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  • 13.06.2022 · 12:57

  • von Tobias Ebner, Co-Autor: Jamie Klein

Alpine-Debakel bei 24h Le Mans: "Start ins Rennen war sehr hart für uns"

Die 24h Le Mans 2022 waren keine Reise wert für Alpine: Pleiten, Pech und Pannen mit dem grandfathered Oreca-LMP1

(Motorsport-Total.com) - Alpine erlebte bei den 24h von Le Mans 2022 ein Rennen voller Pleiten, Pech und Pannen. Mit dem grandfathered LMP1 aus dem Hause Oreca kam man auf der 23. Gesamtposition ins Ziel, der Rückstand auf das siegreiche Toyota-Hypercar betrug satte 18 Runden. (Das Rennen in der Ticker-Nachlese)

Matthieu Vaxiviere

Der Alpine musste in Le Mans mehrmals in der Garage repariert werden Zoom

Die Pechsträhne der Franzosen begann schon vor dem eigentlichen Rennen, und das durch einen taktischen Fehler in der Hyperpole. Die Top-Runde von Nicolas Lapierre sorgte dafür, dass dem Alpine für das Rennen via BoP Leistung genommen wurde. Dabei haderten die Blauen schon zuvor über ihren Topspeed- und Reichweiten-Nachteil.

Tatsächlich fehlten in den Freien Trainings in der Spitze rund zehn km/h auf Toyota und Glickenhaus, weshalb man vom ACO erst zehn PS Leistung geschenkt bekam. Nach der Hyperpole wurde die Leistung jedoch wieder um 13 PS gekürzt. Durch dieses Defizit fehlten im Rennen in der Spitze 11,5 km/h auf den schnellsten Toyota (Buemi mit 342,3 km/h).


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Mit einem Spitzenwert von 330,8 km/h egalisierte der Alpine gerade einmal die Topspeed-Werte der schnellsten LMP2-Boliden. Im Rennen selbst verspielte man früh alle Chancen darauf, von einem möglichen Toyota-Drama zu profitieren. Stattdessen war es Alpine selbst, die Drama produzierten. Am Samstagabend setzte es eine Durchfahrtsstrafe für den LMP1-Oreca, ehe das Auto innerhalb von rund 50 Minuten zwei Mal in die Garage musste.

Doppelschlag für Alpine am Samstagabend

Erst musste die Alpine-Truppe die Kupplung austauschen, dann zickte auch noch die Zündspule. "Das Rennen versprach schwierig zu werden, und das war es auch aus mehreren Gründen", sagte Teamchef Philippe Sinault am Samstagabend bei 'Autosport'. "Zunächst einmal fehlte uns der Topspeed, was uns im Verkehr in Schwierigkeiten brachte."

Man verlor acht Runden. Zur Durchfahrtsstrafe meint Sinault: "Es gab einige Verwirrung, als das Funkgerät des Rennleiters ausfiel, als wir in die Slow-Zone einfuhren. Nicolas verlangsamte das Tempo, aber wir wurden beschuldigt, zu schnell gewesen zu sein. Wir mussten diese Strafe respektieren, da das Zeitlimit für die Anfechtung fast abgelaufen war."

"Und schließlich sind unsere Probleme mit der elektronischen Kupplungssteuerung und der Zündspule unglaublich frustrierend, da sie bisher noch nie ein Problem waren. Der Start ins Rennen war hart für uns." Doch das waren noch nicht alle Rückschläge, die Le Mans in diesem Jahr für die Alpine-Mannschaft bereithielt.

Letztes Le Mans für den grandfathered LMP1?

Für die Franzosen ging es ohnehin schon nur noch um die Zielankunft, als am Sonntag Matthieu Vaxiviere morgens in den Reifenstapeln eingangs der Porsche-Kurven steckte. Vorausgegangen war ein misslungenes Überrundungsmanöver gegen den GR-Porsche #86 (Wainwright/Pera/Barker). Vaxiviere rettete den grandfathered LMP1 an die Box.


Fotostrecke: Le-Mans-Hypercars, LMDh-Prototypen: Die Übersicht mit allen Informationen

"In den Porsche-Kurven fuhr ich außen um den Porsche herum, aber dann hat er die Linie gewechselt, als ich ankam. Er dachte wohl, ich wäre innen, er hat mich nicht gesehen. Dann bin ich nach außen gegangen. Er ist ganz nach links gezogen. Um ihm auszuweichen, musste ich auf die Wiese und habe dann leider die Mauer berührt", schilderte er den Crash.

Alpine schaffte es noch einmal, das Auto fit zu machen. Die Zielankunft kann nach so vielen Zwischenfällen als Erfolg gewertet werden. Ob man noch einmal mit dem grandfathered LMP1 antreten darf? Das ist fraglich, schließlich stoßen 2023 viele weitere Hersteller hinzu. Ab 2024 soll dann der LMDh-Prototyp von Alpine am Start sein.

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