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  • 02.07.2001 · 11:40

WM-Feier mathematisch schon in Hockenheim möglich

Ferrari freut sich über "einen großen Schritt nach vorne", Coulthard weiß, dass es "immer schwerer" wird

(Motorsport-Total.com/sid) - Seriensieger Michael Schumacher kann sich auf dem Weg zu seinem vierten WM-Titel nur noch selbst schlagen. Nach der Triumphfahrt des Ferrari-Stars zum goldenen Jubiläum (50. Grand-Prix-Erfolg) in Magny-Cours geht in der Formel 1 die Angst vor einem Albtraum um. Bei 31 Punkten Vorsprung auf seinen schärfsten Verfolger David Coulthard könnte Schumacher theoretisch schon beim Heimspiel in Hockenheim (29. Juli) als alter und neuer Weltmeister feststehen.

Michael Schumacher

In Hockenheim könnte Schumi den Champus theoretisch schon kalt stellen Zoom

Gewinnt der dreifache Weltmeister bei zwei Coulthard-Ausfällen die nächsten beiden Rennen in Silverstone (15. Juli) und Hockenheim, hätte er 51 Punkte Vorsprung auf den Schotten. Dann wäre der 32 Jahre alte Deutsche bei fünf ausstehenden Rennen auch rechnerisch von dem McLaren-Mercedes-Piloten nicht mehr einzuholen und würde den "Weltrekord" des Briten Nigel Mansell einstellen, der 1992 in Ungarn fünf WM-Läufe vor dem Saisonende seinen ersten und einzigen Titel gewann.

Selbst Michael Schumacher gab nach seinem sechsten Saisonsieg in Sachen WM-Titel für einen Augenblick die gewohnte Zurückhaltung auf. "Das war ein großer Schritt zur Weltmeisterschaft. Wegen der Reifen war das eigentlich das schwierigste Rennen für uns. Nachdem wir auch hier gewonnen haben, bin ich für die nächsten Rennen sehr zuversichtlich, aber nicht unvorsichtig", meinte der dreimalige Weltmeister. Deutlicher wird BMW-Motorsportchef Gerhard Berger: "Die WM kann Michael niemand mehr nehmen, da müsste schon was ganz Außergewöhnliches passieren."

Sollte Schumacher in Silverstone gewinnen, würde er ganz nebenbei auch Alain Prosts Rekord von 51 Grand-Prix-Siegen einstellen. Ein Blick in die Statistik zeigt: Der Michael Schumacher 2001 ist der beste aller Zeiten. 78 Punkte hat der Kerpener auf seinem Konto, so viel wie nie zuvor in seiner Karriere nach dem zehnten Saisonrennen. Die bisherige Bestmarke datiert aus dem Jahr 1994, als Schumi nach zehn WM-Läufen 76 Zähler eingefahren hatte und am Saisonende mit Benetton seinen ersten WM-Titel holte.

Nach der ersten Euphorie über seinen fünften Frankreich-Erfolg spielte Schumacher dann wieder die Rolle des Tiefstaplers. "Ich bleibe realistisch und denke nicht an den WM-Titel", versuchte er glaubhaft zu machen: "Es sind noch 70 Punkte zu vergeben, und wir haben im Vorjahr gesehen, was alles passieren kann." Damals schien Mika Häkkinen nicht mehr aufzuhalten, bevor Schumacher die letzten vier Saisonrennen gewann, den Finnen noch abfing und Ferrari den ersten WM-Titel nach 21 Jahren bescherte.

Aus diesem Grund ist Schumacher gewarnt. "Ich mache nicht den Fehler und schreibe Coulthard jetzt schon ab. Er ist weiterhin mein Hauptgegner, und das wird auch in den nächsten Rennen so bleiben", sagte der Ferrari-Star: "Es gibt überhaupt keinen Grund dafür, dass wir uns jetzt zurücklehnen. Wir müssen weiter konzentriert arbeiten, die WM wird erst gefeiert, wenn wir rechnerisch nicht einzuholen sind."

Doch die Gesichter in Magny-Cours sprachen Bände. Während die Schumacher-Brüder Michael und Ralf ausgelassen den zweiten "Doppelsieg" nach Montreal mit Champagner begossen, herrschte im Lager der Mercedes-Silberpfeile Katerstimmung. "Wir müssen den Realitäten ins Auge sehen. Es wird immer schwerer, da mache ich mir nichts vor", meinte Coulthard. Der Schotte hatte in Frankreich eine Siegchance, doch nach einer Zehn-Sekunden-Strafe (zu schnell in der Boxengasse) blieb letztlich nur Platz vier. Mercedes-Sportchef Norbert Haug gestand ein: "Jetzt haben wir nur noch eine Außenseiterchance." Der Schwabe versicherte jedoch, dass die Moral im Team ungebrochen sei: "Wir geben nicht auf und kämpfen weiter." McLaren-Teamchef Ron Dennis übte sich ebenfalls in Durchhalteparolen: "Vorbei ist es erst, wenn nichts mehr geht." Für den früheren Formel-1-Piloten Christian Danner (München) steht indes fest: "Mit Können allein holt Coulthard das nicht mehr auf."

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