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  • 18.09.2003 · 09:31

  • von Marcus Kollmann

Verschwörung gegen Montoya? - Frentzen wehrt sich

Der Sauber-Pilot ist für sein Verhalten am Sonntag von BMW-Williams heftig kritisiert worden - "Wenn es Absicht war, dann war es Betrug"

(Motorsport-Total.com) - Kaum ist in der Formel 1 das Interesse am Diskussionsthema Nummer 1 der letzten Wochen etwas abgeflacht, produziert der PS-Zirkus wieder Schlagzeilen.

Heinz-Harald Frentzen (Sauber)

Frentzen: "Meine Rückspiegel waren voller Öl"

Dieses Mal geht es jedoch nicht um die Reifen sondern um eine Situation während des 53 Runden langen Grand Prix. Genauer gesagt geht es um die 40. Runde, in der die Führenden Michael Schumacher und Juan-Pablo Montoya auf Sauber-Pilot Heinz-Harald Frentzen aufliefen.

Während der Ferrari-Pilot zügig überholen konnte, kam Montoya nicht genauso schnell an Frentzen vorbei und glaubt im Nachhinein vorsätzlich blockiert worden zu sein. Tatsächlich stieg der Abstand des BMW-Williams-Piloten auf Schumacher durch das Überholmanöver an. Von 1,2 Sekunden bevor die beiden auf Frentzen aufliefen, auf 2,3 Sekunden nachdem der Kolumbianer endlich am Sauber-Piloten vorbei war.

Das Verhalten von "HHF", der sich den Vorwurf anhören muss in die WM-Entscheidung zu Gunsten Ferraris und Michael Schumachers eingegriffen zu haben, hat nun auch Reaktionen durch BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen und Gerhard Berger hervorgerufen.

"Frentzens Fahrweise war legitim, aber nicht besonders geschickt", zitiert die 'Bild'-Zeitung Theissen, der dem Sauber-Piloten vorwirft in die Renn-Entscheidung eingegriffen zu haben. Auch Gerhard Berger hat auf Grund der Art und Weise wie Frentzen erst bereitwillig dem Ferrari-Piloten Platz machte, dann aber den BMW-Williams-Piloten aufhielt seine Zweifel: "Wenn es Absicht war, dann war es Betrug", sagt der Österreicher.

Der in der Schusslinie stehende Frentzen kann die Aufregung und Vorwürfe indes nicht nachvollziehen und erklärte, dass es keine Anweisung vom Kommandostand gegeben hätte, wonach er Montoya etwas blockieren sollte.

"Meine Rückspiegel waren voller Öl. Ich konnte nicht erkennen, ob Webber oder Montoya hinter mir lag. Ich wollte sicher gehen, dass ich nicht Webber vorbeilasse, mit dem ich um die letzten WM-Punkte kämpfte", so Frentzens Erklärung, der über die angebliche Verschwörungstheorie, man habe Ferrari auf Grund der Motorenpartnerschaft einen Gefallen getan, nur Lachen kann.

Auch wenn Montoyas beste Chance darauf Michael Schumacher zu überholen in der ersten Runde beim Zweikampf in der della Roggia-Schikane bestand, was der BMW-Williams-Pilot nach dem Rennen selbst erklärte, so bleibt schlussendlich doch eine Frage. Wie konnte Frentzen in seinen ölverschmierten Rückspiegeln den herannahenden Schumacher erkennen, Montoya aber nicht?

Egal wie lange die Diskussionen um die Frentzen und Sauber unterstellte Beeinflussung des Rennergebnisses noch anhalten werden, Bernie Ecclestone, der jüngst eine Verbesserung der Show forderte, dürfte die der Formel 1 zuteil werdende Aufmerksamkeit auf jeden Fall freuen.

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