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  • 02.07.2001 · 11:24

Stumpfe Silberpfeile stutzen sich selbst die Flügel

Mika Häkkinen wurde beim Großen Preis von Frankreich Opfer eines Flüchtigkeitsfehlers seines Teams

(Motorsport-Total.com) - Wie sich die Bilder beim Großen Preis von Frankreich mit den bisherigen Bildern der Saison doch geglichen haben, die sich mit Sicherheit quälend im Kopf von Vizeweltmeister Mika Häkkinen eingebrannt haben, für den es in dieser Saison überhaupt nicht läuft. Schon am Vorstart blieb der 32-Jährige stehen, weil sein Auto plötzlich den Vortrieb verweigerte. Und die Mechaniker bekamen den MP4-16 auch nicht mehr in die Gänge, weil eine Komponente des Getriebes nicht richtig montiert war - wieder einmal Schlamperei, die bei einem Top-Team nicht so oft in der Saison passieren darf, wie das in diesem Jahr der Fall ist.

David Coulthard

Was ist in diesem Jahr nur mit dem McLaren-Mercedes los? Zoom

Mika Häkkinens schwarze Saison beginnt in Australien, wo ihm 33 Runden vor Schluss auf Platz zwei liegen die Hinterradaufhängung spricht. Ein Fehler, der Seltenheitswert hat, kann er doch fatale Folgen haben - die Teams lassen aus diesem Grund immer einen gewissen Spielraum beim Design solch heikler Teile. Teamkollege David Coulthard profitiert von den Problemen Häkkinens und wird Zweiter.

In Malaysia ist es David Coulthard, der als Dritter gerade noch ein schwarzes Wochenende für die Silbernen verhindern kann. Teamkollege Mika Häkkinen indes kommt in der Regenschlacht als enttäuschender Sechster ins Ziel und erntet nach dem Rennen von den Experten für seine nicht weltmeisterliche Vorstellung Kritik.

In Brasilien muss Mika Häkkinen seinen zweiten Ausfall im dritten Rennen hinnehmen. Der Finne würgt am Start den MP4-16 ab und muss zusehen, wie Teamkollege David Coulthard im Regen von Brasilien dank cleverer Abstimmung ein starkes Rennen fährt und als Erster die Ziellinie überfährt.

In Imola kommt David Coulthard erneut vor seinem Teamkollegen ins Ziel. Der Schotte wird Zweiter, Mika Häkkinens Rennen wirkt lustlos und der Finne bleibt als Vierter mit 32 Sekunden Rückstand auf David Coulthard weit unter seinen Möglichkeiten.

Spanien war einer der schwärzesten Momente für Mika Häkkinen in der Saison. Der Vizeweltmeister hatte zu seiner alten Form zurückgefunden und steuerte haushoch überlegen vor Michael Schumacher auf seinen ersten Saisonsieg zu, als in der letzten Runde die Kupplung ihren Dienst versagt. Dritter Ausfall im fünften Rennen für den Familienvater. David Coulthard bleibt mit technischen Problemen am Vorstart stehen und rettet als Fünfter zwei WM-Punkte. Zweites technisches Problem im fünften Rennen, erstes Problem mit der neuen Startautomatik.

Wieder ist es Mika Häkkinen der am Start zum Großen Preis von Österreich stehen bleibt und später aussteigen muss. Vierter Ausfall im sechsten Rennen für Mika Häkkinen und drittes technisches Problem an den Silberpfeilen. David Coulthard hat wieder die Zuverlässigkeit auf seiner Seite und siegt verdient.

Monaco: Die Peinlichkeiten gehen weiter. Dieses Mal ist es nach Barcelona erneut David Coulthard, der am Start mit Problemen stehen bleibt, das Rennen aber dennoch als Letzter aufnehmen kann. Mika Häkkinen muss aufgeben, da sein Auto unfahrbar ist. Fünftes technisches Problem im siebten Rennen, das zweite Problem am Start. Häkkinens fünfter Ausfall im siebten Rennen - David Coulthard holt als Fünfter wie schon in Barcelona zwei WM-Zähler.

In Kanada ist es dann erneut David Coulthard, der Probleme hat. Erst löst sich eine Radmutter an der Vorderradaufhängung, was den MP4-16 fast unfahrbar macht, später fällt der Schotte nach einem kapitalen Motorschaden aus. Mika Häkkinen wird Dritter. Die bisherige Bilanz: Sieben technische Probleme in acht Rennen.

Auf dem Nürburgring kommen beide Piloten ins Ziel. David Coulthard holt als Dritter das Maximum aus dem stumpfen Silberpfeil, Mika Häkkinen fährt dem Feld lustlos hinterher und kommt als Sechster ins Ziel. In der Eifel wirkten die McLaren-Mercedes erschreckend schwach.

Zehnter WM-Lauf der Saison in Magny-Cours. Erneut bleibt Mika Häkkinen wegen technischer Probleme am Vorstart stehen. Es war Häkkinens sechster Ausfall im zehnten Rennen. David Coulthard bringt sich selbst durch zu schnelles Fahren in der Boxengasse um alle Chancen und wird Vierter. Acht technische Probleme mit Folgen in zehn Rennen, davon drei technisch bedingte Probleme schon vor dem eigentlichen Rennen am Vorstart oder Start.

Mika Häkkinen holte bisher in zehn Rennen neun WM-Pünktchen, David Coulthard 47 WM-Zähler. Gegen Ferrari sieht die Bilanz der ersten zehn von 17 Rennen bitter aus. 13 Zielankünfte gegenüber 16 Zielankünfte, 2 Siege gegenüber 6, 7 Podiumsplatzierungen gegenüber 15, 56 WM-Punkte gegenüber 108, 2 Pole Positions gegenüber 7. Es gab genügend Rennen in dieser Saison, in denen man Siegpotenzial zeigte, aber die zahlreichen technischen Probleme und auch Patzer der Fahrer haben ausgerechnet jetzt, wo man ein höllisch schwer abzustimmendes Auto hat, viele WM-Punkte gekostet.

McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis tut das, was er in seiner Position tun muss und auch nur machen kann: "Wir sind ein Team und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Alle machen mal Fehler. Mikas Problem wurde durch ein falsch zusammen gebautes Teil im Getriebe verursacht." Und Mika Häkkinen musste einmal mehr verbittert feststellen, dass es nicht seine Saison ist. "Wer denkt, dass ich nicht voll motiviert in die nächsten Rennen gehe, täuscht sich". Worte der Verzweiflung.

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