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Williams: Coughlan wird Technischer Direktor

Schon seit Juni arbeitet Mike Coughlan für Williams, doch nun steht auch fest, dass er offiziell den Posten des Technischen Direktors bekleiden wird

(Motorsport-Total.com) - Bereits Anfang Mai hat das Williams-Team die Konsequenzen aus der sportlichen Talfahrt gezogen und den Technischen Direktor Sam Michael sowie Aerodynamiker Jon Tomlinson per Jahresende entlassen. Als neue technische Führung wurden vor allem Mike Coughlan (ab Juni), aber auch Jason Somerville (ab August) und Mark Gillan (ab September) verpflichtet.

Mike Coughlan

Mike Coughlan wird Sam Michael bei Williams als Technischer Direktor beerben

Allerdings stand zunächst noch nicht fest, ob McLarens ehemaliger "Spygate"-Täter Coughlan auch tatsächlich Michaels Posten als Technischer Direktor übernehmen wird: "Am Jahresende werden wir entscheiden, ob Mike Technischer Direktor wird oder Chefingenieur bleibt und wir ihm einen Neuzugang zur Seite stellen, der das Team als Technischer Direktor zusätzlich verstärken kann", meinte Vorstandschef Adam Parr anlässlich der damaligen Bekanntgabe.

Entscheidung früher als geplant gefallen

Offensichtlich ist man in Grove jedoch rascher zu einer Entscheidung gekommen als angenommen: "Ja, das ist der Plan", antwortet Parr nun im Interview mit 'Motorsport-Total.com' auf die Frage, ob bereits feststeht, dass Coughlan Technischer Direktor wird. Allerdings hält sich Williams weiterhin eine Hintertür offen: "Wir wollen uns ein bisschen Flexibilität bewahren, aber ich denke, er wird einen sehr guten Technischen Direktor abgeben."

"Mike ist ein sehr talentierter mechanischer Ingenieur, Chefdesigner und Technischer Direktor." Adam Parr

Die technische Umstrukturierung sei "sehr schmerzhaft" gewesen, spielt Parr auf die Trennung von Michael an, der bei Williams intern sehr beliebt ist. Zumindest scheint der Veränderungsprozess nun abgeschlossen zu sein: "Natürlich halten wir immer unsere Augen nach Talenten offen, aber mit Mark Gillan und Jason haben wir zwei sehr kompetente Aerodynamiker. Und Mike ist ein sehr talentierter mechanischer Ingenieur, Chefdesigner und Technischer Direktor."

Hinsichtlich Coughlans "Spygate"-Vergangenheit ist Parr "nicht besorgt", denn: "Das ist natürlich etwas, was du in Betracht ziehen musst, aber du kennst meine Meinung: Wenn du etwas falsch machst, es einsiehst und akzeptierst, deine Strafe absitzt, dann verdienst du die Chance, dich zu rehabilitieren. Mike hat sich für das, was passiert ist, aufrichtig entschuldigt, und ich finde, er hat das Recht, sich noch einmal zu beweisen."

Viel Lob für geläuterten Coughlan

"Es herrscht eine richtige Aufbruchstimmung bei uns." Adam Parr

"Er ist ein toller Kerl", lobt er den 52-Jährigen in einem Interview, das morgen in voller Länge auf 'Motorsport-Total.com' veröffentlicht wird. "Noch wichtiger ist aber, wie er von den Kollegen angenommen wird. Die kommen zu mir und sagen: 'Wow, das war eine gute Entscheidung!' Es herrscht eine richtige Aufbruchstimmung bei uns. Es sind auch alle froh, dass wir nächstes Jahr wieder mit Renault zusammenarbeiten, und alle freuen sich über die Neuzugänge."

Es sei zwar nicht so, als wäre Coughlan nie weg gewesen, denn "vier Jahre sind eine lange Zeit", aber Parr hält den ehemaligen McLaren-Designer immer noch für einen "sehr beeindruckenden" Ingenieur: "Seine Kernaufgabe hat er nicht verlernt." Vorerst ist übrigens immer noch Michael Technischer Direktor bei Williams. Der Australier wird Mitte Oktober in Südkorea seinen letzten Grand Prix bestreiten. Anschließend soll die Amtsübergabe erfolgen.

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