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  • 14.06.2022 · 08:05

  • von Tobias Ebner, Co-Autor: Jamie Klein

Owen schimpft nach Le-Mans-Startcrash über Rast: "So verursacht man Unfälle!"

Drei Top-LMP2 eliminieren sich bei den 24h Le Mans gegenseitig am Start: Will Owen echauffiert sich über Rene Rast, der bezichtigt seine Konkurrenten des Frühstarts

(Motorsport-Total.com) - Die 24h von Le Mans 2022 begannen gleich mal mit einem Knall. Einem Knall der eher unerwünschten Sorte. Denn an der Spitze des LMP2-Feldes hat es auf der Anfahrt zur ersten Kurve gekracht. Drei Top-Fahrzeuge waren nach wenigen Sekunden aller Siegchancen beraubt. 'Motorsport-Total.com' bringt Licht ins Dunkel.

Mike Conway, Kamui Kobayashi, Ryo Hirakawa

Eine vorentscheidende Szene in Le Mans: Der Startcrash in der LMP2-Klasse Zoom

In den TV-Bildern war zunächst nicht viel zu erkennen. Will Owen im United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Albuquerque/Owen) schoss durch das Kiesbett, doch wie kam das zustande? Die ersten Zeitlupen aus seiner Onboard-Kamera klärten die Sache schon ein wenig auf. (Die 24h von Le Mans 2022 in der Ticker-Nachlese)

Owen wurden von den beiden WRT-Orecas #31 (Gelael/Frijns/Rast) und #41 (Andrade/Habsburg/Nato) in die Mangel genommen. Den ersten Treffer kassierte er von Pole-Setter Rene Rast, der sich rechts vom United-Autosport-LMP2 befand. Danach touchierte Owen den WRT-Oreca #41 von Ferdinand Habsburg.

Owen: Rast zieht plötzlich aggressiv nach links

"Ich war fast gleichauf mit Rast. Ich bin von weiter hinten losgefahren, hatte aber guten Start", gibt Owen im Gespräch mit der internationalen Edition von 'Motorsport.com' zu Protokoll. "Plötzlich zieht er aggressiv nach links, was man auf der Geraden nie tun würde. Ganz ehrlich: So verursacht man Unfälle", echauffiert er sich über die Fahrweise von Rast.

Der Deutsche beteuert seine Unschuld: "Ich habe mich an das gehalten, was der Rennleiter gesagt hat, ich habe die Regeln befolgt." Das gelte aber nicht für seine Fahrerkollegen. Rast ist der Meinung, dass einige Fahrer hinter ihm zu früh aufs Gas gegangen sind.

"Als es grün wurde, habe ich Gas gegeben. Da waren schon ein paar Autos neben mir, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe", sagt der dreifache DTM-Champion. "Rechts von mir sah ich Kubica, aber ich hatte nicht erwartet, dass links von mir jemand ist."

Der angesprochene Kubica war der große Profiteur: Die drei aneinandergeratenen Piloten ließ er innen stehen und übernahm somit am Start die LMP2-Führung. Rast wurde vom Polen überrascht und zog nach links, wo sich bereits Owen befand.

Rene Rast: Sie sind alle zu früh gestartet

Dadurch kam es zu einer Kettenreaktion, die den Autos von Rast, Owen und Ferdinand Habsburg das Rennen kostete. Der dreifache DTM-Champion wurde als Verursacher des Startunfalls gesehen und bekam eine Stop-and-Go-Strafe von einer Minute aufgebrummt.

"Ich glaube, sie sind alle zu früh gestartet, und das hat mich natürlich überrascht", verteidigt sich Rast. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein fairer und harter Fahrer bin, aber ich nehme niemanden absichtlich raus. Es waren also die Fahrer hinter mir, die zu früh beschleunigt haben, und ich habe dafür eine Strafe bekommen."

Habsburg fuhr als Dritter im Bunde mit seinem LMP2-Fahrzeug ganz außen neben Owen und wurde daher auch in die Kollision verstrickt. "Ich hatte einen etwas langsamen Start hinter dem United-Autosports-Fahrzeug. Kurz vor der Linie haben sie nochmal abgebremst, sodass ich wieder aufholen konnte", schildert Habsburg den Start aus seiner Sicht.

Der Österreicher bekräftigt Rasts Sicht der Dinge: "Ich konnte mich links neben den United-Autosports-Wagen setzen, und mein Schwesterauto, das von Rene Rast gefahren wurde, wusste nicht, dass sich links von ihm noch ein Fahrzeug befand. Er ist nach links gezogen und ist in den United-Autosports-LMP2 gekracht."

Will Owens Bergung dauert fünf oder sechs Minuten

Rast konnte nach dem Start relativ ungehindert seine Runden drehen, doch die Strafe erwies sich als großes Handicap. So ganz konnte sich das WRT-Trio davon im weiteren Rennverlauf nicht mehr erholen. Eine weitere Strafe gab es am Sonntagmorgen, als Sean Gelael Sebastien Bourdais im Vector-Oreca #10 (Müller/Cullen/Bourdais) umdrehte.


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Robin Frijns besiegelte schließlich das Aus für das Fahrzeug durch seinen Abflug ausgangs Indianapolis am Sonntagvormittag. United Autosports brachte die #22 immerhin ins Ziel: Hanson/Albuquerque/Owen wurden Zehnte in der LMP2-Klasse (+3 Runden).

Die große Frage lautet: Was wäre ohne den Abflug am Start drin gewesen? Denn da verlor man viel Zeit, wie Owen verrät: "Es hat es fünf oder sechs Minuten gedauert, das Auto [aus dem Kies] zu befreien. Das war ein ziemlicher Rückschlag. Ich habe mir den Schaden nicht angesehen. Der Seitenkasten hat einen Schlag abbekommen, schien aber intakt zu sein."

Und Habsburg? Der Österreicher hatte viel Pech: "Ich wäre fast noch durchgekommen, aber der United-Autosports-Wagen hat mich beim Abflug am Heck gestreift." So musste er, ebenso wie Owen, zur Reparatur an die Box schleichen. Letztlich wurde es für den zweiten WRT-Oreca der 17. Platz in der LMP2-Klasse mit vier Runden Rückstand.

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