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Jonas Folger verzweifelt: War der Wechsel von Yamaha zu BMW ein Fehler?

Sturz und Motorschaden bei der Superbike-Premiere in Most: Jonas Folger sucht nach Antworten für die anhaltenden Probleme mit der BMW M1000RR

(Motorsport-Total.com) - Die Pechsträhne von Jonas Folger setzt sich auch bei der WSBK-Premiere in Most fort. Am Samstag stürzte der BMW-Pilot im dritten Freien Training bereits nach wenigen Runden in Kurve 20. In der Superpole kam Folger nicht über die 21. Position hinaus. Das Rennen (zum Rennbericht) war nach einem Motorschaden vorzeitig beendet. Erneut keine Punkte für Folger, der beim Treffen mit 'Motorsport-Total.com' ernüchtert und frustriert wirkt.

Jonas Folger

Jonas Folger konnte seit Aragon Ende Mai keine Punkte einfahren Zoom

"Ich startete mit einem guten Vertrauen ins FT3. Ich weiß nicht, was los war. Als ich nach dem Sturz an der Strecke stand, weil ich auf Grund des fehlenden Versorgungswegs nicht zurückkehren konnte, sah ich, dass es auf der Strecke einen kleinen dunklen Fleck gab. Ich denke, es war eine feuchte Stelle, auf der ich ausgerutscht bin", kommentiert Folger den Sturz am Samstagmorgen.

"Bis zur Superpole haben wir das Motorrad geradeso wieder hinbekommen. Die Superpole war richtig schwierig, weil ich zuvor wenig Runden fahren konnte. Mit dem Qualifying-Reifen bekamen wir erneut Chattering. Es ist ein bekanntes Problem für uns", berichtet Folger. "Sobald wir hinten einen guten Reifen montieren, bekommen wir Chattering. In Assen war das seltsamerweise nicht der Fall."

Motorschaden sorgt für vorzeitiges Rennende

Im Rennen strandete Folger erneut in Kurve 20, dieses Mal aber durch einen Defekt. Die BMW M1000RR quittierte den Dienst. Folger zog eine Rauchwolke hinter sich her, als er ins Kiesbett fuhr. "Irgendwas hat am Motor nicht gestimmt. Sonst wäre er nicht kaputt gegangen", scherzt der Deutsche und deckt auf: "Ein Ventil ist gerissen."


Fotos: Superbike-WM 2021: Most (Tschechien)


Doch bereits vor dem Ausfall erlebte Folger ein enttäuschendes Rennen. "Es lief nicht gut. Ich bin natürlich enttäuscht. Wir sind alle enttäuscht. Es geht auf und ab. Aber mehr ab als auf. Ich habe kein Gefühl für das Vorderrad und kann nicht so fahren, wie ich will", erklärt der Bonovo-Pilot.

Folger kann kein Gefühl für die BMW M1000RR aufbauen

"Ich kann keine Schräglagen fahren, denn sobald ich das mache, stürze ich, wie zum Beispiel im FT3. Ich habe starkes Chattering und musste schon viele Stürze abfangen. Irgendwie werde ich nicht ganz warm. Ich weiß nicht, warum es in Assen gut funktioniert hat", grübelt Folger. "Jetzt haben wir die gleichen Probleme wie vor Assen."

Jonas Folger

Jonas Folger harmoniert nicht mit der BMW M1000RR Zoom

Schaut man auf die Erfolge von Yamaha-Werkspilot Toprak Razgatlioglu und das überraschend starke WM-Debüt von YART-Yamaha-Pilot Marvin Fritz, dann steht die Frage im Raum, ob der Wechsel von der Yamaha R1 zur BMW M1000RR ein Fehler war.

Hätte Folger bei Yamaha bleiben sollen?

"Wir wissen, dass es nicht einfach ist. Michael (van der Mark) hat auch zu kämpfen. Wir geben alle unser Bestes und BMW macht das auch. Man findet immer wieder eine Kleinigkeit, wie in Assen. Dann bewährt sich das hier aber nicht. Es ist zäh und ich weiß nicht, wo man ansetzen muss. BMW weiß sicher am besten, was sie machen müssen", schiebt Folger den Ball zu BMW.

Die Erfolge der Yamaha-Piloten möchte Folger am liebsten komplett ausblenden. "Da darf ich eigentlich gar nicht drauf schauen. Das würde mich verrückt machen", gesteht er. "Es steht außer Frage, dass die Yamaha bekannt dafür ist, ein einfach zu fahrendes Motorrad zu sein."

Jonas Folger

Mit der Yamaha R1 holte Jonas Folger souverän den Titel in der IDM Zoom

"Die BMW hat auch ihre Vorteile. Nur muss man irgendwas finden, damit man diese Vorteile auch ausspielen kann. Es kommt immer wieder etwas vor und man denkt, das Potenzial ist vorhanden. Dann kommt man zu einer anderen Strecke und es wirft einen um Welten zurück", bedauert Folger.

Keine Vergleiche mit Tom Sykes möglich

Vergleiche sind für Folger schwierig, denn die Fahrstile sind zu unterschiedlich. "Tom (Sykes) ist der einzige BMW-Pilot, der es immer wieder durchzieht auf seinem Level. Aber man kann sich vom Tom nichts abschauen. Man kann nicht sagen, dass man seine Abstimmung übernimmt. Oder dass man fahrerisch sich etwas abschaut. Es geht nicht. Der Unterschied ist zu groß. Michael ist der einzige Fahrer, der ähnlich fährt wie ich. Und er hat die gleichen Probleme", stellt Folger fest.

Tom Sykes

Bester BMW-Pilot: Tom Sykes kam auf Position neun ins Ziel Zoom

"Ich weiß nicht, was passieren muss. Ich weiß nicht, was BMW machen muss, damit Michael und ich besser zurechtkommen", grübelt Folger. "Ich glaube, dass es am Rahmen liegt. Ich bin aber kein Hellseher. Ich kann nur sagen, was ich spüre."

"Ich spüre das Motorrad gar nicht. Wenn ich es probiere, dann stürze ich. Das ist für mich als Fahrer schwierig, wenn das Vertrauen verloren geht. Was soll ich machen? Ich kann nicht mehr machen", so der ehemalige MotoGP-Pilot.

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