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Wie lange bleibt die Formel 1 noch in Deutschland?

Für die beiden deutschen Rennstrecken ist die Formel 1 ein Verlustgeschäft - Hockenheim kann für 2010 keine Garantien mehr abgeben

(Motorsport-Total.com) - Seit 2007 findet der Grand Prix von Deutschland abwechselnd auf dem Nürburg- beziehungsweise auf dem Hockenheimring statt. Jede der beiden Rennstrecken schreibt mit der Formel 1 pro Jahr einen Verlust in Millionenhöhe, weil Bernie Ecclestones Grand-Prix-Gebühren so hoch sind. Irgendwo zwischen 16 und 20 Millionen Euro sollen sie liegen, munkelt man.

Hockenheimring

Vor allem in Hockenheim hängt die Formel 1 am seidenen Faden

In der Post-Schumacher-Ära sind das Zahlen, die sich kein Promoter mehr leisten kann, weshalb beide deutschen Grand-Prix-Strecken auf Unterstützung der öffentlichen Hand angewiesen sind. Doch vor allem in Hockenheim überlegt man immer lauter, die Formel 1 nicht mehr zu fördern: "Die Beibehaltung der Formel 1 über das Jahr 2010 hinaus ist bei der derzeitigen Konstellation wirtschaftlich nicht mehr darstellbar", sagte Oberbürgermeister Dieter Gummer im September.#w1#

Diese Überlegungen wurden seither offenbar weiter konkretisiert: "Es gibt einen Punkt, an dem man sagt: Bis hierhin und nicht weiter", erklärte Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH, gegenüber 'Sport1.de'. "Wenn wir weiter alleine gelassen werden, dann steht das Thema Ausstieg vor der Tür." Die Formel 1 sei nur gesichert, "wenn wir, die GmbH und die Stadt Hockenheim, den Verlust selbst tragen", so Schmidt. Und: "Die Frage ist, ob wir das wollen."

Was die deutschen Rennen brauchen, sind mehr Zuschauer. 30.000 verkaufte Tickets fehlten beispielsweise im Vorjahr auf dem Nürburgring auf eine positive Bilanz. Dort steht die Formel 1 jedoch noch nicht dermaßen auf der Kippe wie in Hockenheim, weil gerade ein ganzjähriges Eventzentrum gebaut wird. Das kostet 215 Millionen Euro, von denen gut 120 Millionen aus öffentlicher Hand kommen. Rechtzeitig vor dem Grand Prix 2009 soll das Projekt fertig werden.

Auch der Nürburgring schreibt mit der Formel 1 Verluste, doch für die gesamte Region gesehen rechne sich der Grand Prix, heißt es aus der Eifel. Dennoch soll es nun wieder eine Untersuchung des rheinland-pfälzischen Rechnungshofs geben, der schon 2006 die hohen Verluste der Nürburgring GmbH kritisiert hatte. Es gilt, die regionale Wertschöpfung gegen die Kosten, die die Formel 1 verursacht, abzuwägen.

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