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Villeneuve: Vettel kann Schumacher-Erfolge nicht wiederholen

Jacques Villeneuve spricht über die glorreichen Ferrari-Zeiten von Michael Schumacher und warum Sebastian Vettel diese nicht wiederholen können wird

(Motorsport-Total.com) - Er gilt als einer der strengsten Kritiker und schwimmt gerne gegen den Strom: Jacques Villeneuve. Der Weltmeister von 1997 spricht nun bei 'Sport Bild' über die großen Erfolge von Michael Schumacher mit Ferrari und verrät zugleich, warum er nicht glaubt, dass Sebastian Vettel es seinem großen Idol gleichtun können wird.

Sebastian Vettel, Michael Schumacher

Wird der eine Nachfolger des anderen? Sebastian Vettel und Michael Schumacher Zoom

"Die Jean-Todt-Tage sind vorbei. Diese volle Konzentration auf den einen Fahrer, das ist Vergangenheit. Natürlich kann er konkurrenzfähig sein, aber nicht so dominant wie Michael", erklärt Villeneuve. Das habe aber nichts mit dem Talent des viermaligen Weltmeisters zu tun, sondern viel mehr mit den äußeren Umständen.

Ein weitere Unterschied zu den vergangenen Triumphzügen: "Michael Schumacher hat die Gruppe 1996 nicht aufgebaut, er brachte Ross Brawn und Rory Byrne von Benetton mit. Es waren seine Leute. Das ist jetzt anders." Denn Design-Guru Adrian Newey und andere enge Vertraute von Vettel blieben bei Red Bull. Außerdem bezweifelt der 43-Jährige, dass Newey überhaupt noch an der Formel 1 in ihrer derzeitigen Form interessiert ist: "Er mag die moderne Formel 1 nicht mehr und hat genug."


Fotostrecke: Michael Schumacher: Die Ferrari-Jahre

Auch schnelle Erfolge für Vettel im roten Rennanzug sind für den Kanadier Wunschdenken. Auf die Frage, wann der Heppenheimer erste Erfolge einfahren wird, meint Villeneuve bei 'Sport Bild': "2015 definitiv noch nicht. Das Team muss sich erst einmal finden." Zumindest werde er schneller sein als sein Teamkollege Kimi Räikkönen, das werde ihm den Druck nehmen, prophezeit Villeneuve.

"Wenn er pro Runde eine Sekunde langsamer ist, kann er das Auto nicht entwickeln." Villeneuve über Räikkönen

In Räikkönen sieht er noch ein zusätzliches Problem: "Wenn er pro Runde fast eine Sekunde langsamer ist, kann er das Auto nicht mitentwickeln. Sebastian wird das alleine in die Hand nehmen müssen." Schumacher hätte Teamkollegen gehabt, die "gute Entwicklungsfahrer" waren und so dem Deutschen geholfen haben, ergänzt Villeneuve.