wochen vor dem Start in die neue Saison sind die Verhandlungen immer noch in der Schwebe. Britische Medien spekulierten unlängst, die Gehaltsforderungen Hamiltons seien ein Hindernis bei den Verhandlungen. Angeblich verlange der Brite 150 Millionen britische Pfund für drei Jahre, also umgerechnet über 68 Millionen Euro im Jahr.

Lewis Hamilton, Toto Wolff

150 Millionen Pfund: So viel ist Lewis Hamilton Toto Wolff dann doch nicht wert Zoom

Bei solchen Zahlen kann Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff allerdings nur mitleidig lächeln und mit dem Kopf schütteln. "Ich würde gern das gleiche rauchen. Diese Zahl ist dermaßen illusorisch, dass ich glaube, dass es eine Satire war", verweist der Österreicher am Rande der Testfahrten in Barcelona Gerüchte über derartige Gehaltsforderungen ins Reich der Fabeln.

Mit einem Gehalt von 68 Millionen Euro im Jahr würde Hamilton mit großem Abstand zum bestbezahlten Mercedes-Mitarbeiter und würde damit mehr als acht Mal so viel verdienen wie Daimler-Konzernchef Dieter Zetsche. "Diese 50 Millionen Pfund sind eine Zahl... Wer eine solche Summe erfindet, der hat ein völlig falsches Verständnis von dem, was hier passiert", wundert sich Wolff. "Diese Zahl ist eine Illusion. Fahrer haben Marktwerte, aber eine solche Zahl ist eine absolute Illusion."

Wie viel ist Hamilton Mercedes wert?

Bei der Ermittlung dieses Marktwerts eines Fahrers spielt laut Wolff nicht nur die Leistung auf der Rennstrecke, sondern auch die Vermarktungsmöglichkeiten eine Rolle. "Welchen Unterschied macht ein Fahrer in der sportlichen Performance und welchen Unterschied auf der Branding-Seite? Es ist immer eine Sache von Angebot und Nachfrage", so der Österreicher. "Wir haben in der Vergangenheit Fahrer gesehen, die mehr verdient haben als andere, aber in der Performance ähnlich waren. Die haben dann aber andere Dinge eingebracht. Bei Lewis ist das genauso."


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Hamilton genießt nicht zuletzt durch seine Beziehung zu Sängerin Nicole Scherzinger auch in die USA eine gewisse Popularität, was für Mercedes auch ein Faktor ist. Zudem fühlt sich der 30-Jährige in der Musikwelt wohl und auf dem roten Teppich wie zu Hause, womit er neue Zielgruppen erschließen kann.

Dennoch sei Daimler als Mercedes-Mutterkonzern nicht bereit, Fantasiesummen an Hamilton zu zahlen. "Wir sind ein Konzern, der auf Fair Value aus ist. Wir haben genaue Vorstellung", betont Wolff. "Diese Vorstellung entsprechen dem, wie es der Lewis auch sieht."

Keine Verzögerung bei den Verhandlungen

Doch warum dann diese Verzögerungen bei den Vertragsverhandlungen? "Wir haben keine Verzögerungen", widerspricht Wolff. "Nach Abu Dhabi haben wir gesagt: 'Jetzt hauen wir alle mal ab und resetten uns'. Der Lewis ist dann Mitte Januar zurückgekommen. Dann haben wir uns erstmals zusammengesetzt, um etwas zu plaudern. Dann habe ich mich entschlossen, mein Knie zu implodieren", schildert Wolff den Lauf der Verhandlungen bis zu seinem Sportunfall, bei dem er sich Mitte Januar die Kniescheibe brach und mehrere Bänder riss.

"Seither haben wir immer wieder Diskussionen. Das alles geht vernünftig vorwärts. Für einen langfristigen Vertrag brauchst du Zeit. Da musst du reflektieren und rekapitulieren", erläutert Wolff. Der gemeinsame Wille zur weiteren Zusammenarbeit sei nach wie vor vorhanden. "Zwischen uns ist alles intakt und in Ordnung. Die Stimmung ist gut. Wir haben ähnliche Vorstellungen. Jetzt geht es darum, dass man dies in ein Vertragswerk richtig umsetzt."

"Wir wollen den Fahrer behalten, der Fahrer möchte gern bei uns bleiben. Es geht darum, eine Basis zu schaffen, auf der sich beide Seiten wohlfühlen. Wo man es als fair empfindet und miteinander arbeiten kann", so Wolff weiter. "So etwas haben wir."

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