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Ducati: Neue Details zum V4-Superbike

Im November präsentiert Ducati den mit Spannung erwarteten Nachfolger der V2-Superbikes und setzt das Superbike-WM-Team damit gehörig unter Druck

(Motorsport-Total.com) - Ende der kommenden Saison endet in der Superbike-WM eine Ära. Nach 30 Jahren verabschiedet sich Ducati von den V2-Motoren und schickt ab 2018 erstmals ein V4-Superbike an den Start. Seit dem Winter bekennt sich Ducati offiziell zum Kurswechsel, der seit dem Einstieg in die MotoGP und dem Desmosedici-Projekt stets denkbar war.

Desmosedici

Das neue Ducati-Superbike profitiert von den MotoGP-Erfahrungen Zoom

Ducati-CEO Claudio Domenicali bestätigte im Rahmen der Präsentation des MotoGP-Teams Anfang des Jahres, dass Ducati ein V4-Superbike entwickelt. Beim Superbike-WM-Rennwochenende in Laguna Seca wurde eine letzte limitierte Version der aktuellen Panigale präsentiert. Die Panigale R 1299 Final Edition dient aber nicht als Homologations-Basis für die Superbike-WM, denn mit 1.299 Kubikzentimetern Hubraum entspricht sie nicht dem WSBK-Reglement.

"Mit der Panigale Final Edition ehren wir den Zweizylindermotor, der von keinem anderen Hersteller so stark entwickelt wurde wie von Ducati", kommentiert Domenicali und erinnert an die WSBK-Saison 1998: "Das erste Rennen in der Geschichte der Superbike-WM wurde von einer Maschine mit einem Zweizylindermotor gewonnen. Es war der 3. April 1988."

Ducati Panigale

Marketing-Gag: Die Panigale Final Edition dient nicht als WSBK-Homologationsbasis Zoom

Etwas mehr als 29 Jahre später bescherte Werkspilot Chaz Davies Ducati den jüngsten Sieg. "Wir sind super happy", jubelt Domenicali, der in Kalifornien vor Ort war, um Davies' Sieg zu feiern. Doch die Tage der Zweizylinder in der Superbike-WM sind gezählt. "Unsere Zukunft im Sport, aber auch im Allgemeinen, wird der V4 sein, den wir aus der MotoGP kennen", bestätigt Domenicali im Gespräch mit 'WorldSBK.com'.

Im Internet kursieren bereits erste Aufnahmen von geheimen Testfahrten. "Das Motorrad wird im November auf der EICMA präsentiert. Es wird spektakulär", kündigt der Ducati-Geschäftsführer an. Doch 2018 wird noch eine Saison mit der V2-Panigale gefahren. Bisher gelang noch kein Titelgewinn mit dem finalen V2-Superbike.

"Wir nehmen uns bei Ducati immer ein Jahr Zeit für die Entwicklung, nachdem ein neues Modell präsentiert wurde. Wir werden die Panigale 1199 also auch in der kommenden Saison sehen. Der V4 wird ein Jahr später eingesetzt. Kunden können ihn aber bereits 2018 erwerben", verrät Domenicali.

Kann Ducati 2018 endlich den Titel holen?

Chaz Davies

Finaler Versuch: Chaz Davies sitzt 2018 zum letzten Mal auf einer V2-Ducati Zoom

Für das Rennteam heißt das, dass 2018 die letzte Chance ist, um die bisher aus Ducati-Sicht enttäuschende Statistik der Panigale in ein besseres Licht zu rücken. Die Panigale ist bisher das einzige Ducati-Superbike, das noch keine Meisterschaft gewinnen konnte. In diesem Jahr rückte der WM-Titel durch technische Defekte und Fahrfehler in weite Ferne. Projektleiter Ernesto Marinelli möchte von zusätzlichem Druck aber nichts wissen: "Mehr Druck? Nein, ehrlich gesagt nicht. Natürlich steht man im Rennsport ständig unter Erfolgsdruck. Es geht ständig darum, Rennen zu gewinnen und vor den Gegnern ins Ziel zu kommen", kommentiert er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Wir arbeiten sehr hart, um das Motorrad zu verbessern, damit die Fahrer mehr erreichen können. An den Rennwochenenden bemühen wir uns stark, die richtigen Entscheidungen zu treffen", erklärt Marinelli. Die Ducati-Werkspiloten möchten sich von den Zukunftsaussichten nicht irritieren lassen. Das V2-Projekt hat momentan Priorität.


Fotos: Ducati zeigt die 2017er-Desmosedici


"Ich habe keine Details mitbekommen und konzentriere mich darauf, die Panigale voranzubringen. Auch wenn wir dem Ende des Zyklus näher kommen, gibt es noch Raum für Verbesserungen", erklärt Davies, der keine internen Informationen zum V4-Motorrad verrät: "Ich weiß nicht mehr, sorry."

Davies und Melandri bleiben cool

Dass die Panigale das bisher einzige Ducati-Superbike ist, mit dem noch keine WM gewonnen werden konnte, hatte der schnelle Brite lange Zeit gar nicht wahrgenommen: "Mir wurde das vor ein paar Tagen berichtet und es war das erste Mal, dass ich von dieser Statistik hörte. Ich spüre dadurch nicht mehr Druck. Es ändert nichts."

Und auch Teamkollege Marco Melandri bleibt entspannt. "Ich hörte ein paar Gerüchte, weiß aber nichts Konkretes. Ich habe einen Einjahresvertrag mit der Option für eine weitere Saison. Ich denke nur über die jetzige Situation nach. Wir verwenden aktuell das Motorrad mit dem Zweizylindermotor und unsere Aufgabe ist es, die Maschine zu verbessern", so der Italiener.

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